Full text : Rosenheimer Anzeiger. 64. Jahrngang (64)

Nummer  205

Rosenheimer  Anzeiger

Freitag,  6.  September  1

 

don,  wonach  die  Zarin  und  ihre  Töchter  am
seben  Tage  ermo  rdet  wurden  wie  Niloaus
  II.

Drohungen  der  Terroristen.

*  Stockholm,  4.  Sept.  Die  Sowjetregierung
  hat  viele  Priefe  erhalten,  in  denen  ihr  gedroht
  wird,  falls  die  Attentäterin  Kaplan  erschossen
  werden  sollte,  würden  solche  Gewalttaten
gegen  die  Bolschewisten  wiederholt  werden,  die
in  der  gau?en  Welt  das  größte  Aufsehen  erregen
  und  in  bolschewistischen  Kreisen  die  höchste
Bestürzung  hervorrufen  würden.

Aufsehen  erregende  Verhastungen
in  Petersburg.

s*  Stockholm,  4.  Sept.  In  Petersburg
lwurde  plötzlich  der  sich  bisher  einer  großen  Gunst
bei  den  Volschewiften  erfreuende  frühere  russische
  Botschafter  in  Tolio,  Baron  Rosen,  verhaftet.
  Gleicheitig  wird  die  Verhaftung  des  früheren
  stellvertretenden  Ministers  des  Innern,
Varon  Nolde,  gemeldct.

Die  Todesliste  der  Volks  lommissare.

*  Stockholm,  4.  Sept.  Der  Korrespondent
  der  Trkegraphenunion  meldet,  daß  das
Volkskommissariat  sich  im  Vesitz  einer  Liste  von
Vollskommissaren  befindet,  die  der  Reihe  nach
rrmordet  werden  sollten.  An  erster  Stelle  sieht
Radel,  an  #weiter  Zinowicz,  dann  kommt  Lunatscharsl
  und  weiter  Swerdlow.  Im  ganzen  sind
28  der  wichtigsten  Volschewistenführer  angeführt.
Anerkennung  der  Tschechoslowalen.

'?Kotterdam,  4.  Sept.  Aus  Washington
Die  amerikanische  Regierung  hat
Kriegführende  anwird

  gemeldet:
die  Tschechoflowaken  als

erkannt.
die  Cage  im  Osten.

Vnerkennung  der  Ulraine  durch
Amerila.

Kiem,  5.  Sept.  (Drahtb.)  Kiemslaja
Myosl  bringt  aus  angeblich  zuveriässiger  Quelie
eine  Meldung,  daß  die  Negierung  der  Vereinigten
  Slaalen  bereit  sei,  die  Selbständigkeit
der  Ulraine  an:  erkennen.

Asemeines  ve  vom  Krieg.
Ein  italienisches  Urteil.
"  Vern,  5.  Sept.  (Drahlb.JC  Laut  Corriere
della  Sera  wurde  der  sozialistische  Gemeinderat
Fassini  in  Mailand  zum  Erschießungetod  vermteilt.
  Fassini  sioh  voriges  Jahr  nach  der
Schwei:  um  dem  Gestellungsbefehl  zu  entgehen.
Aupßerdem  wurden  Dreiviertel  des  Vermögens
Fassinis  eingezogen.

Die  Schlacht  zwischen  Soissons
und  Reims.

