Full text : Rosenheimer Anzeiger. 61. Jahrngang (61)

luner  *½ê#

Rosenheim.er  Añzeiger

Dienstag,  12.  Jannar  1916

 

ind  gering.  (3.)  —  Daß  die  Schutztruppe
egen  Edea  zum  An  schritt,  zeugt  für  die
versichtliche  und  kampfesfrohe  Stimmung,  die
i  umeren  Kamerunern  herrscht.  Daran  vermögen
  auch  solche  Siegesberichte  der  Gegner
icts  zu  ändern.

I

  
   
   
 
   
 
  
 
  
  
   
  
   
   
 
 
 
   

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Hinweis-Umschwu-Eine
  Entscheidungsschlacht  vor
Warschaus
Kopenhagen,  10.  Jan.  Die  Russen  plaen
  einen  Hauptstoß  in  der  Gegend  pon  Wardau.
  Dies  geht  u.  a.  aus  einem  Odessaer
latte  hervor,  in  welchem  der  militärische  Mitrbeiter
  die  Lage  um  Warschau  kommentiert

en  dort  ganz  außerordentliche  Truppenzusamensiehungen
  statt,  namentlich  aus  den  in  den

chliehen,  daß  man  es  nach  dem  letzten  Rüchzug
er  Verbündeten  nicht  füt  möglich  gehalten
ätie,  daß  Warschau  neuerdings  zum  Mittelunlt
  schwerwiegender  kriegerischer  Aktionen
ürde,  die  vielleicht  sogar  einen  ganzen  Abschnitt
es  Krieges  entscheiden  könnten.  (Z.)  —  Kraauer
  Blätter  bestäligen  dies  und  melden  aus
:  Immerfort  sind  neue  Truppenabteiungen
  auf  dem  Marsche  nach  der  Front.  Mehere
  Reservedivisionen  aus  Taschkent  und  Südibirien
  sind  eingetroffen  und  weiter  südlich
ezogen.
ritische  Lage  der  Russen  in  Polen.
Genf,  10.  Jan.  Die  „Tidende“  meldet  aus
tersburg:  Der  Offensiostoß  der  Deutschen
Füdlich  der  Pilica  gegen  Kielce  hat  die  russische
6Leitung  derart  überrascht,  daß  eine  abermalige
Fwpollständige  Neugruppierung  der  Kräfte  der
NFussen  notwendig  geworden  und  die  abermalige
Rückkonzentrierung  des  Hauptheeres  der  Russen
micht  ausgeschlossen  ist.  (J.)

aben  Mem.  Meuschwiner.

Die  Kriegslage.

WVTB.  Wien,  10.  Jan.  Amtlich  wird  ver-Jautbart:
  In  Westgalizien,  wo  sich  die  Gegner
umeist  bis  auf  die  nächsten  Distanzen  gegenü-„Tberstchen,
  wurde  gestern  ein  Nachtangriff  des
Feindes  auf  die  Höhen  nördlich  Zakliezyn  ab-Spewiesen.
  Nördlich  der  Weichsel  dauert  der  Ge-„Ichütztompf
  an.  Die  Kirche  einer  größeren  Ort-„'schaft
  in  Russisch-Polen  mußte  gestern  in
#rau#  geschossen  werden,  da  die  Russen  auf

  
 
 
 
 
  
   
  
  
   
   

  

