und Felertage).
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Nu####er 95 ·#1 Ebeelis v. Sigmaringen
Friede mit Hindernissen
Ende dieser Woche wird Staatssekretär von
Kühlmann zusammen mit Baron Burian sich zur
Fortsetzung der Verhandlungen nach Bukarest
legelen. Dadurch wird der geplante Besuch
Burians in Verlin elwas hinausgeschoben werden.
Wenn die Uhnterzeichnung des Friedensvertrages
in Bukarest bieher noch nicht zulande
gekommen ist, so ist das darauf zurückzuführen,
daß „die Verhandlungen von einer
Koalition geführt werden, bei der ein
Teil auf den andern Rücksicht nehmen muß. Auf
deutsche Hemmnisse ist diese Verhogerung je ·
dewalls nicht zurückmführen.
Die Rumänen selbst werden lereits ungedulig.
wie nachstehende Meldung begt:
Rumänien wünschtmeschleunigung
(der Friedensverbandlunge n.
* Wien., 22. 3. Nach chweizer Insormakuone,
die dem Korrespondenten der Telegraahen-Union
zugingen, hat der rumänische Minislerpräsident
Marghiloman einen Schritt bei
ren Regierungen der Mittelmächte unternommin.
um eine Beschleunigung der Friedenoverhandlungen
durchzusetzen, da Rumüämen
des Friedens nicht mehr länger entraten
lonne.
Da * Shichal ver rumänischen s
« ynastie.
s Haag, 22. 4. Der Korrespondent der Am-Nnerdamer
Zeitung „Tüd“ hatte eine Unterreung
mit einem rumänischen Diplomalen,
der erklärte: Seit dem Tode König Kaole
lag die rumänische Politik vollkommen in
cer Hand der Königin Maria. Der König spielle
eine jämmerliche Rolle. Bratiann und Jones-#u
taten nur, was ihnen von der Königin
riktiert wurde. Die Miederlagen und Entlanschungen
haben die Königin zwar tief getrofzen,
aber sie selbst war,es, die vor dem Sturze
Kerenskis schon die Versöhnung mit den Fentralmächten
wünschte und den Weg zum Frieden
lereitete; ihre einzige Friedensledingung war,
kaß der Thron für die Dynastie des Königs
Verdmand gesichert cbleiben müsse. t
*Bukarest, 22. 4. In der Moldau hat sich
unter der Bezeichnung Liga Barintilor (Bund
der Eltern) eine Vereinigung gebildet, die mit
dem äußhersten Nachdruck die. Bestrafung jener
jordert, die Rumänen in den Krieg gedrängt
laben. Der neue Vund richtete an die Bevolkerung
einen Aufruf, in dem inseidenschaftlichen
Mearien der Erbitterung breiter Schichten des
Volkes gegen die Politiker Ausdruck gegeben
wird, die das Land ins Unglück gestürzt haben.
Der Aufruf führt folgende Tregrammpunkte des
neuen Bundes an: 1. Der Bund treibt keine Politik.
Er ist Schmerze und der Trauer
der Nation hervorgegangen. 2. Der Bund wird
ron der Regierung verlangen, daß sie sofort
nach Friedensschluß die Politiker zur Verantwortung
ziehe, die das Vertrauen des Landes
mißbraucht und das allgemeine Unglück verschuldet
haben. J. Die Vermögen der schuldigen
Politiker sollen beschlagnahmt und für die Unterstützung
mittelloser Eltern benutzt werden, die
ihre Söhne im Kriege verloren haben.
zu März 680000 To. versenll.
WITB. Verlin, 23. 4. Amtlich. (Drahtb.)
JIm Monat März wurden insgesamt
689,000 BRI.
des für unsere Feinde nuhbaren GHandelsschiffsrammes
vernichtet.
fzae unseren Feinden zur Verfügung stehende
Welkhandelsschiffsraum wurde samt allem durch
kriegerische Mabnahmen seit Kriegsbeginn um
rund 16 469 000 BRl.
rerrmgert.
Der Chef des Generalstabs,
——
1.
