Full text : Rosenheimer Anzeiger. 61. Jahrngang (61)

Nuͤmmer  V

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Dienstag,  12.  Januar  16016

 

in  der  Industrie  zur  Folge  gehabt.  Da  jetzt
die  Reichswehr  vollständig  zu  den  Waffen  gerusen
  wird,  fürchtet  man  ein  vollständiges  Darniederliegen
  der  russischen  Volkswirtschaft.  Durch
die  Einberufung  dieser  letzten  Reserven  wird  auch
offenkundig,  daß  die  russische  Armee  ungeheure
Verluste  gehabt  haben  muß,  die  bisher  zum
gioßen  Teil  geheim  gehalten  worden  sind  und
von  deren  Umfang  man  auch  nicht  annähernd
bisher  etwas  geahnt  hat.  (3.)
Die  russischen  Diebe.

VITB.  Kopenhagen,  10.  Jan.  Die  Petersburger
  Jeitung  „Rjetsch“  veröffentlicht  eine
[Mitteilung  über  einen  Runderlaß  des  russischen
Ministers  des  Innern  wegen  der  Behandlung
des  Eigentums  in  Rußland  verstorbener  Staatsangehöciger
  Deutschlands  und  Oesterreich-Ungarns.
  Danach  soll  solches  Eigentum  in  Rußland
  unter  dem  Schutz  der  gesetzlich  zuständigen
russischen  Behörden  verbleiben  und  nicht  an  die
Konsuln  oder  konsularischen  Agenten  anderer
Staaten  ausgehändigt  werden.  Die  Prooinzgouverneure
  sind  nicht  verpflichtet,  dem  Ministerium
  des  Aeußern  oder  den  Konsuln  einer

fremden  Mackt  von  dem  Ableben  eines  deut-4
  en  oder  österreichisch-ungarischen  Staatsangehérigen
  Kenntnis  zu  geben  oder  das  Ministerium
  des  Aeußern  mit  Urkunden  über  solche
Todesfälle  oder  mit  Einzelheiten  über  den  Nachlaß
  zu  bedienen.  —  Die  Russen  siehlen  also  die
deutschen  Güter.

Aus  Frankreich  ausgewiesene
Schweizer.

Zürich,  10.  Jan.  Wie  sehr  in  diesem  Kriege
jede  Nücscht  auch  auf  Neutrale  aufgehört  hat,
Geigt  die  Ausweisung  einer  ganzen  Anzahl
Schweizer  Bürger  aus  den  französischen  Kolonien,
  aus  Cochinchina  und  Tonkin,  den  Ländern,
die  jetzt  den  Japanern  als  Entgelt  für  eine
eventuelle  Hilfe  angeboten  werden  sollen.  Das
einzige  Verbrechen  dieser  Schweizer  ist,  daß  sie
in  Geschäften,  die  als  deutsch  gelten,  beteiligt
oder  angestellt  waren.  Welcher  Schaden  ihnen
daraus  erwächst,  daß  der  Millionenbesitz  dieser
Firmen  jetzt  als  herrenlos  von  den  französischen
Behörden  sequestriert  wurde,  kann  sich  jeden
denken.  Wie  verlautet,  hat  sich  die  Schweizer
Bundesbehörde  durch  ihren  Botschafter  an  die
französische  Regierung  in  dieser  Angelegenheit
gewandt.  (3.)

Das  Wettrennen  am  Vatikan.

RNo  10.  Jan.  Japan  wird  einen  außerordectlicsen
  Gesandten  zum  Vatikan  schicken,  der
dem  Papste  die  Glückwünsche  des  Mikados  zur
Thronbesteigung  überbringen  soll.  Es  wird  behauptet,
  daß  bieraus  sich  möglicherweise  ständige
  diplomatssche  Beziehungen  entwickeln  werden.
  (3.)

Englandund  Amerika.