atten.  In  der  südlichen  Bukowina  und  in
i  Karpathen  fanden  nur  Plänkeleien  slatt.
WTB.  Wien,  10.  Jan.  Amtlich  wird  verautbart:
  Die  allgemeine  Lage  hat  sich  nicht
Südlich  der  Weichsel  beschossen  die
ussen  gestern  unsere  Stellungen  ohne  jeden
rfolg.  Sie  richteten  ihr  Feuer  namentlich  geie
  von  uns  besetzte  Höhe  nordöstlich
.Nördlich  der  Weichsel  fand  stelleneise
  heftiger  Geschützkampf  statt.  Ein  Versuch
es  Gegnets  mit  schwächeren  Kräften  die  Nida
u  palsieren,  mißlang.  In  den  Karpathen
herrscht  Ruhe.  Zwei  Aufklärungsdetachements
des  Feindes,  die  sich  in  der  Bukowina  zu  nahe
an  unsere  Vorpostenlinie  herangewagt  hatten,
wurden  durch  Artillerie=  und  Maschinengewehrfeuer
  zersprengt.  Auf  dem  östlichen  Kriegsschauplatz
  sand  ein  kurzer  Geschützkampf  bei  den
öltlich  Trebinje  bis  an  die  Grenze  vorgeschobenen
  eigenen  Stellungen  stat.

5

Die  Russen  vor  Przemysk.

WIE.  Budapest,  10.  Jan.  Der  Kriegs-Berichterstatter
  des  „Az  Elt“,  Franz  Molnar,
berichtet  aus  dem  Hauptquartier:  Hier  wird  die
Beodachtung  gemacht,  daß  die  Zahl  der  rus.
sischen  Soldaten  immer  größer  wird,  welche  durch
die  Maschinengewehre  ihrer  eigenen  Truppen
fallen  oder  auf  höheren  Befehl  gefesselt  von
dem  Kriegsschouplatz  in  das  Innere  Rußlands
verschict  werden.  Der  bemerkenswerteste  Fall
ereignete  sich  vor  Przemysl.  Die  russischen  Sol.
daten  stehen  noch  immer  unter  dem  Eindruck,
daß  bei  der  ersten  Belagerung  viele  Tausende
  bei  dem  Sturm  auf  Przemysl  den  Tod
sanden.  Gefangene  Russen  erklärten,  daß  unter
  den  Russen  die  überspanntesten  Gerüchte
von  der  Wirkung  der  30-Zentimeter-Mörser
und  den  um  Przemysl  gelegten  Minen  verbreitet
  werden.  In  der  Belagerungsarmee  wird  das
Gerücht  verbreitet,  daß  die  Sokdaten,  die  zum
Sturm  kommandiert  werden,  dem  sicheren  Tod
entgegengehen.  So  konnte  es  geschehen,  daß
ganze  Truppenmassen  füngst  den  Gehorsam  verwelgerten,
  so  daßh  sie  auf  besonderen  Militärgü-#
  nach  Lemberg  transportiert  werden  mußen.


 

Falschmelbung  Aber  Belgrab.
Budapest,  10.  Jan.  Wie  es  heißt,  entsprechen
  die  Meldungen  mehrerer  Blätter  von
einem  neuerlichen  Bombardement  oder  von  der
Erstürmung  Belgrads  nicht  den  Tatsachen.  (3.)

□  2  2
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Die  Batlanstanten.
Rumäniemn.  «

