Nummer 82
ResenLelmen Autelaen.
Freitag, 9. April 19013
Allgemeines vom sitleg.
Der Reisegeneral.
Rom, 7. April. General Pau wird auf der
Rückreise von Rußland morgen in Nom erwartet,
wo er sich einige Tage aufhalten wird.
Englands Schwierigkeiten im Ersatz
des Kriegsmaterials.
Berlin, 7. April. Ein Verichterstatter der
„Tribuna“ in London. der im allgemeinen noch
englischer ist als die Engländer selbst, schreibt
nicht ohne Unruhe von den Schwierigkeiten,
die der Ersatz des in ganz unerwarteten Mengen
verbrauchten Kriegsmaterials bereitet. Als
Kitchener im Oberhaus lebtafte Besorgnis darüber
außerte, wurde dies in der Londoner Presse
auf den Wunsch zurückgeführt, die industrielle
Welt und die Arbeirerschaft anzuspornen. Nach
dem Berichterstatier der „Tribuna“ ist dieses
Jiel nicht nur nicht erreicht“ worden, sondern die
Auesichten auf genit genden Ersatz der sich rasch
verbrauchenden Vorräte wird immer geringer.
Obwohl die Erzeugung das Dreib undertfache
derienigen der Friedenszeiten belräg:, bleibt sie
weit hinter dem Bedarf zurüd; denn der Krieg
verschlingt unglaubliche Mengen Material jeder
Art. Man macht in England die Erfahrung,
daß es noch leichter ist, die hingerafften Mannschaften
zu ersetzen, als die Munition zu ergänzen.
Wie man in Fachkreisen er zählt, Bielt
man die Munitionsvorräte, mit denen die ersten
Truppen nach Frankreich geschidt wurden, für
völlig ausreichend, um drei Monate draußen
zu kämpfen. Stai dessen waren sie in zehn
Tagen aufnebraudt. Die modernen Geschüge
sind maure Dauerspritzen für die Geschosse und
Sprengstoffe und merden dadurch auch überraschend
schnell argenützt. Dasselbe gilt für
die tragbaren Feuerwafsfen. Lord Kiechener hat
erreicht, daß die vorhandenen Werksiätten bis
jetzt den Eintritt eines Mangels verhindert haben,
es scheint aber nunmehr unmöglich, mit den
immer mehr steigenden Anforderunden. Schritt
zu halten, da auch berrils die Arvbeiterschaft
nicht auf der Höhe der Leilungsfäli tein bleibt.
Es ist zur Krifsis gekommen. Die Industrien können
sich auf immer steigende Erweiterun- gen ihrer
groten Anlagen nicht einlassen, die nach dem
Kriege nicht melrr zu verwerten sind, die Arbeiter
werden widerhaarig und anspruchsvoll, weil sie
die gesetz= und vertragsmäßigen Schunmaßregeln
nicht beobachte: sehen und die Lolnethöhungen
außerhalb jeden Vertältnisses zu den ungeheuren
Fabrilantengewinnen glauben. Daher Ab—
lehnung von Regierungsbefteliungen und Einstellung
der Arbeit gerade in den Indunriezweigen,
von denen die Ergaltung der mililärischen Leistungefähigleit
abängt, Im Eldydbezirk liegt
die Mehrtall der ztunitionsfa## ilen still. Seir
drei Wocht; 1 ist leine Patrone hergestellt worden.
Die Annahme des Gesetzes über die staatliche
Enteignung der ber ressenden Werkftätten
hat für den Augenbli! di: Gesahr für die
Staateinteressen beseitigt, ader aus den Ausfüb
rungen des Verichtersta#lers über die Stimmung
in der Industrie und der Arbeiterschaft
blickt die deunde Sorge hervor, daß die in
die englischen ECizentums und Freil eitsüberlieferungen
so tief einschneidende WMaßregei noch unberechenbare
Foigen für den inneren Zunand
Englands nach sich ziehen wird. (Z.)
Amerilauische Munitionslieferungen.