27.  Mai  bis  6.  Juni).
(Fortsetzung.)
II.

Der  Armee  v.  Boehn  jiel  der  Hauptangriff
zu,  der  Sturm  auf  den  Damenweg.  den  sie  ein
Jahr  lang  so  ruhmreich  verteidigt  hatie.  Ihre
Korps  bildeten  die  Front  westlich  Reimns,  vom
Schnittpunkt  mit  der  Aiene  bis  zur  Mü  ndung
der  Aileite.  In  Zentrum,  dem  Damenweg
gegenüber,  sianden  auf  deim  rechten  Ailette-Ufer
die  Korps  Wichura  wichen  Lizy  und  Colligis,
Winckler  bis  Chermien,  Conta  über  Corbeny
hinaus.  Anschließend  hielt  Boehns  linkes  Flügelforps
  unter  Schmetlow  über  die  Aisne-Niederung
  binweg  bei  Berry-au-Bac  Fühlung  mit
dem  Korps  Ilse  der  Armee  v.  Below,  das
die  Vorwärtsbewegung  mitmachen  sollte.  Nach
rechts  folgte  auf  Wichura  das  Korps  Larisch.
JZwischen  Landricourt  und  Cuy  westlich  Noyon
bildeten  die  inneren  Flügellorps  der  Armeen
v.  Boehn  und  v.  Hutier  unter  François  und
Hofmann  eine  Kampfeinheit.  die  zunächst  zurückgehalten
  werden  sollte.  Den  Nordufern  der
Ailette  und  Oise  angeschmiegt,  reichten  sie  sich
an  deren  Zusammenfluß  bei  Abbecourt  über
die  Oise  hinweg  die  Hand.

Die  Bereitilellung  der  Angriffsdioisionen  u.
Artillerielamesgruppen  fand  in  den  Abendstunden
  des  26.  Mai  ihren  Abschluß.  Langwieriger
Verschleierungen  hatte  es  bedurft,  um  die  umsassenden
  Vorbereilungen  vor  dein  Feinde  geheiin
  zu  halten.  Der  Erfolg  des  Unternehmens
war  von  dem  Gelingen  der  Ueberraschung  unbedingt
  abhängig.  Ehe  die  örtlichen  Reserven
des  Gegners  eingreifen  konnten,  mußte  der  Damenweg
  überrannt  sein.  Die  Dauer  der  Feuervorbereitung
  wurde  deshalb  aufs  ußerste  eingeschränkt.
  In  wenigen  Stunden  mußte  die
rtillerie  des  Gegners  niedergekämpft,  die  terrassenfönnig
  einander  überhöhenden  und  stützenden
  Erdwerke  seiner  festungsartig  ausgebauten
  Höhenstellung  sturmreif  geschossen  werden.

Um  den  langen  Frühlingstag  voll  auszunutzen,
  war  der  Beginn  des  Unternehmens  auf
die  selbesten  „Morgenstunden  angesetzt  worden.
»  7.  Mai,  4  Uhr  40  Min.,  verließen  die
,  Truppen  ihre  Ausgangsstellungen  zwischen
  Landricourt  und  dem  Brimont.  Auf  breiter
  Front  überschritten  die  Surmlinien  der  Armee
  v.  Boehn  die  Ailette.  Die  feindliche  Arnllerie,
  die  zu  Beginn  der  Feuervorbereitung
schwach  erwidert  beeirn  war  ernstlicher  Abwehr
ichte  mehr  fähig.

ie  Korps  in  Boehns  Mitte  brachen  in  ra-—
  Anlauf  den  Wildexstand  der  feimlichen

 

Grabenbesatzung  am  Nordhang  des  Damenweges.
  Wincklers  Dioisionen  gewannen,  zum
frontalen  Durchstoß  auf  schmalem  Raum  zusammengefaßt,
  die  Hochflächen  beiderseits  7
Contas  Flügel  erstiegen  die  Kämme  bei  Ailles-Waissy
  und  dem  Winterberg,  ermöglichten  dadurch
  der  Mitte  die  Ueberwindung  der  dazwischen
  liegenden  schwer  gangbaren  Abfälle  nördlich
  Hurtebise  Ferme.  Das  Korps  Wichura
traf  auf  einen  abwehrbereiten  Gegner  und
lämpfte  sich  langsam  die  Hänge  empor.  Zuerst
er  wang  sein  verstärkter  linker  Flügel  im  Anschluß
  an  Winckler  den  Zutritt  zur  Höhe  östlich
  Braye,  schwenkte  dann  mit  Teilen  gegen
Fort  Malmaison  ein,  das  durch  Umfassung  siel.
Auch  auf  den  imeren  Flügeln  der  Anneen
v.  Boehn  und  v.  Below  gewannen  die  Korps
Schmettow  und  Ilse  stetig  Boden  nach  Südwesten.
  Im  rechten  Gefechtsabschnitt  war  es
trotz  des  nach  Weiten  sich  mehr  und  mehr  verstärkenden
  #pdlicken  Widerstandes  dem  Korps
DLarisch  gelur#en,  bei  Laffaur  die  Paßhöhe  des
von  Soissons  nordöstlich  zur  Ailette  zichenden
Tales  u  nehinen,  den  Schlüsselpunkt  der  ganzen
  dritten  Höhenstellung.  Bei  Antioche  Ferme
sagen  seine  Sturmlinien  vor  zäher  Verteidigung
  während  des  Vomnittags  fest.