Wien,  10.  Jan.  Mit  dem  Vordringen  de
Ruffen  in  der  Bulowina  wird  das  rumänische
Problem  immer  interessanter.  Die  Russophilen
  in  Bukarest  haben  zwar  zu  Beginn  des
Krieges  verstanden,  die  urteilslose  Masse  des
rumänischen  Volkes  für  Rußland  und  gegen
Oesterreich-Ungarn  einzunehmen,  aber  bei  der
Regierung  fanden  sie  keine  Gegenliebe.  Auch
die  in  Ungarn  ansässigen  Rumänen  blieben
habsburgisch  gesinnt.  Die  militärische  Ueberlegenheit
  der  Nussen  in  der  Bukowina  bringt
aber  eine  Verschiebung  in  diese  Zusammenhänge.
  Denn  die  dort  ansässigen  Rumänen
suchen  jetzt  Schutz  bei  ihrem  Mutterlande.  Wie
man  erfährt,  beträgt  die  Zahl  der  aus  der
Bukowina  vor  der  russischen  Schreckensherrschaft
  nach  Rumänien  gestüchteten  Oesterreicher
über  30  000.  Täglich  kommen  weitere  verzweifelte
  Flüchtlinge  über  die  rumänische  Grenze.
Es  ist  ein  besonderer  Dienst  an  der  rumänischen
  Grenze  eingerichtet  worden.  Rumänien
kann  nicht  tatenlos  dem  Vormarsch  des  Moskowiter
  in  der  Bukowina  gegenüberstehen.  Daher
  begegnet  eine  Meldung  r  Mailänder
„Unione“  aus  Bukarest  besonderer  Beachtung.
Sie  lautet:  Rumänien  ist  bereit,  an  dem  Kriege
teitzunehmen.  Die  Regierung  hat  durch  Rundschreiben
  die  Unterstützung  der  in  das  Feld
rückenden  Mannschaften  und  ihrer  Hinterbliebenen
  organisiert.  In  dem  Rundschreiben,  das
von  einem  Teil  der  Zeitungen  veröffentlicht
wird,  heißt  es:  „Bedeutende  Summen  sind  für
das  große  Hilfswerk  notwendig,  denn  es  ist
möglich,  daß  Rumänien  am  Kriege  teilzunehmen
  gezwungen  sein  wird.“  Daß  Rumänien
in  diesem  Falle  nicht  auf  die  Seite  des  stärkeren
  Rußland  treten  kann,  von  dem  es  dann
später  nur  um  den  Gewinn  seines  Einsatzes
gebracht  werden  könnte,  bedarf  nicht  des  Beweises.
  Wir  haben  guten  Grund,  der  Entwicklung
  der  Dinge  mit  Ruhe  entgegenzusehen.  Bezeichnend
  ist  auch,  daß  von  Paris  und  London
aus  alle  möglichen  Falschmeldungen  über  Rumänien
  in  die  Welt  gesetzt  werden.

In  Albanien.

Athen,  10.  Jamar.  Eine  Meldung  der
„Agence  Havas"“  besagt:  Essad  Pascha  ist  an
der  Spitze  beträchtlicher  Streitkräfte  wieder  in
Durazzo  eingetroffen.  Die  Rebellen  halten  noch
immer  die  die  Stadt  beherrschenden  Höhen  besest.
  (3)  *¾*i½•

Die  Türsei  un  Welstrieg.

Der  Aufsland  in  Aegypten.

Rom,  10.  Jan.  Ein  aus  Aegypten  cingetroffener
  Kenner  des  Landes,  in  dem  er  seit  20
Jahren  lebt,  schildert  die  Lage  als  für  England
  gefährlich.  Das  Volk  ist  entschlossen,  den
ersten  Anlaß  zu  benutzen,  um  die  englische  Herrschaft
  abzuschütteln.  Der  neue  Sultan  ist  ge-Daßt.
  Das  Heer  ist  von  den  Offizieren  bis
zu  den  Gemeinen  antienglisch  und  bereit,  zu  den
Türken  überzugehen;  auch  die  Beduinenstämme
sind  für  die  türkische  Sache,  ebenso  die  Senussi,
die  sich  jetzt  neutral  erklärten,  nur  um  Wafsen,
  Munition  und  Proviant  von  den  Engländern
  zu  erhalten.  England  wird  trotz  aller
Energie  die  Tragödie  eines  ägyptischen  Aufstandes
  nicht  vermeiden  können.  Die  Eingeborenen
  warten  den  Wink  der  Türkei  für  die  allgemeine
  Erhebung  ab.  Im  März  werde  der
Khedioe  Abbas  Hilmi  mit  einem  regulären  Heer
von  Araber=  und  Beduinenstämmen  am  Kanal
sein,  worauf  die  allgemeine  Revolution  ausbrechen
  werde.  In  Aegypten  wurde  die  Erhebung
  sicher  schon  seit  Jahren  vorbereitet.  Auch
der  Groß-Senussi  wartet  auf  das  gleiche  Zeichen.
  Die  Revolution  in  Aegypten  sei  von  England
  nicht  aufzuhalten  und  werde  die  größten
Folgen  für  England  heraufbeschwören.  (3.)