Amsterdam. 7. April. Amerikanische Blät
ter bringen follnde Meidung der Aforiated
Preß von — ene, 23. März: 13 weittragende
Geschütze amerita ischen Fabrikats, die der rus-Der
vene Bankdirektor.
#### Setsealt Ortmaszs.
—
· d ich verdiene ihn um fo wi#a#ger,
als ich ja nachber schlecht genug war, Sie Ihrem
Schicksal zu überlassen. A:, dem Abend. da
Sie Ihren erfien eiuch in del Vascos Hauie
machten, fah ich. das Sie meine Warnung entweder
nicht veistanden oder daß Sie ihr
Gewicht beigelegt hatten. Ich glaubte wahrzunehmen.
dan Sie dein bestrickenden Zauber
von Isabellas Schönhein vom ersten Augenblick
an ebeno reliungrlos verlailen seien wie jener
andere. Und ich fühlte mieh nicht berufen,
Sie gegen Ihren Willen diesem Zauber zu
entreißen.“
aber ein Zufall uns an diesem nämlichen
Abend Gelegenheit gab, unbelauicht
mireinander zu sprechen, warum offenbarten
Sie mir nicht hie was Sie mir heute
gesagt haben?
Er sah, wie sie unter ihrer bräunlichen
Haut errötete, und er mußte ein paar Sekunden
lang auf ihre Antworl warten.
„Oh, ich lannte Sie doch wohl noch nicht
genügend, um das zu migen,“ sagte sie endlich,
„und 1 — dann war ich Ihnen auch um
Idrer vermeintlichen Torheit willen ein wenig
öse.“
Wieder gab es ein längeres Schweige n.
Die eigentmlich jreudige und beglückte Stimmung,
in die das Be-Lußtsein seiner wieder-#rlangten
Freiheit Werner versetzt hatte, erüülte
hn noch immer. Aber erit wahrend der leßzten
orte Conchlras bDatte er angefangen, ihre eigent.
liche und tiesste Ursa. b u beareisen. Am Ende
sischen Armee über Mladiwostock geliefert werden
sollen, warten in Vancouver auf Verladung,
ebenso 38.4 Lastautomobile. Die Geschüge sind
von demselben Typ wie die früher versandten,
die wahrscheinlich bei der Bela zerung von Przemysl
verwendet wurden. (I).)
Ein neues amerilanisches 1 Boot?
Londen, 7. April. Wentral News“ melden
aus % #ington: Der Slaaleselretär des
Marineante auiels, unterzeichnele mit der
Firma Giell i: Ba#. Co. einen Kontrakt zur
Lieferung einen easenen Untersechoores, welches,
als größtes jeiner Art, 200 Fuh lang und 18
FuHß breit sei:, somi: um? Tonnen Wasserverdrungung
h.ben soll. Das Schiff soll durch
Dieselmotore: angetrieben werden und auf der
Sch cire Schnellinleit von 25 Knoten,
unter Wasse: von 10 12 Knoien haben. Die
Armierung ##rd gebeimge " allen, das linter#eeboot
wird jedoch eine besonders große Anzahl
Lancierrohre führen. (J.)
Russische Mißerfolge am Balfan.
Sosia, 7. April. Die „Rowoje Wremja“
gibt zu, daß die divlomatische Mission des Fürsien
Trubetzloy bei den Balkanstaaten gescheitert
ist. Der Hauptgrund des Scheiterns sei
in der Haltung Griechenlands zu erbliden. (J.)
Die Aufruhrbewegung in Singapore.
Berlin, 7. April. Der „Newyork Herald“
meldet: In Singapore brach am 20.
März eine zweite Menterei der indischen Eingeborenen
aus. Das Fort Kanin ist von japanischen
Seesoldaten besetzt worden. ODe##mtan
von Dschohor befindet sich unler den Empörern.
(Z.)
III
somæekllirtseaåkleggithanplss
Engländer bei Verdun.
