Full text : Rosenheimer Anzeiger. 61. Jahrngang (61)

Nummer  82

ResenLelmen  Autelaen.

Freitag,  9.  April  19013

 

Allgemeines  vom  sitleg.

Der  Reisegeneral.

Rom,  7.  April.  General  Pau  wird  auf  der
Rückreise  von  Rußland  morgen  in  Nom  erwartet,
  wo  er  sich  einige  Tage  aufhalten  wird.

Englands  Schwierigkeiten  im  Ersatz
  des  Kriegsmaterials.

Berlin,  7.  April.  Ein  Verichterstatter  der
„Tribuna“  in  London.  der  im  allgemeinen  noch
englischer  ist  als  die  Engländer  selbst,  schreibt
nicht  ohne  Unruhe  von  den  Schwierigkeiten,
die  der  Ersatz  des  in  ganz  unerwarteten  Mengen
  verbrauchten  Kriegsmaterials  bereitet.  Als
Kitchener  im  Oberhaus  lebtafte  Besorgnis  darüber
  außerte,  wurde  dies  in  der  Londoner  Presse
auf  den  Wunsch  zurückgeführt,  die  industrielle
Welt  und  die  Arbeirerschaft  anzuspornen.  Nach
dem  Berichterstatier  der  „Tribuna“  ist  dieses
Jiel  nicht  nur  nicht  erreicht“  worden,  sondern  die
Auesichten  auf  genit  genden  Ersatz  der  sich  rasch
verbrauchenden  Vorräte  wird  immer  geringer.
Obwohl  die  Erzeugung  das  Dreib  undertfache
derienigen  der  Friedenszeiten  belräg:,  bleibt  sie
weit  hinter  dem  Bedarf  zurüd;  denn  der  Krieg
verschlingt  unglaubliche  Mengen  Material  jeder
Art.  Man  macht  in  England  die  Erfahrung,
daß  es  noch  leichter  ist,  die  hingerafften  Mannschaften
  zu  ersetzen,  als  die  Munition  zu  ergänzen.
  Wie  man  in  Fachkreisen  er  zählt,  Bielt
man  die  Munitionsvorräte,  mit  denen  die  ersten
Truppen  nach  Frankreich  geschidt  wurden,  für
völlig  ausreichend,  um  drei  Monate  draußen
zu  kämpfen.  Stai  dessen  waren  sie  in  zehn
Tagen  aufnebraudt.  Die  modernen  Geschüge
sind  maure  Dauerspritzen  für  die  Geschosse  und
Sprengstoffe  und  merden  dadurch  auch  überraschend
  schnell  argenützt.  Dasselbe  gilt  für
die  tragbaren  Feuerwafsfen.  Lord  Kiechener  hat
erreicht,  daß  die  vorhandenen  Werksiätten  bis
jetzt  den  Eintritt  eines  Mangels  verhindert  haben,
  es  scheint  aber  nunmehr  unmöglich,  mit  den
immer  mehr  steigenden  Anforderunden.  Schritt
zu  halten,  da  auch  berrils  die  Arvbeiterschaft
nicht  auf  der  Höhe  der  Leilungsfäli  tein  bleibt.
Es  ist  zur  Krifsis  gekommen.  Die  Industrien  können
  sich  auf  immer  steigende  Erweiterun-  gen  ihrer
groten  Anlagen  nicht  einlassen,  die  nach  dem
Kriege  nicht  melrr  zu  verwerten  sind,  die  Arbeiter
werden  widerhaarig  und  anspruchsvoll,  weil  sie
die  gesetz=  und  vertragsmäßigen  Schunmaßregeln
nicht  beobachte:  sehen  und  die  Lolnethöhungen
außerhalb  jeden  Vertältnisses  zu  den  ungeheuren
  Fabrilantengewinnen  glauben.  Daher  Ab—
lehnung  von  Regierungsbefteliungen  und  Einstellung
  der  Arbeit  gerade  in  den  Indunriezweigen,
von  denen  die  Ergaltung  der  mililärischen  Leistungefähigleit
  abängt,  Im  Eldydbezirk  liegt
die  Mehrtall  der  ztunitionsfa##  ilen  still.  Seir
drei  Wocht;  1  ist  leine  Patrone  hergestellt  worden.
  Die  Annahme  des  Gesetzes  über  die  staatliche
  Enteignung  der  ber  ressenden  Werkftätten
hat  für  den  Augenbli!  di:  Gesahr  für  die
Staateinteressen  beseitigt,  ader  aus  den  Ausfüb
  rungen  des  Verichtersta#lers  über  die  Stimmung
  in  der  Industrie  und  der  Arbeiterschaft
blickt  die  deunde  Sorge  hervor,  daß  die  in
die  englischen  ECizentums  und  Freil  eitsüberlieferungen
  so  tief  einschneidende  WMaßregei  noch  unberechenbare
  Foigen  für  den  inneren  Zunand
Englands  nach  sich  ziehen  wird.  (Z.)

