Metadata : Bavaria. Landes und Volkskunde des Königreiches Bayern.

Abriß  der  Ortsgeschichte.  591

gegeben  ward  (1387).  Seine  Familie  erhielt  sich  fast  volle  200  Jahre  in
diesem  Besitze,  bis  zum  Verkaufe  an  Georg  von  Wichsenstein,  dem  es  Abt
Ambrosius  zu  Lehen  gab,  nachdem  es  ihm  durch  Erasmus  von  Pfeffenhausen
(1579,  27.  Sept.)  aufgesendet  worden  war.  Seine  Wittwe  Agatha  verkaufte
es  (1608)  mit  lehenherrlichem  Consens  an  Peter  von  Ehrenberg,  dieser  (1618)
an  Wilhelm  Michael  Schliderer  von  Lachen,  wovon  es  (1623)  Sigismund
von  Closen  erwarb.  Seit  1629,  3.  Mai  enrlich  sind  die  von  Lerchenfeld  in
dessen  Besitz.  Diese  nun  gräfliche  Familie  erwarb  1569  die  Herrschaft  Ksfering
  (S.  501),  seit  1845,  14.  Januar  ein  Fidei-Commiß,  wozu  das  Rittergut
  Gebelkofen,  die  hohe  und  niedere  Jagd  in  den  Steuerdistrikten
Thalmäßing,  Mintraching,  Särching  und  Burgweinting  gehörte.  Die  Dominicalien
  hievon  waren  zu  104,216  fl.  40  kr.  angeschlagen  und  es  bildete  Köfering
  bis  zum  Jahre  1849  mit  Gangkofen,  Gebelkofen,  Lerchenfeld,  Luckenpaint
  rc.  ein  Patrimonal-Gericht  erster  Klasse.  1)  Auch  hier  hatte  Niedermün-1)

  Eine  Zugehör  hievon  war  der  nach  St.  Haimmeram  lehenbare  Edelsitz  Alkesen,
  den  das  Stift,  da  ihn  Heinrich  der  Paulsdorfer  aufgesendet  hatte  (1319,
16.  Febr.)  dessen  Eidam  H.  Gumprecht  an  der  Haide  verlieh.  Die  Staufer  waren
  (1423)  mit  Wilhelm  Törringer  deshalb  in  Streit  und  erlangten  es  erst
(1467)  von  Achatz  Nußberger  gänzlich  durch  Kauf.  Das  Rittergut  Gebelkofen,
  dessen  Dominikalien  zu  56,106  fl.  40  kr.  und  dessen  Rustikalien  zu  18,630  fl.
angeschlagen  wurden,  gehörte  (1212)  dem  Schottenkloster  zu  Regensburg;  die
Herzoge,  die  es  hievon  erlangten,  gaben  es  (1306  dem  Ludwig  Grannsen  und
seinem  Sohn  Ulrich  in  Pfand.  Später  erwarben  es  die  Auer  (1336),  Chnodel
(1340),  Eschelbecken  (1345),  Losenstein  (durch  Heirath)  und  (1553)  Kaspar  Lerchenfelder
  mit  Ober=  und  Untermassing  (durch  Kauf).  Sehr  häufig  sind
in  St.  Haymmerammischen  und  Obermünsterischen  Urkunden  des  12.  und  13.
Jahrhunderts  die  Edlen  von  Gebelenchoven  (Gebelkofen)  als  Zeugen  erwähnt.
Zum  Patrimonialgericht  Köfering  war  auch  die  Kumpfmühle  gehörig,  vergl.
über  die  gefundenen  römischen  Alterthümer:  Gumpelzhaimer,  Verh.  2c.  1I.  Bd.
S.  112,  238.  Die  Adelburger  erbauten  hier  (sonst  Gänsstall  genannt)  einen
Thurm,  den  (1350,  10  November)  Hanns  der  Frauenberger  und  Friedrich
d.  j.  Auer  von  Prennberg  nebst  Garten  und  Weiher  mit  Heinrich  des  Schultheissen
  Sohn  theilten.  Das  Kloster  Prül  trieb  zu  Kumpfmühl  Weinbau  und
hatte  den  Ort  (1009)  vom  König  Heinrich  erhalten.  Unweit  Alkofen  liegt  jenseits
  der  Straubinger  Landstraße  des  Schottenklosters  Mooshof  „bei  dem  Hof
zu  Rent“,  dessen  Vogtrecht  nebst  dem  Gericht  (1342,  9.  Januar)  Heinrich  der
Auer,  Chorherr  zur  alten  Kapelle,  von  Ludwig  dem  Bärbinger  erkaufte,  nördlich
  davon  das  Gut  Friesheim,  das  Graf  Rapoto  von  Ortenburg  (um  1180)
an  St.  Haimmeram  schenkte.  Die  Friesheimer  verzichteten  (1318  u.  1326)  gegen
den  Pfarrer  von  Illkofen  und  gegen  Kloster  Prül  auf  angestrittene  Huben  daselbst;
  doch  auch  der  deutsche  Orden  hatte  in  diesem  Orte  einen  Hof  den  Perchtold
  der  Hüenl  mit  seinen  Helfershelfern  ausraubte  und  wegbraunte.  Er  fiel  in
der  Deutschherren  Hände,  die  ihn  aber  gegen  Bürgschaft  und  Urfehde  entließen