J—
Rosenheimer Anzeiger
Der „Nosenheimer Anzeiger“ erscheint täglich nachmitlags 3 Uhr #m Auanahme der Sonn- Die einspaltige Pelitkgelle im Anzeigenteil kosict 15 Plg., die Petlizelle im Reklametell 40 M.
Die Annahme von Anzeigen, Keklamen und Betlagen ersolg"! durch
Gaasenslein & Vogler, A.-5, Rosenheim, München, Nürnberg, Berin, Breslau, Ca##l usil#
Schluß der Anzeigen-Annahme 12 Uhr niitlags.
die Annoncen-Expedttlon
Bublikalions-Orgon
Mittwoch, 24. April 1918
Deutschlands grösster Luftheld (ot:
Frhr. v. Richthofen auf dem Sommeschlachtteld geblieben.
Saigs Notschrei nach — 8 — Die Oppofition gegen
Clemenceau. Num
nisches Ersuchen um Beschleunigung des
IFcicbensscht usses.
Die Kriegslage.
Abenöbericht.
WII. Verlin. 22. 4., abendse
Drahtbericht.)
Von den Kriegeschauplätzen nichts Neues.
. Amtlich.
r—i
Der amtiche dsterreichuche Vericst.
WIIBH Wien, 22. April, miltags. Amtlich
wird gemeldet:
Der Geschützlampf an der T irole r Südfront
und in den Sieben Gemeinden
hält an.
Der Chef des Generalstabs.
Die Schlacht im Westen.
Die Kampfpause.
** Berlin, 22. 4. Der militärische Mitar--beiter
der „Voss. Ztg.“ schreibt: In einzelnen
Kreisen, die offenbar von der Voraussetzung
ausgiungen. unsere Offensive um Westen werde innerhalb
14 Tagen zu einer völligen Niederlage
der Entente führen, ist man über die augenblickliche
„Stockung“ beunruhißt. Nichts falscher
als eine solche Stimmungl Die deutsche
Heeresleitung hat von Anfang an den schweren
und langandauernden Kampf. der im Westen
bevorstand, nicht gering veranschlagt. Wir dürsen
nichts überhasten und nichts übereilen. Wir
wollen unsere Erfolge vielmehr mit möglichst
geringen Verlusten erzielen und dazu brauchen
wir wohl gründliche Vorbrreitungen. Eine
Kampfpause mußte also eintreten. Der Feind
dam sich keine Pause gönnen, er ist gezwungen,
zu handeln, wie wir wollen. Wir aberihaben
jell, wir können unsere Kräfte sammeln
und * an einer Stelle emsetzen, wo es unt-
paßt. Geduld und Verrauen dazu muß aber im,
deutschen Volke dauernd erhalten bleiben!
Deutsche Vorposten vier Kilome
vor· Dpern.
§ Basel, 22. 3. Wie der „Baseler Anz.“
meldet, stehen 'die deutschen Truppen augenblicklich
bei St. Eloi, am nachsten und bedrohlichsten
an Ppern. Vorgeschobene Posten sleben
nunmehr vier Kilometer von der Stadt
entsernt. "
Erlahmen der englischen
Widerstandekraft.
5 Lugano. 22. 4. Pariser Vertreter der romischen
Presse inelden. daß die Hoffnungen der
ter
Geschützen
beschießen
Pariser einzig auf die Ankunft der amerikanischen
Hilte gesetzt seien. Auch Barzini drahtet,
der englischen und französischen Wi- "
derstandskrast sekein baldiges Eude
gesezt. Der Feind wolle den Endtermin beschleungen.
Man müsse die gesamte englische Heimatarmec
in die Wagschale werfen; die Würfel
über England würden auf dem Festlande sallen.
Sein oder Nichtsemn, das sei die Frage.
Die Italiene ran der Westfront.
## Genf. 21. 4. Eine hohe italienische Persönlichkeit
erklärte dem Vertreter des „Extelsior",
daß das italtenische Oberkommando unter
den italienischen Truppen die besten aller Wafsengattungen
auslese. um sie an die französische
Front zu entsenden. Die Offinere nahmen die
Nachricht mit Begeisterung auf.
Die Einerteln. der Entente.