Amerilauische  Munitionslieferungen.


Amsterdam.  7.  April.  Amerikanische  Blät
ter  bringen  follnde  Meidung  der  Aforiated
Preß  von  —  ene,  23.  März:  13  weittragende
Geschütze  amerita  ischen  Fabrikats,  die  der  rus-Der

  vene  Bankdirektor.

####  Setsealt  Ortmaszs.
—

·  d  ich  verdiene  ihn  um  fo  wi#a#ger,
als  ich  ja  nachber  schlecht  genug  war,  Sie  Ihrem
Schicksal  zu  überlassen.  A:,  dem  Abend.  da
Sie  Ihren  erfien  eiuch  in  del  Vascos  Hauie
machten,  fah  ich.  das  Sie  meine  Warnung  entweder
  nicht  veistanden  oder  daß  Sie  ihr
Gewicht  beigelegt  hatten.  Ich  glaubte  wahrzunehmen.
  dan  Sie  dein  bestrickenden  Zauber
von  Isabellas  Schönhein  vom  ersten  Augenblick
an  ebeno  reliungrlos  verlailen  seien  wie  jener
andere.  Und  ich  fühlte  mieh  nicht  berufen,
Sie  gegen  Ihren  Willen  diesem  Zauber  zu
entreißen.“

aber  ein  Zufall  uns  an  diesem  nämlichen
  Abend  Gelegenheit  gab,  unbelauicht
mireinander  zu  sprechen,  warum  offenbarten
Sie  mir  nicht  hie  was  Sie  mir  heute
gesagt  haben?

Er  sah,  wie  sie  unter  ihrer  bräunlichen
Haut  errötete,  und  er  mußte  ein  paar  Sekunden
lang  auf  ihre  Antworl  warten.

„Oh,  ich  lannte  Sie  doch  wohl  noch  nicht
genügend,  um  das  zu  migen,“  sagte  sie  endlich,
„und  1  —  dann  war  ich  Ihnen  auch  um
Idrer  vermeintlichen  Torheit  willen  ein  wenig

öse.“

 

 

Wieder  gab  es  ein  längeres  Schweige  n.
Die  eigentmlich  jreudige  und  beglückte  Stimmung,
  in  die  das  Be-Lußtsein  seiner  wieder-#rlangten
  Freiheit  Werner  versetzt  hatte,  erüülte

hn  noch  immer.  Aber  erit  wahrend  der  leßzten
orte  Conchlras  bDatte  er  angefangen,  ihre  eigent.
liche  und  tiesste  Ursa.  b  u  beareisen.  Am  Ende

 

 

sischen  Armee  über  Mladiwostock  geliefert  werden
  sollen,  warten  in  Vancouver  auf  Verladung,
ebenso  38.4  Lastautomobile.  Die  Geschüge  sind
von  demselben  Typ  wie  die  früher  versandten,
die  wahrscheinlich  bei  der  Bela  zerung  von  Przemysl
  verwendet  wurden.  (I).)
Ein  neues  amerilanisches  1  Boot?
Londen,  7.  April.  Wentral  News“  melden
  aus  %  #ington:  Der  Slaaleselretär  des
Marineante  auiels,  unterzeichnele  mit  der
Firma  Giell  i:  Ba#.  Co.  einen  Kontrakt  zur
Lieferung  einen  easenen  Untersechoores,  welches,
als  größtes  jeiner  Art,  200  Fuh  lang  und  18
FuHß  breit  sei:,  somi:  um?  Tonnen  Wasserverdrungung
  h.ben  soll.  Das  Schiff  soll  durch
Dieselmotore:  angetrieben  werden  und  auf  der
Sch  cire  Schnellinleit  von  25  Knoten,
unter  Wasse:  von  10  12  Knoien  haben.  Die
Armierung  ##rd  gebeimge  "  allen,  das  linter#eeboot
  wird  jedoch  eine  besonders  große  Anzahl
Lancierrohre  führen.  (J.)