III

Ilallen

Die  italienischen  Finanzen.
Rom.,  9.  Jan.  Das  erste  Semester  des  laufenden
  Budgeljahres  ergibt  bereits  eine  Fehleinnahme
  von  83000  000,  ausschl.  des  Rückanges
  des  Getreidezolles  um  29  Mill.  Die
HPueraagenge  sind  durch  den  Stillstand  der
Geschäfte  infolge  des  Krieges  verursacht.  (3.)

Die  d  auerischen  Berlusilsten.

Verlustliste  Nr.  135.

20.  Inf.-Rgt.  Lindau:  Unteroff.  d.  2.  Eg.
Weber  aus  Mühldorf,  leicht  verwundet;  Inf.
Gg.  Bauer  aus  Mühldorf,  schwer  verwundet.

Res.-Inf.-  Rgt.  Nr.  12:  Unteroff.  Gg.  Ametsbichler
  aus  Rott  a.  J.,  gefallen;  Inf.  Lorenz
Bernwieser  aus  Münsing,  gesallen:  Gefr.
Thom.  Breitsamer  aus  Pöttmes,  leicht  verwundet;
  Inf.  Ferd.  Strobl  aus  Münksing,
chwer  perwundet;  Inf.  Jol.  Kronschnabl  aus

 

 

Hperbachern,  schwer  verwundet;  Inf.  Ign.
Hirchmoier  aus  Peiting,  leicht  verwundet;

ehrmann  Barth.  Thaler  aus  Kirchberg,  leicht
werwundet;  Unteroff.  Joh.  Bapt.  Stranzl  aus
Höhenrain,  schwer  verwundet;  k  Eg.  Kisl
aus  Großhöhenrain,  gefallen;  Inf.  Alois  Mül
ler  11  aus  Kienberg,  gefallen;  Inf.  Math
Orthofer  aus  Münsing,  gefallen;  Inf.  Mich
Maier  aus  Kolbing,  schwer  verwundet,  gestor
ben;  Inf.  Alois  Esterbauer  aus  Seeon,  verwundet;
  Inf.  Anton  Gschößl  aus  Mailing,  verwundet;
  Res.  Blasius  Eichmayer  aus  Miesbach,
gefallen;  Res.  Jos.  Wagner  aus  Birkenstein,
gefallen;  Ers.  Res.  Karl  Strohmaier  aus  Un
tersiegsdorf,  gefallen;  Wehrmann  Hubert  Frimmer
  aus  Oberhaching,  schwer  verwundet;  Inf.
Thom.  Riesch  aus  Huglfing,  schwer  verwundet.

Res.-Inf.-Reg.  Nr.  17:  Wehrmann  Ludwig
Kellner  aus  Hohenlinden,  schwer  verwundet;
Ers.-Res.  Mich.  Maurer  aus  Thalreit,  leicht
verwundet;  Wehrmann  Joh.  Egger  aus  Ruh
polding,  leicht  verwundet;  Ers.-Res.  Math.  Güll- 



huber  aus  Isen,  vermißt;  Wehrmann  Paul
Köpl  aus  Miesbach,  vermißt.  .
Res.-Fuß-Art.-Rgt.  Nr.  1:  Obergefr.  Jos.
Abemeier  aus  Hart,  gefallen;  Obergefr.  Alois=Leitner
  aus  Aigen,  gefallen.  s
2.  Pion.-Bat.  Speyer:  Pionier  Jos.  Stück
ler  aus  Hausham,  gefallen;  Pionier  Ant.  Empel
  aus  Au,  gefallen;  Gefreiter  Engelbert
Gschwendtner  aus  Traunstein,  schwer  verwundet:
Pionier  Gg.  Schilcher  aus  Peiting,  schwer  verw.