WTB.  London,  9.  Jan.  Dem  Reuterbureau
  zufolge  ist  eine  sehr  sreundschaftih  und
offenherzig  (°)  gehaltene  vorläufige  Antwort
auf  die  amerikanische  Note  gestern  abgesandt
morden.  Der  Wortlaut  der  Antwort  ist  noch
nicht  bekannt.

Genf,  10.  Jan.  Der  „New-Vork-Herald“
meldet  ceinen  bevorstehenden  neuen  Einspruch
Amerikas  gegen  die  abweisende  Erledigung  der
amerikanischen  Forderungen  in  Sachen  der  Konterbandepolitik
  durch  England.  Mit  Rücksicht
auf  den  bevorstehenden  neuen  Schritt  des  Präsidenten
  Wilson  wurde  die  erwartete  Erorterung
der  wordameritantich  englichen  Streitigkeiten  im
Senat  vertagt.

 

—  im  Westen.

 

 

—..——

Die  Rriegslage.

WIB.  Großes  Hauptgquartier,  10.
Jan.,  vormittags.  Amtlich.

Westlicher  Kriegsschauplakt.

Das  schlechte  Wetter  hielt  auch  gestern  an;
die  Lys  ist  an  einzelnen  Stellen  bis  zur  Breite
von  800  Metern  aus  den  Ufern  getreten.

Feindliche  Versuche,  uns  aus  unseren  Stellungen
  in  den  Dünen  bei  Nieuport  zurückzudrängen,
  schlugen  fehl.

Nordöstlich  Soissons  wiederholten  die  Frangosen
  ihre  Angriffe,  die  gestern  sämtlich  unter
großen  Verlusten  für  sie  abgewiesen  wurden.
über  100  Gefangene  blieben  in  unserer  Hand.
Die  Kämpfe  dortselbst  sind  heute  wieder  im
Gange.

Westlich  und  östlich  Perthes  (nordöstlich  des
Lagers  von  Chalons)  griffen  die  Franzosen  erneut
  heftig  an.  Die  Angriffe  brachen  unter
sehr  schweren  Verlusten  für  die  Franzosen  zusammen;
  wir  machten  etwa  150  Gefangene.

In  den  Argonnen  gewannen  wir  weiter  Gelände;
  hier  wie  in  der  Gegend  von  Apremont
nördlich  Toul  dauern  die  Kämpfe  noch  an.

Am  8.  Januar  abends  versuchten  die  Franzosen
  erneut,  das  Dorf  Oberburnhaupt  im
Nachtangriff  zu  nehmen.  Der  Angriff  scheiterte
gänzlich.  Unsere  Truppen  machten  weitere  230
Franzosen  zu  Gefangenen  und  erbeuteten  ein
(Maschinengewehr,  so  daß  sich  die  Beute  von
Oberburnhaupt  auf  2  O  ffifere  und  420  Mann
Gefangene  und  ein  Maschinengewehr  erhöht.
Die  Franzosen  hatten  auch  hier  augenscheinlich
schwere  Verlusie.  Eine  große  Menge  von  Toten
und  Verwundeten  liegt  vor  der  Front  und  in
den  angrenzenden  Wäldern.

Gestern  fanden  nur  kleinere  Gefechte  im  Oberelsaß
  statt.  Gegen  Mitternacht  wiesen  unsere
Truppen  bei  Nieder-Aspach  einen  französischen
Angriff  ab.

 

 

 

Oestlicher  Kriegsschauplat.

Die  Witterung  hat  sich  noch  nicht  gebessert.
Auf  der  ganzen  Ostfront  blieb  die  Lage  unwerändert.
  Kleinere  russische  Vorstöße  südlich
Mlawa  wurden  abgewiesen.

Oberste  Heeresleitung.
□  ·  h

Bom  westlichen  Kriegsscharlat.

Die  französiscen  Verluste:
1200000  Mann.