Russische  Mißerfolge  am  Balfan.

Sosia,  7.  April.  Die  „Rowoje  Wremja“
gibt  zu,  daß  die  divlomatische  Mission  des  Fürsien
  Trubetzloy  bei  den  Balkanstaaten  gescheitert
  ist.  Der  Hauptgrund  des  Scheiterns  sei
in  der  Haltung  Griechenlands  zu  erbliden.  (J.)

Die  Aufruhrbewegung  in  Singapore.


Berlin,  7.  April.  Der  „Newyork  Herald“
  meldet:  In  Singapore  brach  am  20.
März  eine  zweite  Menterei  der  indischen  Eingeborenen
  aus.  Das  Fort  Kanin  ist  von  japanischen
  Seesoldaten  besetzt  worden.  ODe##mtan
  von  Dschohor  befindet  sich  unler  den  Empörern.
  (Z.)

III

somæekllirtseaåkleggithanplss

Engländer  bei  Verdun.

Genf,  7.  April.  Nach  einer  Meldung  aus
Paris  steb#t.  die  Organisation  eines  brilischen
Seltore  in  der  weiteren  Umgebung  von  Verdun
beror,  falls  die  dortigen  Operati  ionen  größeren
Umfang  annehmen  sollten.  Der  britische  Oberbefehisltaber
  würde  jedoch  in  der  wichtigen  Unternehmung
  die  Zustimmung  des  französischen
Oberbefeh  lshabers  einzuholen  haben.  (J.)

Die  Kämpfe  in  der  Champagne.

Haag,  7.  April.  Der  Pariser  Korrespondent
  der  „Daily  Chronicle“  schreibt  über  die
Kämpfe  in  der  Champagne:  200000  Franzosen
nahmen  daran  teil.  Es  waren  Zuaven,  Kolo-=nialinsanterie,
  algerische  Schütgen  und  Linienregimenter.
  Wenn  die  Artillerie  schweigt,  stürmen
  die  Infanteriften  mit  wahnsinnigem  Gesch
  rei  gegen  die  deutschen  Laufgräben  vor.  Dies
Geichrei  dauert  jedoch  nicht  lange.  Plöhlich  tritt
Ruhe  ein.  Wenn  der  Rest  dessen,  was  einst  ein
Infanterieregiment  war,  bei  den  deutschen  Laufgräben
  anlangt.  wird  er  dort  mit  Gewehrkolben,
Eisenstangen,  Spaten  und  sonitigen  Werkzeugen
empfangen.  Die  Deutschen  gebrauchen  ihre

Fäuste,  die  Franzosen  ihre  Zähne.  (3Z.)
1#  2
14
„U29“  verloren.
Berlin,  7.  April.  Nach  den  Mitteilungen

unferes  Admiralstabes  kann  leider  an  dem  Verlus:
  von  „U  29“  und  seiner  tapferen  Besatzung
nicht  mehr  gezweifelt  werden.  Nur  fehlen  noch
nähere  Einzelheiten  über  die  Vernichlung  selbst.