KRänchener  Neuiokteilen.

münchen.  10.  Jan.  Die  Bezirksgerichtsfunktionärswitwe
  Frau  Kordula  Burger,  Westermühlstraße
  9/Jr.,  vollendet  morgen  Montag
  ihr  105.  Lebensjahr.  Die  Greisin  ist  verhältnismäßig
  bei  guter  Gesundbeit,  doch  recht
schwach,  so  daß  sie  von  ihren  beiden  Töchtern,
die  auch  schon  75  und  62  Jahre  alt  sind,  ständig
  gepflegt  werden  muß.

Bawerische  Macrichten.

Regensburg,  10.  Jan.  Unter  dem  Verdacht,
  den  Bauern  Rieger  von  Niedergebraching
ermordet  und  beraubt  zu  haben,  ist  der  Knecht
des  Ermordeten,  Philipp  Kiendl  aus  Graß
fing,  verhaftet  worden.  Der  Verhaftete  leugnet
  zwar,  kann  aber  keine  Auskunft  darüber
geben,  wo  er  sich  während  der  Zeit  der  Tat
aufgehalten  hat.  Andere  Verdachtsmomente
bestärken  die  Vermutung,  daß  er  der  Täter  ist.

Würzburg,  10.  Jan.  Gestern  früh  hat  hier
der  à47  jährige  Zahlmeister  der  2.  Trainabtei-=lung
  Otto  Seybald,  während  seine  Frau  in
der  Küche  arbeitete,  seinen  15  jährigen  Sohn
und  dann  sich  selbst  erschossen.  Als  Grund  vermutet
  man  ein  Nervenleiden.

des  ÖSberians.

Uußdorf,  10.  Jan.  Tiefe  Trauer  ise  heute
unerwartet  in  die  Familic  des  Herrn  Bäckermeisters
  Gallus  Huber  eingekehrt.  Infolge
eines  Schlaganfalles  ist  Frau  Marice  Huber  im
41.  Lebensjahre  aus  dieser  Zeitlich  keit  geschieden.
  Mit  dem  schwer  betroffenen  Gatten  trauern
  13  unmündige  Kinder  an  der  Bahre  der
Verewigten.  Allgemeine  Teilnahme  wendet  sich
ihnen  zu.

Secon,  10.  Jon.  In  Secon  brannte  das
Anwesen  des  Getreidehändlers  Frz.  Huber  fast
vollständig  nieder.  Vieh  und  Mobiliar  wurden
  gerettet.  Viel  Heu,  Stroh  und  Hok  ist
verbrannt.  Es  isr  Brandstiftung  anzunchmen.

Mühldorf,  10.  Jan.  Herr  J.  Obermaier,

Möbelgeschäftsinhaber  dahier,  bekam  von  seinem
Sohne  Georg  die  Mitteilung,  daß  er  in  russische
Gefangenschaft  geraten  ist.  Auf  einer  Postkarte
teilt  Obermajer  jr.  mit,  daß  sich  der  Gefangenenzug
  auf  dem  Weg  von  Warschau  nach  Petersburg
  befindet,  wofür  vier  Tage  angesetzt  sind.
Die  Verpflegung  sei  gut.
Traunstein,  10.  Jan.  Auf  der  Strecke
Traunstein-Waging  wurden  gestern  drei  Stück
Jungrind  vom  Zug  überfahren  und  getötet.
Die  Rinder  waren  aus  den  Stallungen  des
nahegelegenen  Gutes  Gessenberg  ausgekommen.
Die  Lokomotive  wurde  gering  beschädigt,  der
Zug  erlitt  45  Minuten  Verspätung.

 

—

 

 

 

Rosenheim,  11.  Jan.

Auf  dem  Felde  der  Ehre  gefallen:
Joseph  Steinmaßl  aus  Traunstein,  früher  beim
K.  Flußbauamt  Traunstein;  Jakob  Stadler,
Hausbesitzer  und  Maurer  aus  Barmbichl  bei
Traunstein.