Genf, 7. April. Nach einer Meldung aus
Paris steb#t. die Organisation eines brilischen
Seltore in der weiteren Umgebung von Verdun
beror, falls die dortigen Operati ionen größeren
Umfang annehmen sollten. Der britische Oberbefehisltaber
würde jedoch in der wichtigen Unternehmung
die Zustimmung des französischen
Oberbefeh lshabers einzuholen haben. (J.)
Die Kämpfe in der Champagne.
Haag, 7. April. Der Pariser Korrespondent
der „Daily Chronicle“ schreibt über die
Kämpfe in der Champagne: 200000 Franzosen
nahmen daran teil. Es waren Zuaven, Kolo-=nialinsanterie,
algerische Schütgen und Linienregimenter.
Wenn die Artillerie schweigt, stürmen
die Infanteriften mit wahnsinnigem Gesch
rei gegen die deutschen Laufgräben vor. Dies
Geichrei dauert jedoch nicht lange. Plöhlich tritt
Ruhe ein. Wenn der Rest dessen, was einst ein
Infanterieregiment war, bei den deutschen Laufgräben
anlangt. wird er dort mit Gewehrkolben,
Eisenstangen, Spaten und sonitigen Werkzeugen
empfangen. Die Deutschen gebrauchen ihre
Fäuste, die Franzosen ihre Zähne. (3Z.)
1# 2
14
„U29“ verloren.
Berlin, 7. April. Nach den Mitteilungen
unferes Admiralstabes kann leider an dem Verlus:
von „U 29“ und seiner tapferen Besatzung
nicht mehr gezweifelt werden. Nur fehlen noch
nähere Einzelheiten über die Vernichlung selbst.
In der „Voss. Ztg.“ schreibt Konteradmiral
batte ihn k, nicht so sehr die Aussicht, an die
chöne Tochter Don Manuels gefesselt zu sein,
desiern 10 hoe elend gemacht, als vielmehr
die Gewißheit, daß andere, noch halb
uneinge tandene Gi Mashoffnung damn in nichts
zerftoben sei.
diese Glückshoffnung war jetzt von
neuem ausgelebt, und sic haite zugleich eine viel
bemummiere Gestalt angenemmen als je zuvor.
Den Empündungen, die sich in ihm geregt, als
er vor der Pforte der Kirche Santa Catalina
aui Conchitas Erscheinen gewartet — jetzt wußte
er ihnen den rechten Namen zu geben. Ein
verräterisches Wort wollte sich ihm auf die
Lippen drängen, aber er urneh es nicht aus.
Da Conchita noch immer beharrlich stumm
blieb, sagte er vielmehr, indem er sich zwang,
den ruhin herzlichen Ton sesizuhalten. in welchem
r die Unterhalzung begonnen „Sie alten
vielleicht in der Tat einigen Grund, mir wegen
der Nichtbeachtung Ihrer Warnung äu zürnen.
Wir haben wohl schon zu lange von Dingen
gesprochen, die nur für mich eine Bedentung
haben. Verzeihen Sie mir, Sennorita, und
lassen Sie mich erfahren, was Sie mir noch
mitzuteilen wünschten. Wie hat der Verlauf
Ihres Prozesses sich weiter gestaltet?“
„ ien, daß ein glücklicher Zufall mir
u Hilse kommen wolle, um den abscheulichen
lan zu durchkrenzen. Ich erhielt eines Tages
einen Brief von einem gewissen Sennor Pedro
Alvarez, der viele Jahre in den Dienstenmeines
Vaters gestanden hatte, bis er zu seinem Unglück
in eine unserer häufigen politischen Unruhen
verwickelt worden war. Zum Tode verurteilt
und nur durch die aufopfernden Bemühungen
meines Vaters ous dem Gefängnis befreit, hatte
er in das Ausland slüchten müssen und galt
Kalau vom Hof hierüber: Am 26. März teilte
die englische Admiralität mit, daß sie guten
Grund zu der Annahme habe, daß das deutsche
Unterseeboot „U 29“ nit seiner ganzen Besatzung
untergegangen sei. Die Art und Weise,
in der sich die englische Admiralität äußerte,.