In  der  „Voss.  Ztg.“  schreibt  Konteradmiral

batte  ihn  k,  nicht  so  sehr  die  Aussicht,  an  die
chöne  Tochter  Don  Manuels  gefesselt  zu  sein,
desiern  10  hoe  elend  gemacht,  als  vielmehr
die  Gewißheit,  daß  andere,  noch  halb
uneinge  tandene  Gi  Mashoffnung  damn  in  nichts
zerftoben  sei.
diese  Glückshoffnung  war  jetzt  von
neuem  ausgelebt,  und  sic  haite  zugleich  eine  viel
bemummiere  Gestalt  angenemmen  als  je  zuvor.
Den  Empündungen,  die  sich  in  ihm  geregt,  als
er  vor  der  Pforte  der  Kirche  Santa  Catalina
aui  Conchitas  Erscheinen  gewartet  —  jetzt  wußte
er  ihnen  den  rechten  Namen  zu  geben.  Ein
verräterisches  Wort  wollte  sich  ihm  auf  die
Lippen  drängen,  aber  er  urneh  es  nicht  aus.
Da  Conchita  noch  immer  beharrlich  stumm
blieb,  sagte  er  vielmehr,  indem  er  sich  zwang,
den  ruhin  herzlichen  Ton  sesizuhalten.  in  welchem
r  die  Unterhalzung  begonnen  „Sie  alten
vielleicht  in  der  Tat  einigen  Grund,  mir  wegen
der  Nichtbeachtung  Ihrer  Warnung  äu  zürnen.
Wir  haben  wohl  schon  zu  lange  von  Dingen
gesprochen,  die  nur  für  mich  eine  Bedentung
haben.  Verzeihen  Sie  mir,  Sennorita,  und
lassen  Sie  mich  erfahren,  was  Sie  mir  noch
mitzuteilen  wünschten.  Wie  hat  der  Verlauf
Ihres  Prozesses  sich  weiter  gestaltet?“
„  ien,  daß  ein  glücklicher  Zufall  mir
u  Hilse  kommen  wolle,  um  den  abscheulichen
lan  zu  durchkrenzen.  Ich  erhielt  eines  Tages
einen  Brief  von  einem  gewissen  Sennor  Pedro
Alvarez,  der  viele  Jahre  in  den  Dienstenmeines
Vaters  gestanden  hatte,  bis  er  zu  seinem  Unglück
  in  eine  unserer  häufigen  politischen  Unruhen
verwickelt  worden  war.  Zum  Tode  verurteilt
und  nur  durch  die  aufopfernden  Bemühungen
meines  Vaters  ous  dem  Gefängnis  befreit,  hatte
er  in  das  Ausland  slüchten  müssen  und  galt

 

 

Kalau  vom  Hof  hierüber:  Am  26.  März  teilte
die  englische  Admiralität  mit,  daß  sie  guten
Grund  zu  der  Annahme  habe,  daß  das  deutsche
Unterseeboot  „U  29“  nit  seiner  ganzen  Besatzung
  untergegangen  sei.  Die  Art  und  Weise,
in  der  sich  die  englische  Admiralität  äußerte,.
läßt  zweierlei  Schlüsse  zu:  man  weiß  in  London
nichts  Genaues  und  möchte  eine  Nachricht  eines
englischen  Schiffes,  das  Anspruch  auf  die  vielen
in  England  ausgesetzten  Preise  zur  Vernichtung
eines  deutschen  Unterseebootes  erhebt,  na
prüsen  und  zu  diesem  Zweck  eine  Stimme  aus
dem  seindlicken  Lager  hören,  oder  aber  man
weiß  henan  Besch  eid.  In  letzterem  Falle  würde
die  englische  Admiralikät,  wenn  sie  Grund  zu
reiner  Freude  hätte,  mit  der  Nachricht  gewiß
nicht  zurückhal.en;  im  Gegenteil  würde  sie  die
Meldung  in  glänzender  Aufmachung  möglichst
weit  verbreiten,  zur  Beruhihung  der  eigenen
Lente  im  Lande  und  zur  Ermulizung  der  neuiralen
  Schiffahr  drauf  en.  Da  leider  nach  Mitleilung
  von  matzebender  Stelle  unsererseits  mit
dem  Verlust  von  „U  29“  gerechnet  werden
muh,  so  spricht  alle  Wahrscheinlichkeit  dafür,
daß  er  unter  Umständen  erfolgte,  die  die  Kritik
der  öffentlichen  Meinun  der  ganzen  Welt  zu
schenen  haben  und  deren  Bekanntwerden  das
Gegenteil  von  dem  bewirken  würde,  was  man
so  lebhaft  in  England  wünscht:  Die  Zunahme
der  neutralen  Einfuhr  unter  neutraler  Flagge
nach  England.  Sollte  ein  englischer  Hilfskreuzer
  etwa  unler  neutraler  Handelsflagge,  nachdem
  er  auf  Signal  von  „I  29“  sofort  gestoppt
  und  letzieres  auf  nächite  Entfernung  habe
herankommen  tassen,  plötglich  mit  vorher  maslierten
  schweren  Geschützen  oder  mit  Bomben
heimtücdischerweise  „I  29“  üÜberfallen  haben?
Nach  den  wiederholt“  erlassenen  Instruklionen  der
englischen  Admiralität  wäre  dieser  Fall  des
Mi  brauches  der  neutralen  Handeleflagze  durchaus
  denlbar.  Es  ist  auch  bezeichnend,  daß  die
englische  Admiralilät  den  Namen  des  Schiffes
nicht  nennt,  das  vorgibt,  das  deutsche  Untersecboot
  vernichtet  zu  haben.  Unsere  Unterseeboote
  sind  gewarnt.  Die  Neutralen  werden  einselten
  müssen,  daß  unter  solchen  Umständen  ihre
Handeleso,isse  in  englischen  Territorialgewässern
die  herlömmliche  Schutzwirkung  einbüßen  und
ihre  Kauffalrer  ohne  Geleit  durch  Kriegsschiffe
dort  besser  fernbleiben.