Das  Eiserne  Kreuz.  Mit  dem  Eisernen
Kreuz  wurden  ferner  ausgezeichnet:  Georg
Fraunhofer  aus  Mühldorf,  Maschinist  in  der
Geigerschen  Möbelfabrik  daselbst,  Soldat  im
Landwehr-  Inf.-Reg.  Nr.  87,  verwundet  im  Lazarett
  zu  Essen;  Laver  Leberle,  Sohn  des  pensionierten
  Hauptlehrers  Leberle  in  Grafing.

Ordensverleihungen.  Der  Militär--verdienstorden
  4.  Kl.  mit  Schwertern  ist  den
Oberleutnanten  Ludwig  Büttner  der  Landw.=Inf.
  1.  Aufg.  (Rosenheim)  und  Friedr.  Ritter
und  Edlen  von  Arthalb  (Rosenheim)  verliehen
worden.  4

Oberbayerischer  Schuldienst.  Versetzt
  die  Hilfslehrerin  Katharina  Reindl  in  Niedertaufkirchen,
  BA.  Mühldorf,  ab  1.  Jannar

 

noch  Lohüirchen,  B##.  Mühcdott.

Eefunden.  Ein  Geldbetrag  und  eine  Uhr
wurden  gefunden;  abzuholen  im  magistratischen

Gesch  immer  Nr.  2.
Wusgeme  hat  sich  über  den

Sonntag
recht  unwirsch  angelassen.  Zeitweise  herrüchte
heftiger  Schneesturm.  Ueber  Nacht  ist  star

erer  Frost  eingetreten.  Heute  schneite  es  wieder.

Kucchuche  Nachrichten.

Dasgroße  Kriegstriduum.  In  ihrem
zemeinsamen  Weihnachts  Hirtenbrief  haben  die
Rischöfe  des  ganzen  Deutschen  Reiches  zur  Buße
ind  Sühne  aufgerufen.  Diesem  Rufe  folgend,
aben  sich  in  den  letzten  drei  Tagen  der  ver
ungenen  Woche  auch  die  Katholiken  Rosen
zims  in  ihrem  Gotteshause  versammell,  um
labendlick  den  Worten  der  Prediger  zu  lau
nen.  Eindringlich  sprachen  sie  von  dem  schred
chen  Krig,  von  demütiger  Bußgesinnung  gegen
Lott,  von  der  Schuld  unseres  Volkes,  seiner
teue  und  seiner  Umkehr.  Daß  die  Worte  und
Mahnungen  der  Priesier  nicht  umsonst  waren,
avon  zeugten  die  vielen,  welche  in  den  letzten
TLagen  die  Beichtstühle  umlagerten  und  die  hei
gen  Sakramente  empfingen.  Besonders  erheeind
  gestalteten  sich  die  verschiedenen  General
:ommunionen,  die  sich  einer  überaus  großen
eteiligung  erfreuten,  von  jung  und  alt.  von-Männern
  und  Frauen.  Auf  die  Sühnetat  folgt:
er  Weiheakt.  Eingedenk  dessen,  daß  Pa##
o  XlIII.  am  11.  Juni  1339  die  ganze  Wer
in  heiligsten  Herzen  Jesu  geweiht  hai,  mahn
euu  die  deutschen  Oberhirten:  „Wir  wollen
im  Beginne  des  Jahres  1512  unere  Herzen.=insere
  Familien,  unsere  (Hemeinden  und  8  #
'sen  aufs  neue  dem  Heiligsten  Herzen  He#
-eihen.  Der  Ernst  und  die  Not  der  Zein  drang#
lius  dazu.“  Dieser  Heilsalt  folgte  denn  aun
zm  Sonntag.  Früh  morgens  wurde  das  Aller
eiligste  ausgesetzt.  Die  feierliche  Weile  selb
urde  nachmittags  nach  vorhergegangener  Pre
eigt,  Litanei  und  Prozeision  mit  dem  Aller
zeiligsten  vorgenommen.  Auck  hier  war  die  An
teilnahme  der  Gläubigen  überaus  groß.  bei
denen  der  Weiheakt  einen  nachhaltigen,  hehren
Eindruck  hinterließ.