läßt zweierlei Schlüsse zu: man weiß in London
nichts Genaues und möchte eine Nachricht eines
englischen Schiffes, das Anspruch auf die vielen
in England ausgesetzten Preise zur Vernichtung
eines deutschen Unterseebootes erhebt, na
prüsen und zu diesem Zweck eine Stimme aus
dem seindlicken Lager hören, oder aber man
weiß henan Besch eid. In letzterem Falle würde
die englische Admiralikät, wenn sie Grund zu
reiner Freude hätte, mit der Nachricht gewiß
nicht zurückhal.en; im Gegenteil würde sie die
Meldung in glänzender Aufmachung möglichst
weit verbreiten, zur Beruhihung der eigenen
Lente im Lande und zur Ermulizung der neuiralen
Schiffahr drauf en. Da leider nach Mitleilung
von matzebender Stelle unsererseits mit
dem Verlust von „U 29“ gerechnet werden
muh, so spricht alle Wahrscheinlichkeit dafür,
daß er unter Umständen erfolgte, die die Kritik
der öffentlichen Meinun der ganzen Welt zu
schenen haben und deren Bekanntwerden das
Gegenteil von dem bewirken würde, was man
so lebhaft in England wünscht: Die Zunahme
der neutralen Einfuhr unter neutraler Flagge
nach England. Sollte ein englischer Hilfskreuzer
etwa unler neutraler Handelsflagge, nachdem
er auf Signal von „I 29“ sofort gestoppt
und letzieres auf nächite Entfernung habe
herankommen tassen, plötglich mit vorher maslierten
schweren Geschützen oder mit Bomben
heimtücdischerweise „I 29“ üÜberfallen haben?
Nach den wiederholt“ erlassenen Instruklionen der
englischen Admiralität wäre dieser Fall des
Mi brauches der neutralen Handeleflagze durchaus
denlbar. Es ist auch bezeichnend, daß die
englische Admiralilät den Namen des Schiffes
nicht nennt, das vorgibt, das deutsche Untersecboot
vernichtet zu haben. Unsere Unterseeboote
sind gewarnt. Die Neutralen werden einselten
müssen, daß unter solchen Umständen ihre
Handeleso,isse in englischen Territorialgewässern
die herlömmliche Schutzwirkung einbüßen und
ihre Kauffalrer ohne Geleit durch Kriegsschiffe
dort besser fernbleiben.
Privaten Nachrichten aus kehien Zeit zufolge
war Kommandant von „U. 29“ der Kapitänleutnant
Otto Weddigen. der bekannte frühere
Kommandant von „I’ 9“. Darnach hätte die
Katastrophe von „U 29“ leider auch einen der
vorulärhen deutschen Seehelden betroffen. War
Otto v. Weddigen derjenige, der durch die
Wichtn der englischen Panzerkrenzer „Aboulir“,
„Hogue“ und „Cressy“ an der hotländischen
Küste bei Hoet am 22. September 1914 dem
Dogma von der eüglischen Seeherrschaft den
ersten empfindlichen Schlag verietzte. Nun hat
Weddigen gleich dem Grafen Spee in echter
Scemannaart sein Grab in den Wellen gefunden.
Bis zum letzten Atemzug laten Weddigen und
die tapfere Besatzung des ie 29“ ihre Pflicht.
Nie werden wir ihrer vergessen. (.3.)
·
Die omerikauische Note an England.
London, 4. April. Die Blätter veröffentlichen
den Worklaut der amerikanischen Noite,
die noch folgende Ausführungen enthält: Die
britischen Noten vom 13. und 15. März siel.
len eine Bedrohung des Rechtes der Neutralen
dar, mit den Kriegführenden und untereinander
Handel zu treiben und zu verfehren. Die Kabinettsordre
vom 15. März würde, wenn sie
tatsächlich durchgeführt werden sollte, faltischeine
Anmaßung unbegrenzter Rechle von seiten
der Kriegführenden uber den neutralen Handel
uns für veronen.