Sobald  erst  eimmal  die  Kämme  überwunden
waren,  drängten  die  Divisionen  in  Wettlauf
zur  Aisne  hinab.  Um  die  Mittagszeit  war  der
Damenweg  samt  seinen  Südhängen  voll  in  deutscher
  Hand.  Die  gewonnene  Linie  zog  über  Bascule,
  Jony  und  Chavonne  zur  Nisne  und  solgte
deren  Nordufer  bis  Berry-au-Bac.  Vortruppen
hatten  bereits  am  Vormittag,  den  Fluß  an
vielen  Stellen  überschritten.  Zwischen  Berryau-Bac
  und  dem  Brimont  waren  die  westlichen
Userränder  des  Aisne-  Marne-Kanals  erteicht.
Ebenso  hatte  im  Verlause  eines  örtlichen.  Unternehmens
  das  an  dem  Hauptangriff  zunächst
nicht  beteiligte  Korps  Frai  Cois  bei  Leuilly
Brüdenlöpfe  auf  dem  Südufer  der  Ailette  zu
schaffen  vermocht.

(  Auf  der  Mitte  der  Angrifssfront  hatte  oer
ersie  Stoß  die  Verbände  der  feindlichen  Grabenbesatzung
  völlig  ausgelöst.  und  größtenteils  vernichtet.

  In  den  ersten  Stunden  der  Rachmittags
  gingen  die  hien  eingesehten  Dstisionen  in
rascher  Folge  witen  Chavonne  und  Verryau-Bac

  über  die  2  ene.  Weiter  rechts  leiftete
der  Feind  noch  hartnäckigen  Widersiand.  Ebenso
  begann  am  Airne-  Marne-Kanal,  vor  den
inneren  Flügeln  der  Armeen  v.  Boehn  und  v.
Below  die  Gegemvehr  sich  mehr  und  mehr  zu
versteifen.  genährt  aus  den  örtlichen  Reserven
des  Ramnes  um  Neims.  Es  ergab  sich  in  immer
  schärferer  Ausprägung  das  Bild,  daß  die
mittleren  Korps,  „u  einem  scharfen  Keil  zusammengeschweihl,
  in  rastloser  Verfolgung  nach
Südwesten  strebten,  die  zurückhängenden  Flügel
der  Angrisssfront  mit  scharf  vorgenommener-  innerer
  Schulter  Fühlung  hielten.  Als  endlich
Anlioche  Ferme  siel,  Vailly  in  hartem  Kampfe
genommen  wurde,  die  Sturmlinien  sich  an  den
von  Maschinengewehrnestern  zäh  verteidigten
Nordosthängen  des  Höhenmuges  südli  chd  der  Aisne
mühsam  emporrangen,  standen  die  Divisionen
der  Mitte  bereits  südlich  Longueval  und  Merval
  auf  den  Kämmen  der  zweiten  Höhe  uno
schicten  sich  an,  in  das  Tal  der  Vesle  hinabzusteigen.
  Vor  dem  Sinlen  der  Sonne  des  ersten
  Angriffslages  erreichten  sie  Jwischen  Courcelles
  und  Magneur  den  Fluß.  Im  Schutze  der
Dunlelheit  wurden  bei  Magneur  die  südlichen
Uferhänge  gewonnen.  Noch  in  der  Nacht  wurde
der  Brückenkopf  bis  Villette  erweitert  u.  zwischen
  Courcelles  u.  Paars  ein  zweiter  geschaffen.