[Zürich,  10.  Jan.  Der  größte  Teil  der
französischen  Presse  ist  gegen  die  Heeresleitung
wegen  der  Verlustlisten  aufgebracht,  da  man
jetzt  erst  erfuhr,  daß  in  den  Spitälern  498000
Verwundete  gepflegt  werden.  „Lyon  Republicain“
  sagt:  Man  weiß  jetzt,  daß  in  dieser
halben  Million  die  privat  gepflegten  Verwundeten
  nicht  inbegriffen  sind.  300000  Gefangene
haben  wir  nach  feindlichen  Berichten  verloren.
Wenn  wir  die  Zahl  der  Toten  mit  mindestens
300  000  angeben,  beklagt  Frankreich  heute  bereits
  1200  O00  Mann  an  Verlusten.  (3.)

Die  Kämpfe  an  der  Maas.

Amsterdam,  10.  Jan.  Die  „Times“  veröffentlichen
  den  Bericht  eines  ihrer  Korrespondenten,
  der  sich  hinter  den  Linien  der  Verbündeten
  aufhält.  Er  sagt:  Nirgends  sind  die
Angriffe  der  Deutschen  wuchtiger  gewesen  als
hier  an  den  Ufern  der  Maas.  Man  muß  die
Kampfesart  der  Deutschen  bewundern.  Sie  haben
  sich  der  eigenartigen  Kriegführung,  die  dieses
  schwierige  Terrain  verlangt,  mit  einer  Selbstverständlichleit
  angepaßt.  die  wir  nicht  von  ihnen
erwartet  haben.  Der  Korrespondent  warnt  davor,
  anzunehmen,  die  Deutschen  hätten  nicht  genügend
  Munition.  Die  Artillerie  könne  im
Walde  nicht  nach  Belieben  hin  und  her  geschoben
werden.  Außerhalb  des  Waldes  dauerten  die
Artillerieduelle  genau  so  fort  wie  früher.  Im

alde  aber  gewinnen  die  blanken  Waffen  die
Entscheidung.  (3.)

Deutsche  Flieger  über  Armentieres.
Kopenhagen,  10.  Jan.  Deutsche  Flieger
bombardierten  neuerlich  Armentieres,  wo  der
Bahnhof  und  die  Umgegend  schwer  litten.  Einige
Stunden  später  wurde  Armentieres  von  deutscher
Artillerie  beschossen;  auch  die  Forts  von  Bois
Boiru  wurden  von  deutschen  Fliegern  beschoflen.
  Ueber  Hazebrouk  ist  abermals  ein  deutscher
  Flieger  erschienen.  Er  schleuderte  drei  Bomben
  herunter,  die  jedoch  nur  Materialschaden
en  ge  4rotz  heftigen  Bombardements  und
sofort  ausgenommener  Verfolgung  durch  englische
  Flieger  gelang  es  der  Taube,  zu  entbommen.
  (3.)
Ein  gefallener  französischer
General.
WITB.  Bordeaux,  9.  Jan.  Der  General
der  Kolonial-  Insanterie  Raymond  ist  gefallen.
"r  #„

Der  Kampf  zur  Lee.

Die  Verluste  der  „Formidable“.
WTB.  London,  10.  Jan.  Die  von  der
Admiralität  veröffentlichte  Liste  der  mit  dem
Linienschiff  „Formidable“  untergegangenen  Seeleute
  enthält  über  500  Namen.
Die  Opfer  der  englischen  Seeminen.
W.TB  London,  10.  Jan.  Amtlich.  Seit  Ausbruch
  des  Krieges  sind  32  Fischdampfer  aus
Grimsby  verloren  gegangen.
Die  englische.  Herrschaft  zur  See.
Berlin,  10.  Jan.  Im  engl.  Oberhause
stellte  Crewe  die  geradezu  groteske  Behauptung
auf,  es  habe  noch  keinen  Seekrieg  gegeben,
in  dem  die  Ueberlegenheit  zur  See  mit  so
geringen  Kosten  gewonnen  worden  sei.  Wir
glauben  nicht,  daß  es  viele  Seekriege  gegeben
hat,  in  denen  sie  mit  so  hohen  Kosten  erfochten
  worden  ist.  Ein  Ueberdreadnought,  zwei
Dreadnoughts  und  sechs  Kreuzer  sind  zugrunde
  gegangen.  Nirgends  hat  sie  ihre  technische
und  militärische  Ueberlegenheit  beweisen  können.
  Der  Sieg  bei  den  Falklandinseln  sowie  die
Zerstörung  der  „Emden“  gelangen,  wie  Crewe
selbst  zugestehen  muß,  nur  mit  Hilfe  der  australischen,
  französischen  und  japanischen  Flotte.
Dabei  konnten  diese  Schiffe  nicht  einmal  alle
deutschen  Kreuzer  zerstören.