Umwege war mit grof#t
Auf irgendeinem weiten
r Veripätung die Nachricht
von meines Vate Tode zu ihm gedrungen,
und er hatte es für ine icht gehalten, mir
aus Dankbarkeit gegen den Verftorbenen seine
Dienste an zubieten. Uur ihn sekte ich jetzt meine
Hoffnungen. Ich wire. daß er von allen Vorgängen
im Geschäft n.eines Vaters genaue
Kenntnis gehabt. und Llielt mich überzeugt, daß
er auch von Ahmachungen zwischen den
beiden Lhewaligen Kompagnons wissen müsse.
So teilte ich ihm denn mit, was sich hier zugetragen
hatte — allerdings ohne des Anteils
zu erwähnen, den mein Oheim an der ganzgen
Intrige hatte. Und Pedro Alvarez tat, was
von seiner Treue und Anhänglichkeit erwartet
hatte. Obwohl er eine sehr weite Reise
machen und Frau und Kinder zurücklassen
musste, brach er doch unverweilt von seinem
jetzigen Wohnort nach Buenos Aires auf, um
durch sein Zeugnis die Hinfälligkeit der gegen
mich erhobenen Ansprüche zu beweisen. or
drei Tage bier ein und ließ sich von
mir in einer langen, heimlichen Unterredung,
die wir miteinander hatten, noch einmal ganz
genau über die Sachlage unterrichten. Auch
jett trug ich Vedenken, ihm von dem Berdacht
zu sprechen, den ich gegen meinen Vormund
hege. nahm ihm nur das Versprechen ab,
sich mit seinen Mitteilungen nicht an Manuei
del Vasco, sondern direkt an das Gericht hün
wenden. Ob er dennoch gegen diesen R
Sbanden hat, oder ob mein Oheim auf ndess
eise von seinen Absichten erfuhr — jedenfalls
ist es auf kelnen anderen a Sennor del
Basco zurückz Ssagrene wenn Pedro Alvarez
cestern früh Arrha tet wurde. nn man sich
eines gefährlichen
eugen a###t a## List oder
im ganzen europäischen Gebiete bedeuten und
eine beinahe unbedingte Verneinung der souveränen
Rechte derjenigen Nationen darstellen,
die jetzt im Frieden leben.
Die Note definiert hierauf den völkerrechtlichen
Standpunkt und besagt weiter, man erwarte
zuversichtlich, daß die britische Regierung
nicht verneinen werde, daß, selbst wenn die Blolkade
besteht und der Konterbande-Grundsatz für
unblockiertes Gebiet streng durchgeführt wird,
harmlose Schiffsladungen durch neutrales Gebiet
frei zwischen den Vereinigten Staaten und
dem Gebiete der Kriegführenden verfrachtet
werden dürfen, ohne daß sie Strafen für den
Konterbandehandel und Blockadebruch ausgesetzt
sind. Wenn die. britische Regierung von
Vergeltungsmaßregeln spricht, die durch das
Vorgehen des Feindes nötig wurden, so glauben
die Vereinigten Staaten, daß hierdurch
nur eine erhöhte Täligkeil der Seestreitkräfte,
nicht aber ein ungesetzliches Vorgehen gerechtferligt
wird. un das Vorgehen der Feinde
krrogt,#mndentene sich als illegal und als eine
Mißachtung der Prinzipien, nach denen ausgeklärte
Nationen Krieg führen, erweisen sollte,
so nehme die Regierung der Vereinigten Staa:
ten einen Augenblick an, daß die britische Regierung
wünschen könnte, daß ihre Handlungen
derselbe Vorwurf treffe, noch würde die Regierung
der Vereinigten Staaten dies als eine?
Rechtsertigung für ähnliche Akte ausehen, sofern -
sie Rechte der Neutralen beeinträchtigen. Die
Negierung der Vereinigten Staaten hoffe zuversichtlich,
daß die britische Regierung, die bei
der Anhaltung von Ladungen nach und von
feindlichen Gebieten eine ungewöhnliche Methode
anwandte, ihre Praxis mit den anerkannten
Regeln des Bölkerrechts in Einklang bringen
werde, zumal das blockierte Gebiet so ausgedehnt
sei, daß die Schiffe notgedrungen die
blodierenden Seestreitträfte passieren müssen,
um wichtige neutrale Häsen zu erreichen.