Politlsche  Rundschan.

Rede  de-s  Kanzlers  im  Herrenhaus.

§s  Berlin,  4.  Sept.  I#n  Herrenhausausschuß,
  der  heute  mit  der  Beratung  der  Wahlrechtsvorlage
  begann,  nahm  der  Reichskanzler
Graf  Hertling  das  Wort  »u  r##  eindringlich

ehal!nen  Kupcache,  in  der  er  sich  auf  den
belamuen  Standpunit  der  Regierungsvorlage
stellte.

Hof-  und  Personalnachrichlen.
münchen,  5.  Sept.
Minister  v.  Brettreich  wird,  wie  das
„Vayerische  Bauernblatt“  enitteilt,  auf  der  bevorstehenden
  Generalversammlung  des  Bayerisien
  Bauernvereins  erscheinen  und  eine  Ansprache
alten.

Rüchener  Neuiefeiten.

nchen,  5.  Sept.
(Beweislose  u  Vor  dem  Münchener
  Schöffengericht  sollte  am  3.  ous
über  eine  rivatbeleidi  ungsklage
verhandelt  werden,  die  ein  Ingenkeur  aus  München
  gegen  den  Ingenieur  Heinrich  Schaab  in
Berlin-Teinpelhof  angestrengt  hat.  er  Beklagte
  war  mit  dem  Prioeallager  in  Differenßen
  geraten  wegen  der  Rücksendung  von  Zeugnissen,
  die  er  auf  eine  Anzeige  hin  an  den  Klä—-ger
  hatte  abgehen  lassen.  Da  die  Rüchsendung
der  Zeugnisse  nicht  ost  erfolgte,  schrieb  Ingenieur
  Scha##  i  offene  Postkarten  an  den
Münchener  Ingenieur,  in  denen  ausgeführt  war,
der  Bayer  sei  ein  roher,  sittenloser  Flegel;  der
Empfänger  der  Karte  solle  sich  stets  vor  Augen
alen,  0b,,  daß  ee,  Savetg  erst  durch  Preußen

 

 

 

—  Der  Münchener  Inge

nieur  beantwortele  diese  Stilübungen  mit  einer
RKlage  wegen  Beleidigung.  Der  Berliner  und
hin  Gattin  machten  dem  Gericht  schon  bei  der
Zustellung  der  Klage  Schwierigkeiten  und  beantworkelen
  jeden  Versuch,  die  Ladungen  ordnungsgemäß
  #uzustellen,  mit  einer  Schilane.  Der
Bellagte  war  denn  auch  zu  der  Verhandlung
nicht  erschienen;  das  Gericht  erließ  deshalb  gegen
  ihn  Vorführungsbefehl,  so  daß  nun
doch  Gelegenheit  gegeben  sein  wird,  diesen  Herrn
nher  lennen  zu  lernen.

hayerssche  Nachrichen.

Unehrlichkeit.  Der  Kapitän  und  die
Mannschaft  des  Dampfers  „Ludwig"  vom
„Bayer.  Lloyd“  in  Passau  veräußerten,  wie  die
„Denau-Zeitung“  #neldet,  Petroleum  .  grobßen
Mengen:  sie  wurden  dabei  erwischt.  Der  Kapitän
  und  die  Bemannung  wurden  verhaftet;
dem  Kapitän  wurden  60  000  Lei  abgenommen.
Ueberfahren.  Zn  Kirchdorf  bei  Rudelzhausen
  in  Niederbayern  wurde  ein  Fuhrwerk  von
der  Lokomotive  erfaßt,  wobei  das  neunjährige
Mädchen  des  Schmiedmeisters  Hofer  überfahren
und  getötet  wurde.

Für  13000  Mark  Stoffe  gestohlen
wurden  aus  einem  Konfektionsgeschäft  in  Nürnberg.
  Der  Täter  wurde  in  dem  Augenblick  festgenommen,
  als  er  die  im  Gepäckraum  des  Bahnhofes
  binterlegte  Diebsbeute  abholen  wollte.  Es
üt  ein  früher  un  Geschäst  angestellt  gewesener
Kaufmann.