Privaten  Nachrichten  aus  kehien  Zeit  zufolge
war  Kommandant  von  „U.  29“  der  Kapitänleutnant
  Otto  Weddigen.  der  bekannte  frühere
Kommandant  von  „I’  9“.  Darnach  hätte  die
Katastrophe  von  „U  29“  leider  auch  einen  der
vorulärhen  deutschen  Seehelden  betroffen.  War

Otto  v.  Weddigen  derjenige,  der  durch  die
Wichtn  der  englischen  Panzerkrenzer  „Aboulir“,
  „Hogue“  und  „Cressy“  an  der  hotländischen
Küste  bei  Hoet  am  22.  September  1914  dem
Dogma  von  der  eüglischen  Seeherrschaft  den
ersten  empfindlichen  Schlag  verietzte.  Nun  hat
Weddigen  gleich  dem  Grafen  Spee  in  echter
Scemannaart  sein  Grab  in  den  Wellen  gefunden.
Bis  zum  letzten  Atemzug  laten  Weddigen  und
die  tapfere  Besatzung  des  ie  29“  ihre  Pflicht.
Nie  werden  wir  ihrer  vergessen.  (.3.)

·

Die  omerikauische  Note  an  England.

London,  4.  April.  Die  Blätter  veröffentlichen
  den  Worklaut  der  amerikanischen  Noite,
die  noch  folgende  Ausführungen  enthält:  Die
britischen  Noten  vom  13.  und  15.  März  siel.
len  eine  Bedrohung  des  Rechtes  der  Neutralen
dar,  mit  den  Kriegführenden  und  untereinander
Handel  zu  treiben  und  zu  verfehren.  Die  Kabinettsordre
  vom  15.  März  würde,  wenn  sie
tatsächlich  durchgeführt  werden  sollte,  faltischeine
  Anmaßung  unbegrenzter  Rechle  von  seiten
der  Kriegführenden  uber  den  neutralen  Handel

uns  für  veronen.
Umwege  war  mit  grof#t

Auf  irgendeinem  weiten
r  Veripätung  die  Nachricht
  von  meines  Vate  Tode  zu  ihm  gedrungen,
und  er  hatte  es  für  ine  icht  gehalten,  mir
aus  Dankbarkeit  gegen  den  Verftorbenen  seine
Dienste  an  zubieten.  Uur  ihn  sekte  ich  jetzt  meine
Hoffnungen.  Ich  wire.  daß  er  von  allen  Vorgängen
  im  Geschäft  n.eines  Vaters  genaue
Kenntnis  gehabt.  und  Llielt  mich  überzeugt,  daß
er  auch  von  Ahmachungen  zwischen  den
beiden  Lhewaligen  Kompagnons  wissen  müsse.
So  teilte  ich  ihm  denn  mit,  was  sich  hier  zugetragen
  hatte  —  allerdings  ohne  des  Anteils
zu  erwähnen,  den  mein  Oheim  an  der  ganzgen
Intrige  hatte.  Und  Pedro  Alvarez  tat,  was
von  seiner  Treue  und  Anhänglichkeit  erwartet
  hatte.  Obwohl  er  eine  sehr  weite  Reise
machen  und  Frau  und  Kinder  zurücklassen
musste,  brach  er  doch  unverweilt  von  seinem
jetzigen  Wohnort  nach  Buenos  Aires  auf,  um
durch  sein  Zeugnis  die  Hinfälligkeit  der  gegen
mich  erhobenen  Ansprüche  zu  beweisen.  or
drei  Tage  bier  ein  und  ließ  sich  von
mir  in  einer  langen,  heimlichen  Unterredung,
die  wir  miteinander  hatten,  noch  einmal  ganz
genau  über  die  Sachlage  unterrichten.  Auch
jett  trug  ich  Vedenken,  ihm  von  dem  Berdacht
zu  sprechen,  den  ich  gegen  meinen  Vormund
hege.  nahm  ihm  nur  das  Versprechen  ab,
sich  mit  seinen  Mitteilungen  nicht  an  Manuei
del  Vasco,  sondern  direkt  an  das  Gericht  hün
wenden.  Ob  er  dennoch  gegen  diesen  R
Sbanden  hat,  oder  ob  mein  Oheim  auf  ndess
eise  von  seinen  Absichten  erfuhr  —  jedenfalls