Die amerikanische Note weist sodann auf den
Umstand bin, daß die slandinavischen und dänischen
Häfen für den amerikanischen Handel freigegeben
sind, obwohl es biesen Häfen talsächlich
freistelht, mit den deutschen Ostfeeh äfen Handel
zu lreiben. Der Hauptgrundsatz für eine
Blockade sei, daß sie alle Neutralen gleichermaßen
trefsen müsse. Eine genaue Anwendung
der Kabinettsordre würde vielfach den legiltimen
Handel schädigen und der britischen Regierung
eine schwere Verantwortlichleit auferlegen. Die
brilische Regierung müßte für alle gegen das
Völkerrecht versteßenden Maßnahmen volle Entschädigung
leisten. Die Regierung der Vereinigten
Staalen halte daran fest, daß die Rechte und
Pfüchten ihrer Bürger durch die bestehenden
Gesetze des Völlerrechts und die Verlräge der
Vereinigten Staaten ohne Rücksicht auf die Bestimmung
der Londoner Deklaration umgrenzt
seien, und sie behalte sich vor, in jedem Falle,
in dem die so definierten Rechte und Pflichten
verletzt würden oder ihre freie Ausübung durch
die britische Regierung behindert werde, Protest
einzulegen und Schadensersatz zu verlangen.
Schon als der Reutersche Auszug aus der
amerilanischen Note veröffentlicht wurde, wurde
darauf hingewiesen, daß nur der Wortlaut der
Note selbst ein zendgülliges Urteil über ihren
Wert und ihre Tragweite gestatten kann. Die
jetzt vorliegende Meldung erweist deutlich, daß
das Neulersche Burcau wie schon so oft wieder
einmal eine den Engländern unangenehme Sache
in ihr Gegenteil umgelogen hat. Der Wortlaut
der Note läßt zugleich verstehen, warum ihr
Studium in London saure Mienen bewirkt hat;
enthält sie doch mehr ale eine biltere Pille für
die brilische Admiralität.
ri r—i 4
Bestechung entledigen, so muß es eben mit
Gewalt geschehen.“
„Wenn Ihr Verdacht zuträse — es wäre
der abgefeimteste Schurkenstreich, von dem ich
jemals vernommen. Aber 1 gien Sie Wi nicht
vorhin, Alvarez jei ode verurtent gewesen?
Beging er da nicht eine urhönge
volle Unvor ichtigkeit, beerher zurück zukehren.
und kön nicht auch irgendein anderer ihn
*- )x# seine Festnahme herbeigeführt
be
Conchita schüttelte mit Entschiedenheit den
Kopf. „Alle unter dem General Rocco wegen
polsulschge Verguhen Verurteilten sind beim Amisantritt
des neuen Präsidenten begnadigt worden.
Die Verhaftung dieses Mannes ist eine Handlung
rohester F und ein himmelschreiendes
nrecht. Mein r wird es zustatten
tommen" datz wir eben wieder in einer
eit polltischer Unruhen leben. E: ist in solchen
eiten bei uns zulande nicht schwer, einen
enschen für immer achwiinenn zu lassen.
Als ich gestern in der des Sennor
Albart von seiner Ptnennte und mich
dann während des ganzen Tages vergeblich
bemühte, die Erlaubnss zu einer Unterredung
mit ihm zu erlangen, wurde es mir immer
mehr zur festen Ueberzeugung, daß mein Obeim
entschlossen ist, die Früchte des ersten Ver
brechens durch ein zweites, noch chnellchere),
zu retten
„Das a soll ihm nicht gelingen,“ rief
Werner. 44 volrden mir gestatten, Sennorita,
von dieser Stunde an Ihre u der
meinigen, zu machen, und Argentinien müßte
nicht das geringste Anrecht darauf besitzen,
unter die zioilisierten Staaten gerechnet zu
werden, wenn es unmüglich sein sollie, der