*  9
Iu  den  Koloulen.
Große  englische  Verluste  in  Ostafrika.


Berlin,  10.  Jan.  Die  „Berliner  Morgenrost“
  meldet  über  die  letzten  Kämpfe  in  Ostafrila:
  In  Tanga  wurden  8000  Engländer
und  Inder  gelandet,  die  von  den  Deutschen,  die
ganz  erheblich  in  der  Minderzahl  waren,  in  eine
Falle  gelockt  wurden  und  am  eriten  Tag  bereits
einen  Verlust  von  600  Toten  und  Verwundeten
hatten.  Am  nächsien  Tage  wurden  die  Engländer
  und  Inder  mit  einem  Verlust  von  3000
Mann  vollständig  geschlagen.  Unsere  Aerluste
waren  nur  sehr  gering.  (I.)  Eine  amtliche
Bestätigung  liegt  nicht  vor.

In  Kamerun.

Paris,  10.  Jan.  Der  Gouverneur  Westafrikas
  richtete  an  Doumergue  ein  Telegramm,
in  dem  es  heißt:  Die  Deutschen  griffen  Edea
in  Kamerun  an,  wurden  aber  zurüdhgeschlagen.
20  Europäer  (7)  und  54  eingeborene  Schützen
blieben  auf  dem  Kampfplatz.  Unsere  Verluste

 

Landesverrat.
Noman  von  E.  Ph.  Oppenhein.
Nachdruck  verboten.

alkültert  s  mit  zuckenden

1  sar
Sch  laun  nicht  ürcht  e  mich  vor

VLtiopen,  „ich  kann
ihm  —  o,  wie  ich  ich  für  r
ber  wie  können  Sie  ker  sürchten!  —  Er
tit  ein  Soldat  —  und  er  liebt  die  starken
Worte  —  ja.  Er  ist  auch  nicht  redselig  und  zu.-ganglich
  wie  8  Menschen,  aber  —  aber
Sic  dürfen  nicht  vergessen,  daß  er  der  Mann
ist.  dem  Hie  fürs  Leben  angehören  werden.
#muß  Vertrauen  zwischen  Ihnen  sein  und
—  und  ig  weiß,  dah  er  Ihnen  vertraut."“

Sie  lehnte  sich  ein  wenig  vor.  Ihr  Gesicht
leuchtete  weiß  aus  dem  Dammerlicht,  ihr  Haar
halte  sich  ein  wenig  gelöst,  znd,  beine  seiden
weiche  Locke  fiel  über  die  weiße  Stirn.

„Ich  fürchte  mich  vor  ihm,“  sgrze
sie  und  erbebte.  „Ich  fürchte  ihn

habe  ihm  versprochen,  ihn  z  beiaten
mir  niemand  —  niemand  n?“

Sie  schlug  die  Hände  bere  ds  Gesicht,  und
tic:  senkte  sich  ihr  Köpfchen  herab.  Ein  Schluchzen
schi  ktelte  ihre  Schultern.  Und  dann  —  dann
sereiktke  #sie  mit  einer  zitternden,  scheuen  Bemequng
  die  Hand  aus.  Sie  sah  nicht  auf,  sie
hob  den  Kopf  nicht  —  aber  die  furchtsome
kleine  Hand  war  da  und  suchte  die  meine.  Ich
sank  neben  dem  Seffel  in  die  Knie,  und  fest
hielt  8.  die  zuckenden  Finger.