* Gent, 22. 4. „Echo de Paris“ erfährt.
daß chene zwischen den Alliierten
schweben auf Einbeziehung deritalienischen
Front in den allgemeinen Befehlsebereich
der alliterten Heere.
Teilwei se Euvukulerung
er Stadt'aris.
* Zuürich. 22. 4. Der „Tagesanzeiger“ meldet
aus Paris den Beginn der teilweisen
Ervakuierung von Paris. Infolge der Fortdauer
der Beschießung sollen zunächst hunderttausend
Einwohner nach auswärts gebracht werden.
Die Beschießung von Parie.
WIhParis, 21. 4. Der „Ercelsior“ bezif-#ert
die Opfer der Beschießung von Paris
durch das weittragende Geschütz auf insgesamt
354, nämlich 118 Torte u. 236 Verwundete.
Das Blatt bemerkt, diese 29 tägige
Beschieß zung erinnere an die Beschiehung von
Paris im Jahre 1871, die 22 Tage dauerte und
im ganzen 474 Opfer sorderle, nämlich 105
Tote und 369 Verwundete.
Der Krieg zur Vee.
-Zwei italienische Postschiffe
torpediert.
Rom, 21. 3. Der Dampfer „Tripoli“, der
den Dienst zwischen Sardinien und dem Feitlande
versieht, wurde am 17. März, 10 Uhr
20 Minnten nachts torpediert und versenkt. Im
Senat interpellierte Caravetti die Regierung
über die Torpedierung der beiden Poztschiffe
„Tripoli'“ und „Bengasi“ in der Nacht vom
17. zum 13. April außerhalb des Busens von
Nranchi.
—
Die Lage im Oflen.
Qlapanisch-chinesischer
(Hbeheimvertr ag?
*London. 22. 4. (Renter.) „Dailn Mail“=meldet
aus Tiemsin vom 16. April: Nach
Meldungen chinesischer Zeilungen in ein wichliger
Geheimvertrag wzwischen China und
Japan abgeschlossen worden.
Hie age in Nabland.
* Basel. 22. 4. Der „Temps“ meldel: Nach
aus Moskau eingetroffenen Nachrichten hat die
marimalistische Regierung zwecks Vereilelung der
Komplotite, die von Anarchisten vorbereitel
wurden, in der Nacht zum 12. (April mit
und Maschinengewehre n Häuser
lassen. in denen sich die Anar-Cisten
eingerichtet hatten. Nach schwachem Widerstand
wurden die Häufer von der Roten Garde
besenk.
Die note der Enteule.
JIrland gegen die Wehrpflicht.
London, 22. 4. Nach einer Reutermeldung
protestiert in ganz Irland die Geistlichkeit
gegen die Wehrpflicht. Viele Priester
nahmen nach dem Gottesdienst den großen
Volksmengen den Eid ab aut einen Widerstand
gegen die Wehroflicht.
—
Bayertische Balaillone in der
Brulleschlacht.
Aus dem Felde wird uns geschrieben:
Tivisionsgesechtostand. Der Beobachter
steht beim Scherenfernrohr in Erwartung
der nachsten Viertelstunde. Es ist gegen7 Uhr
abends. Unsere Arlillerie unterhält ein regelmähbiges
Slbrungsfeuer, das sich plötzlich für
Ein
lurze Jeit aufbäumt und zusammendallt zu
einem heulenden Feuerüberfall. Dann flaut's
mieder ab und er schießt wie zunor weiler.
Rosenheimer Tagblatt
——————
Der Franzose antwortet spärlich mit großen
schwarzen Schrapnells und schweren Granaten.
##t Beobachter sucht hin und wieder die Dekkung
auf, wenn ein Schubz in die Nähe kommt.
Drüben hebt sich gespenstisch wie ein'Schattenriß
aus den dünnen Abendnebeln der Ornesruükken.
Man sieht nichts unter der ihn umhüllenden
milchigen Luftschicht; man weinß bloß, da
auf dieser Hohe die beiden vorderiten Siellungen
ziehen. daß sich dort Deutschland u. Frankreich.
in kalten Trichtern zsammengeduck, gegenuberliegen.