Der  Weltkrieg.

Die  riegslage.

VWTB.  Großes  Hauptquartier,  den
11.  Januar,  vormittags.  Amtlich.

In  der  Gegend  von  Nieuport.  Vpern  und  iur
lich  fanden  nur  Artilleriekämpfe  statt.  SEin
französiscker  Angriff  bei  La  Boiselle  nordfhär
Albert  scheiterte  ganzlich.

Nördlich  Soissons  griffen  die  Franzosen,  die
sick  in  einem  kleinen  Stuck  unserer  vordere:
Gräben  festgesetzt  hatten,  erneut  an,  erzielten
aber  bisher  keinen  Erfolg.  Die  Kämose  dauern
noch  an.  Zn  der  Gegend  von  Soupir  fanden::
den  letzten  Tagen  keine  Kampfe  statt.

Oestlich  Perthes  nahmen  uniere  Trupn#end
ihnen  entrissene  Grabenstück  zurück;  die  Fran
osen  hatten  sckwere  Verlune.

In  den  Argonnen  schritien  urier:  Augriift
weiter  fort.  Im  Oberelsaß  herrichte  i#  a#l#
gemeinen  Ruhe.

Die  Lage  in  Ostpreußen  und  Nordpolen
unverändert.  Infolge  der  ungunnigen  Win:
rung  kommen  auch  unsere  Angriffe  in  Polen
westlich  der  Weichsel  nur  langsam  vorwär::.
Deutscke  Flieger  uber  Dunki

Dünlirchen,  11.  Jan.  Nach  einer  Sabvzmeldung
  überflogen  am  Sonntag
deutsche  Flieger  Dunkirchen  und  die  benachbrie?:

rte.  Sie  warfen  insgesamt  30  Bomben  ab.
Da  alles  in  die  Keller  fluchtele,  sind  Menichen
leben  nicht  zu  Schaden  gelommen.  (J.=Das

  französische  Hauptauarieer.

  
    

 

 

*—*ie

Inehrite

Zürick,  11.  Jan.  General  Joifte  hat  sein
Standquartier  nickt  weit  von  dem  Sceinirmu:
des  smmpfen  Winkels  gewahlt,  den  die  Linien
der  deutschen  Armeen  in  Frankreich  bezeichnen.
Von  hier  aus  kann  er  gleichzeitig  den  Norden
und  den  Osten  überwachen  und  den  Angrirt.
punkt  für  einen  Durchbruch  wahlen.  (Z.

Französische  Heve.

Stockholm,  11.  Jan.  Der  Pariter  Kor
respondent  des  „Stockholms  Dagblad'’  be#t
hervor,  daß  die  Flugblattverleilung  de:  fran
kösischen  Greuelkommission  unerhöre  Wirlun
gen  auf  die  fran  ösische  Volks  fimmung  aus
üben  müsse.  Da  diese  amtlich  herausgegebenen
Geschichten  von  deutschen  Greueltaten  auch  an
die  Truppen  verteilt  werden,  werde  der  Krien
ein  Unversöhnlicheres  und  blutigeres  Gepräge
erhalten.  Gleichzeitig  habe  die  franzoi#sche  Re
gierung  das  Fraternisieren  mit  den  feindlichen
Schützengräben  aus  Furcht  vor  eintretender  De
moralisation  der  Truppen  durchk  strenge  Maß
regeln  verboten.  (3.)

Frankreicks  letzte  Hilfe.

Paris,  11.  Jon.  Wie  der  „Temps“  mit
teilt,  ist  die  Einberufung  der  Jahresklasse  1917
bereite  in  Erwägung  gezegen,  ein  endgültiger

Emchluß  aber  noch  nicht  gefabzt.  (J)