—  liebe  Lydia,“  Hlüsterte  ich,  „Sie
düricnt  —  -ürsen  so  nicht  denken!  Der  Oberft
ist  nicht  gewohnt,  mit  Frauen  umzugehen,  und
Sie  snd  jung  so  jung!  Aber  "l  liebt  Sle

rnsh

 

—  ich-  weiß,  daß  er  Sie  liebt!

—  ich  will  nicht,  daß  er  mich  liebt.“
Kaum  hörbar  klang  es  durch  ihr  Schluchzen.
„Ich  weiß,  daß  ich  töricht  und  kindisch  b
aber  ich  kann  es  doch  nicht  ändern,  dan  ich
mich  vor  ihm  fürchte.

Ich  schwieg.  Se  übermächtig  war  meine

rregung,  daß  ich  nicht  mehr  zu  sprechen  kt
gest  hielt'  die  leine  Hand  meine  Rechte.  Lydia
hatte  sich  in  eine  Ecke  des  Sessels  gaerhinbdio
das  Gesicht  verborgen,  und  sie  weinte  noch
#immer  leise.  Es  war  so  still  um  uns  her,  kein
Laut  kam  von  außen  zu  uns  herein.  Es  war,
als  wären  wir  allein  in  einem  unendlich  weiten
Raum,  allein  mit  unserem  Leid  und  unseren
Qualen.  Und  diese  Stille,  die  ausgefüllt  schien
von  dem  verzweifelten  Weinen  des  geliebten
Mädchens,  wurde  mir  unerträglich.

„Oberst  Sutzko,  flüsterte  ich,  güst  mich  zu
seinem  Vertrauten  gemacht.  Er  hat  mir  seine
Lebensgeschichte  erzählt.  Er  hat  mir  erzählt.
wie  einsam  und  unglücklich  er  war,  und  wie
er  Sie  liebt.  Lobis  —  was  soll  ich  sagen  7  —
Was  soll  ich  tun?

Ich  verlor  meine  Selbstbeherrschung.  So
innig  schmiegten  sich  lie  Finger  in  meine  Hand,
und  4  nah  war  sie  a

ch  bin  so  clend.l  Wn  sie.
Und  dann  —  dann  lag  ihr  Arm  um  meinen
Nagen.  und  eihr  ceiche  chmieate  sch  an  dos
meine.  Ich  weiß  nichi  mehr,  wie  geschah

urd  8  es  geschehen  e  —  obes  6  hlelt
sie  in  meinen  Armen,  sie  ruhte  an  meiner
Brust,  und  unsere  Lip#en  fanden  sich  zu  heißem
Kuß.  Ich  streichelte  ihre  Haare,  ich  hielt  sie
43  und  küßte  sie  —*  und  wieber-  Galnnd  durge
licke  tauchten  in  die  sie  lächelte  so
alülcklich,  mie  ich  se  nt  wi  44%h  Loese

 