ist  es  auf  kelnen  anderen  a  Sennor  del
Basco  zurückz  Ssagrene  wenn  Pedro  Alvarez
cestern  früh  Arrha  tet  wurde.  nn  man  sich

eines  gefährlichen

eugen  a###t  a##  List  oder

 

im  ganzen  europäischen  Gebiete  bedeuten  und
eine  beinahe  unbedingte  Verneinung  der  souveränen
  Rechte  derjenigen  Nationen  darstellen,
die  jetzt  im  Frieden  leben.

Die  Note  definiert  hierauf  den  völkerrechtlichen
  Standpunkt  und  besagt  weiter,  man  erwarte
  zuversichtlich,  daß  die  britische  Regierung
nicht  verneinen  werde,  daß,  selbst  wenn  die  Blolkade
  besteht  und  der  Konterbande-Grundsatz  für
unblockiertes  Gebiet  streng  durchgeführt  wird,
harmlose  Schiffsladungen  durch  neutrales  Gebiet
  frei  zwischen  den  Vereinigten  Staaten  und
dem  Gebiete  der  Kriegführenden  verfrachtet
werden  dürfen,  ohne  daß  sie  Strafen  für  den
Konterbandehandel  und  Blockadebruch  ausgesetzt
  sind.  Wenn  die.  britische  Regierung  von
Vergeltungsmaßregeln  spricht,  die  durch  das
Vorgehen  des  Feindes  nötig  wurden,  so  glauben
  die  Vereinigten  Staaten,  daß  hierdurch
nur  eine  erhöhte  Täligkeil  der  Seestreitkräfte,
nicht  aber  ein  ungesetzliches  Vorgehen  gerechtferligt
  wird.  un  das  Vorgehen  der  Feinde
krrogt,#mndentene  sich  als  illegal  und  als  eine
Mißachtung  der  Prinzipien,  nach  denen  ausgeklärte
  Nationen  Krieg  führen,  erweisen  sollte,
so  nehme  die  Regierung  der  Vereinigten  Staa:
ten  einen  Augenblick  an,  daß  die  britische  Regierung
  wünschen  könnte,  daß  ihre  Handlungen
derselbe  Vorwurf  treffe,  noch  würde  die  Regierung
  der  Vereinigten  Staaten  dies  als  eine?
Rechtsertigung  für  ähnliche  Akte  ausehen,  sofern  -
sie  Rechte  der  Neutralen  beeinträchtigen.  Die
Negierung  der  Vereinigten  Staaten  hoffe  zuversichtlich,
  daß  die  britische  Regierung,  die  bei
der  Anhaltung  von  Ladungen  nach  und  von
feindlichen  Gebieten  eine  ungewöhnliche  Methode
  anwandte,  ihre  Praxis  mit  den  anerkannten
  Regeln  des  Bölkerrechts  in  Einklang  bringen
  werde,  zumal  das  blockierte  Gebiet  so  ausgedehnt
  sei,  daß  die  Schiffe  notgedrungen  die
blodierenden  Seestreitträfte  passieren  müssen,
um  wichtige  neutrale  Häsen  zu  erreichen.