 

Grenzlande.

Tufstein,  4.  Sept.  Hotel  Post  wieder
eröffnet.  An  Stelle  des  militärisch  belegten
  Großgasthofes  Egger  wird  nun  diese  Woche
sder  Gasihof  zur  Post  eröffnet,  nachdei  die
Stadtgemeinde  ufolge  Beschlusses  des  Bürgerlmusschusses
  diesbeinglich  an  den  Besitzer  Herrn
Bürgermeister  Egger  herangetreten  ist.  Es  handelt
  sich  nasnentlich  darum,  den  amtlich  und  geschäftlich
  hierherkommenden  Persönlichkeiten,  welche
  früher  Un  Gasthof  Egger  abgestiegen  sind,
weiterhin  Gelegenheit  zu  geben,  in  der  aligewohnten
  Weise  untermukommen.  Der  Gasthof
wird  auch  den  vollen  Gastwirtschaftsbetrieb  aufkfinen
  ist  jedoch  nur  für  den  Zidvilverkehr  genet.


 

Baverisches  Oberland.

Dogtareuth,  3.  Sept.  Brand.  Gestern
abends  9  Uhr  brach  im  Anwesen  des  Johann
Bauer  in  Winll  in  dem  der  Stallung  angebauten
  hölzernen  Streuschuppen  unvermutet  Feuer
aus,  das  sich  schnell  ausbreitete  und  in  den  über
der  Stallung  liegenden  Heuvorräten  und  dem
dortselbst  aufgespeicherten  Haber  nur  zu  reiche
Nahrung  fand.  Iin  Nu  war  alles  ein  Flammen-#neer.
  Der  unermüdlichen  Tätigkeit  der  Feuerwehren
  Vogtareuth  und  Griesstätt  gelang  es
bei  der  herrschenden  Windstille,  das  Feuer  auf
seinen  Herd  zu  beschränlen  und  so  das  von  der
Stallung  durch  Feuermauer  getrennte  Wohnaus
  noch  zu  retten.  Sämtliches  Vieh  und  die
drei  wertvollen  Pserde  konnten  dank  der  Umsicht
  des  auf  Urlaub  befindlichen  Besitzers  rechtgeitig
  aus  dem  brennenden  Gebäude  gebracht
werden.  Leider  ist  der  Geschädigte  nur  gering
versichert.  Brandstiftung  soll  die  Ursache  des
Feuers  sein.

Traunstein,  4.  Sept.  Das  Kurhaus
Wildbad  Empfing  ist  um  den  Preis  von
200  000  Mk.  verkauft  worden.  Das  Haus  soll
seinem  bisherigen  Zweck  weiter  dienen,  jedoch
durch  Zu=  und  Erweiterungsbauten  der  Verssand

  des  analysierten  Brunnens  „Herzog  Wilhelm-Quelle“
  besonders  gefördert  werden.
SGroßhöhenrain,  2.  Sept.  Das  alte

Schloß  Höhenrain  bei  Bruckmühl  ist  bekanntlich
  —  wie  von  uns  berichtet  —  im  Mai
0918  von  der  Familie  Katzmayr  an  den  Verein
  für  Ferienkolonien  in  München  übergegangen,
  der  es  innen  etwas  instand  setzte  und  hier
ün  Juli  erstmalig  mit  100  Kindern,  und  zwar
Mädchen  aus  den  Kreisen  seiner  Mitglieder,  die
dem  Mittelstande  angehören,  seinen  Simug  bielt.
Nach  dem  Abgang  derselben  um  Mitte  August
kamen  90  Knaben  hierher,  die  sich  wie  die  Vorinsassen
  unter  der  Leitung  zweier  Lehrer  prächtig
  erholt  haben.  Am  5.  September  verlassen
nun  auch  sie  das  gastliche  Schloß  Höhenrain,
um  nach  München  zurückzukehren,  so  daß  der
hete  verwitterte  Bau  mit  seinen  vier  zierlichen

peltürmchen  und  seinem  imposanten  Ritter-K
  den  Winter  über  in  beschaulicher  Ruhe
liegen  wird.  Die  Schloßbrauerei  ist  r—
vor  2  Johren  Cusgelasfe  worden.