und  in  schrankenloser  6ind  bung  erwiderte  sie
meine  Küsse.  Dann  barg  sie  ihren  Kopf  an
meiner  Schulter.  Einen  Augenblick  später  trat
der  .-  Joan  Sutzko  ins  Zimmer
erhob  nicht  sogleich  den  Noy  obwohl
lie  h  *  von  sich  schob,  als  sie  das  Geräusch
deöffneten  Tür  vernahm.  Ich  aber  wurde
lemer  solort  anuchtig.  Hoch  ausgerichtet,  finster
und  gewaltig  stand  er  im  Rahmen  der  Tür,
e  sich  von  der  Stelle  zu  rühren.  Das
Schicksal  spielte  seltsam  mit  uns;  zum  zweiten
Male  an  diesem  Tage  begegneten  sih  im  unglücklichsten
  Augenblic  unsere  Wege.  Er  sprach  kein
auch  ich  verharrte  in  Schweigen.
Die  Zzun  54  Lydia  zu  befremden,  deun  jetzt
endliche  bob  sie  den  Kopf,  und  ihr  Blick  suchte
e  n  an  der  Tür.  Da  aber  brach  ein  Aufschrei
  deur  Erschreckens  *  Ibren  Lippen.
„Joanl  —  Du  biste
Langsam  hob  er  die  hena  und  ließ  die
Lampen  des  elektrischen  Lichtes  aufflammen.
Ehern  und  unbeweglich  wie  die  einer  Statue
waren  seine  Züge,  und  es  war  eine  erbarmungs-.
lose  Härte  in  dem  Blick,  mit  dem  er  uns  ansah.
  Er  antwortete  Lodia  nicht,  und  mir  allein
wandte  er  si

d  4#
s  waren  die  ——  Emg.

ßn  dungen,  die  mich  b  n;  aber  ich  welß,
aß  mir  die  fast  rrin  Säiittetemichun
dieses  Waes  Bewunderung  abnötigt

„Jum  zwelten  Male  an  diesem  4%  finde
ich  Sie  bei  heinem  schmachvollen  Verrat,“  sagte
er,  und  seine  Stimme  klang  so  kalt  *  eisern
bie  wie  3  Aleine  Miene  war.  „,  welten

aucht  —  darf  ich  2.  bllten,

Ma  Aa  8  l  ss

s  iis  undtellteslchaniiietne
Seite,  an  a0  sie  mich  schüten.  Sle  war

totenbleich,  und  Ainaufdallam  rannen  die  Tränen
aus  aber  sie  hielt  den  Kopf  jetzt
frei  Idoben,  *ä°  sie  wich  Sutzkos  Blicken
nicht  a

4  sagte  sie,  „es  ilt  meine  Schuld
Ich  bitte  dich  nicht  um  Verzeihung.  Ich  habe
unrecht  gehandelt,  aber  ich  war  so  elend  —  und
ich  vergaß  mc,  Herr  uz#n  nnst  keine  Verantwortung
  —  ich  allein  bin  schuldig.“
M1  Nicht  ein  3L  veränderte  sich  in  seinem

ntli
Hie  Situation  war  unzweideutig  genug,
Durchlaucht,  um  alle  Erklärungen  und  Rechtsertigungen
  überstissig  zu  machen.  Sie  würden
mich  zu  Dank  verpflichten.  wenn,  Sie  die  Güte
hoten  uns  gett  allein  zu  lassen.
h  wollte  sprechen;  aber  eine  Bewegung
der  Prinzessin  gebot  mir  zu  Achweig  en.
„Sie  scheinen  zu  verge  sahe  sie  stolz,
daß  i  mich  hier  in  Fmhee  Patenl  Hause  befinde,
  und  daß  ich  nicht  gewöhnt  bin,  hier  von
einem  anderen  ols  von  meinem  Vater  Besehle
zu  empfangen.  Ich  bin  nicht  gesonnen,  Sie  in
Mrer  Legenwriigen.  Stimmung  mit  Herrn
azet  alleln  zu  lassen
»  er  Ob  erst  lachelte  ironisch.

0  rchten  Sie  etwa  sür  das  Leben  Ihres
Gellebten  7  fragte  Nun,  ich  verspreche
Ihnen,.  deß.  es  mir  heilig  lein  soll.“

Ich  fühlte  mich  unfähig,  diesen  Spott,  d
die  ganze  ur  seiner  Verachtung  olenbarg
schwesgen,  zu  ertragen
urchlaucht.“  sagte  ich,  „auch  ich  bitte  Sie
von  ganzem,  5  lassen  Sie  mich  mit  dem

Obersten  a
znsn  solgt.)

—  1