Die  amerikanische  Note  weist  sodann  auf  den
Umstand  bin,  daß  die  slandinavischen  und  dänischen
  Häfen  für  den  amerikanischen  Handel  freigegeben
  sind,  obwohl  es  biesen  Häfen  talsächlich
  freistelht,  mit  den  deutschen  Ostfeeh  äfen  Handel
  zu  lreiben.  Der  Hauptgrundsatz  für  eine
Blockade  sei,  daß  sie  alle  Neutralen  gleichermaßen
  trefsen  müsse.  Eine  genaue  Anwendung
der  Kabinettsordre  würde  vielfach  den  legiltimen
Handel  schädigen  und  der  britischen  Regierung
eine  schwere  Verantwortlichleit  auferlegen.  Die
brilische  Regierung  müßte  für  alle  gegen  das
Völkerrecht  versteßenden  Maßnahmen  volle  Entschädigung
  leisten.  Die  Regierung  der  Vereinigten
  Staalen  halte  daran  fest,  daß  die  Rechte  und
Pfüchten  ihrer  Bürger  durch  die  bestehenden
Gesetze  des  Völlerrechts  und  die  Verlräge  der
Vereinigten  Staaten  ohne  Rücksicht  auf  die  Bestimmung
  der  Londoner  Deklaration  umgrenzt
seien,  und  sie  behalte  sich  vor,  in  jedem  Falle,
in  dem  die  so  definierten  Rechte  und  Pflichten
verletzt  würden  oder  ihre  freie  Ausübung  durch
die  britische  Regierung  behindert  werde,  Protest
  einzulegen  und  Schadensersatz  zu  verlangen.

Schon  als  der  Reutersche  Auszug  aus  der
amerilanischen  Note  veröffentlicht  wurde,  wurde
darauf  hingewiesen,  daß  nur  der  Wortlaut  der
Note  selbst  ein  zendgülliges  Urteil  über  ihren
Wert  und  ihre  Tragweite  gestatten  kann.  Die
jetzt  vorliegende  Meldung  erweist  deutlich,  daß
das  Neulersche  Burcau  wie  schon  so  oft  wieder
einmal  eine  den  Engländern  unangenehme  Sache
in  ihr  Gegenteil  umgelogen  hat.  Der  Wortlaut
der  Note  läßt  zugleich  verstehen,  warum  ihr
Studium  in  London  saure  Mienen  bewirkt  hat;
enthält  sie  doch  mehr  ale  eine  biltere  Pille  für
die  brilische  Admiralität.

ri  r—i  4

Bestechung  entledigen,  so  muß  es  eben  mit
Gewalt  geschehen.“

„Wenn  Ihr  Verdacht  zuträse  —  es  wäre
der  abgefeimteste  Schurkenstreich,  von  dem  ich
jemals  vernommen.  Aber  1  gien  Sie  Wi  nicht
vorhin,  Alvarez  jei  ode  verurtent  gewesen?
  Beging  er  da  nicht  eine  urhönge
volle  Unvor  ichtigkeit,  beerher  zurück  zukehren.
und  kön  nicht  auch  irgendein  anderer  ihn
*-  )x#  seine  Festnahme  herbeigeführt

be

Conchita  schüttelte  mit  Entschiedenheit  den
Kopf.  „Alle  unter  dem  General  Rocco  wegen
polsulschge  Verguhen  Verurteilten  sind  beim  Amisantritt
  des  neuen  Präsidenten  begnadigt  worden.
Die  Verhaftung  dieses  Mannes  ist  eine  Handlung
  rohester  F  und  ein  himmelschreiendes

nrecht.  Mein  r  wird  es  zustatten
  tommen"  datz  wir  eben  wieder  in  einer
eit  polltischer  Unruhen  leben.  E:  ist  in  solchen
eiten  bei  uns  zulande  nicht  schwer,  einen
enschen  für  immer  achwiinenn  zu  lassen.
Als  ich  gestern  in  der  des  Sennor
Albart  von  seiner  Ptnennte  und  mich
dann  während  des  ganzen  Tages  vergeblich
bemühte,  die  Erlaubnss  zu  einer  Unterredung
mit  ihm  zu  erlangen,  wurde  es  mir  immer
mehr  zur  festen  Ueberzeugung,  daß  mein  Obeim
entschlossen  ist,  die  Früchte  des  ersten  Ver
brechens  durch  ein  zweites,  noch  chnellchere),

zu  retten
„Das  a  soll  ihm  nicht  gelingen,“  rief
Werner.  44  volrden  mir  gestatten,  Sennorita,

von  dieser  Stunde  an  Ihre  u  der
meinigen,  zu  machen,  und  Argentinien  müßte
nicht  das  geringste  Anrecht  darauf  besitzen,
unter  die  zioilisierten  Staaten  gerechnet  zu
werden,  wenn  es  unmüglich  sein  sollie,  der