Rosenheim,  5.  Sept.
Auszeichnung  im  Felde.  Unteroffizier
Hans  Heucke,  Sohn  des  Korrespondenten  der
Finna  Nobert  Niedermayr,  beim  4.  bayer.  Fußart.-Rgt.,
  wurde  init  dem  Militärverdienstkreuz
6.  Klasse  mit  Krone  und  Schwertern  ausgezeichnet.

□Dae  König  Ludwigkreuz  wurde  den
Herren  Obersekcetär  Sebastian  Holzer  und  Sekretär
  Lutz  des  Kgl.  Rentamtes  Rosenheim  verliehen.
  Beide  Herren  haben  während  des  Krieges
  eine  Fülle  von  Arbeit  zu  leisten  und  rsx
sich  beim  Publikum  wegen  ihres  freundlichen  u.
entgegenkommenden  Wesens  großer  Bel  Em—'mlr

 

 

i  Oberbayerischer  Schuldicustl.
*  berufen  wurden  als  H#lfeshrcrin
ushilfslehrerinnen  Karolina  Algeier
Mühldorf;  Helene  Einhorn  von  Prukting,
Bbderse  Paula  Fest  von  Flintsbach,
Rosenhejm  Tilntonie  Hörschel  von  Vachen
B  Traunst  -  Karolina  Hollerbaun
Oberndorf,  Bü.  Ebersberg;  Varbara  K
von  Steinlirchen,  BA.  Pfaffenhofen;  V
Maier  von  Geisenfeld,  BA.  Rlaenboich
ria  Margeth  von  Altötting;  Maria  Nas
von  Waging,  BA.  Laufen;  ieozne  0
strey  von  Lenggries,  BA.  Töl
Zwiebelverkauf.  Am  Fruitg  u.  S
tag  werden  un  Stadtlagerhaus  auf  die
müsemarke  1  pro  Marke  ein  halbes  Pfund
beln  abgegeben.
Derkath.  Dienstmädchenverein
senheim  Aibgebt  em  am  Donnerslag,  den  12.
tember,  abe  Uhr,  im  Hotel  „Deu
Kaiser“"  das  700  jährige  Jubiläun  seiner
tronin  St.  Zita.  Ein  hiefür  von  Frl.
Verchlenbreiter  aus  dem  Leben  dieses  hei
Dienstmädchens  verfaßtes  Theater  mit  Ge
ein  von  München  eintreffender  Redner,  Lie
sowie  am  Schlusse  ein  Lustspiel  von  ders
Verfasserin  werden  reiche  Abwechslung  bi
Auch  haben  in  liebenswürdiger  Weise  die
ren  des  Stadtpfarrkirchenchors  es  übernom
die  Pausen  durch  Streichguartettvorträge
genehm  auszmüllen.  Auf  diese  Feier  seien
schon  besondero  die  titl.  Herrschaften  der  S
die  Dienstmädchen,  sowie  alle  Interessenten
gen  Vereins  hingewiesen  und  höflichst  zu
reichem  Besuche  eingeladen.  (Näheres  im

serat.)

Der  Fleischersatz  für  die  komme
zweite  fleischlose  Woche  wird.  laut
N.  N.“  in  Kartoffeln  bestehen.  Diese  E
leistung  wird  in  den  kommenden  fleischlosen
chen  beibehalten  werden.  Für  die  Komm
verbände,  deren  Fleischration  200  Gramn
trägt,  also  München,  Nürnberg  und  N
Augsburg,  Ludwigshafen  und  Kaiserola
wird  die  als  Fleischersatz  auszugebende  Ko
selmenge  auf  drei  Pfund,  für  die  übrigen
munalverbände  mit  einer  Fleischwochenr,
von  180  Gramm  auf  zwei  Pfund  feftgese