Dahinter steht in blasser Komur
der millionennarbige Blutblock der einitigen
Feste Douomont. Auf dem Ornesrücken aber
hocken bayerische Infanteristen und Gardepioniere
sprungbereit.
Ungeduldig zieht der Beobachter die Uhr.
Sekunden schleichen wie Tage. Noch hat das
Artilleriefeuer seine gewohnte Stärke; nichts ist
auffällig. Da plötzlich brüllt es los wie durch
taufend Teufel genährt. vom bellenden Feldgeschug
bis zum brummenden Mörser. Auf dem
Kamm droben stieben gewaltige Schuttsontainen
und Nauchpinien zum Abendlimmel. Das
ist die Trommelfeuersprache des Krieges. Und
durch die grauschwarze Wollenhaube über dem
bebenden Berg züngeln sofort hier und da feervöse
Signalraketen, oben in leuchtende Sterne
zerfallend. Immer mehr werden es, immer hasliger
quirlen sie empor. Der Feind fordert
Sperrseuer an. Dann spuckt und speit es über
allen Gräben. Anmarschwegen und Batterien,
platzende, spritzende Brenpzündergeschesse bersten
blitzend in der werdenden Nacht. Ein schaurigschönes
Schauspiel.
Währenddessen fiebernde Spannung. Die
Finger um das Initrument gekrampft. hängt
der Beobachter am Scherenfernrohr. und bohrt
seine Augen hinein. Das dauernd spielende
Telephon wird plönzlich itill; die Leilung ist
zerrissen. Blinker und Funker arbeilen weiter,
unterdessen sucht der Telephonim kriechend u.
huschend die verletzte Drabistelle. um sie sofort
zu flicken. Wieder greift man nach der
Uhr; jem muß es lorgehen Die feindlichen
perrfeuerzeichen kanzen urirer. Der Lärm der
emfesselten Artillerien wird immer toller. Ueder
das duslerer werdende Firmament legt sich
der filberne Siernenflor.
Da drüben am Ornesrücken. zur Linken u.
Rechten, schieten zwei riesenhafte role Feuerlundel
über den Kamm, wohl 30 Mcter lang;
die deutschen Füaammenwerfer! Jeßt weiß man,
daß unsere Geschüne die Sperrfeuerglocke weiter
durückverlegen, und die banerischen Stoß
trupps hervorftürzen. Für das Einbrechen in
die vorderste Linie des Gegners sind weiße
Leuchtkugeln verabredet. Die Gedanken eilen.
überstürzen sich. und weil man die Dunkelheit
nickt mehr durchdringen kann. werden es qualvolle
Minuten. Wird es gelingen? Kommen
sie vorwärts Himmel. hils! Sieh, schon iteigt
eine hoch! Auf der anderen Seile eine zweite!
Weitere zwei in der Mi te! Gottlob. es
klappt: sie find drinnen! Die Schlaien schlagen
. . .. Mun kämpfen und ringen sie sdort in
der Nacht. Nun fließt Blut, Got: schüte unsere
Bayern! Und hundert gute Wünsche begleiten
sie jent auf ihrem Weg den jenseitigen
schlammigen Hang in die franzosische Brule-Schlucht
hinab
Nach einer grausamen Pause iteht sekundenlang
eine Riesenflammenkugel dort drüben.
Was mag's sein? Man kann's bloß ahnen: Unterstände
werden mit starken geballien Ladungen
gesprengt.
Und mit einem Male die Freude läßt einen
zusammenschrecen schwebt mitten aus
losender Schlacht ein kleines rotes Licht durch'e
Dunlel. Lange Zeit, und es kommt noch eines
und ein drittes; immer nur vereinzelt. Wieder
weiß der Beobachter Bescheid. Tief atmet er auf,
sast zu Tränen geruhrt, denn dieses stille Miter.
leben erregt furchtbar: es ist gelungen, die braven
Bapern sind im Iueettampf Sfeger geblieben.
Es ist so rasend schnel g gangen. man
kann sich nicht recht vorstellen, daß die Le
in der knappen Jeit den 600 Meter *
Weg bergab und bergauf weimal zurückgelegt
lallen. Schon sieht hinter dem diesseitigen.