Tratschereien.  Aus  dem  Baner.  &
wird  der  Donanztg.“  geschrieben:  „Es
ummer  viel  über  die  Knappheit  und  aie  1
länglichkeit  der  Nahrungsmmittelwapperl
namentlich  über  den  Mangel  an  Schmalz
Felt  geklagt  und  doch  scheint  das  Mundwer
schöneren  Geschlechts  immer  noch  viel  zu  gu

cheniert  zu  werden.  Wenn  man  nämlich  di

ezirke  Regen  erscheinenden  Jeitungen  an
so  lesen  wir  fast  täglich  von  Ehrenerkläru

WGurücknahme  von  beleidigenden  Aeußeru

vder  von  Aufforderung  zu  solchen  und  in
erscheint  darunter  die  Unterschrift  einer

kreterin  des  schönen  Geschlechts,  niemals  diei
von  einem  Mann.  Das  erscheint  auch  u
nicht  verwunderlich,  denn  die  Männer  haber
in  der  schweren  Kriegszeit  andere  Sorgen
müssen  zu  schwer  arbeiten,  als  daß  sie  Zeit
Lust  fänden  zu  Tratschereien  und  Verleum
gen  des  lieben  Nächften.  O  du  lieber  Kor
nalverband  spende  nicht  zu  viel  Fett  für
Tratschmasch,nerien  der  Weiber!“  (Ganz  u
unserer  Gegend!  D.  Red.)

Der  Monat  September.  In  d
Monate  nimmt  der  Tag  ab  um  1  Siunde
40  Minuten.  Volllnond  am  20.;  Neumon!
5.  Amn  23.  Herbstanfang.  Tag  und  Nacht  #
Witterung  nach  dem  bundertjährigen  Kaler
September  hat  schöne  Witterung  bis  zum
von  da  an  etwas  herbstliches  Wetier,  w#
es  bald  wieder  schön  wird  bis  zum  28.  He
folgt  trübe  und  nasse  Witterung.  Bauernre
Donnert's  un  September  noch,  wird  der  S
zu  Weihnacht  hoch.  Ist  der  September  #
und  klar,  so  hoffen  wir  ein  sruchtbar  Jahr.
auf  Aegidi-Tag  wohl  acht,  er  sagt  dir,  wa-Monat
  macht.  Wie  sich's  Wetter  zu  Maria
burt  tut  verhalten,  so  soll  sich's  weiter  vier
chen  gestalten.  Wie  das  Wetter  au  Matil
Tag  ist,  so  wird  es  vier  Wochen  bleiben.
viel  Reif  und  Schnee  vor  Michaelis,  soviel
Walpurgis.  September-Regen  kommt  Sar
Reben  gelegen.  Auf  wannen  Herbst  folgt
langer  Winter.  Der  Sepiember  ist  gen

lich  der  schönfte  Monat  und  hat  besonder
der  ersten  Hälste  heitere,  trockene  und  gemä
Witterung.  Die  brgen  jedoch  werden
die  Nebel  häusiger.  Gegen  Monatsende  .#
sich  häufig  die  Herbstwinde  ein.  Um  M
Heburt  Sommer=  und  Herbstgrenze.

Beamtenstellvertreter  und  Fa
lienunterstützung.  Eine  Anweisung
KKgl.  Staatsministeriums  des  Innern  an  die
Regierungen  und  die  Lieferungsverbände  be
Bei  manchen  Lieferungsverbänden  scheint
Auffassung  zu  herrschen,  daß  die  Familien
emten  wertreter  von  dem  Bezug  der  N

familienunterstützung  ausgeschlossen  sind.
Auffassung  ist  unzutreffend.  Die  Familien
Velalensc  wwerkeler  haben  im  Falle  der
dürftigkeit  Anspruch  auf  Familienunterstüt

Einrichtung  von  Verlor  gungtern.
  Das  Verordnungsblatt
Kriegsministeriums  meldet:  Seine  Msjestä
König  haben  mit  Allerhöchster  Entschließung
2  rE'is  ds.  Is.  zu  bestimmen  kruht:

des  Krieges  werden  die  Versorge
d  #½  Fürsor  he  *