Full text : Europäischer Geschichtskalender. Vierter Jahrgang. 1863. (4)

5.  Italien.

1.  Jan.  Ein  Circular  des  Ministers  des  Innern  ordnet  eine  National—

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Eubseription  zu  Entschädigung  der  von  den  Briganten  heimgesuchten
Familien  und  zu  Belohnung  des  gegen  dieselben  an  den  Tag  gelegten
  Muthes  an.

„  Die  von  Frauen  aus  Venedig,  Triest  und  Istrien  mit  der
Ueberreichung  eines  kostbaren  Geschenkes  für  die  Königin  von  Portugal

  beauftragte  Deputation  wird  vom  König  Viktor  Emanuel

empfangen.  «  ·

Der  Justizminister  ernennt  eine  Commission  zu  Ausarbeitung  eines
Gesetzentwurfes,  welcher  die  Freiheit  des  niederen  Clerus  gegen  die
Verfolgungen  der  hohen  Geistlichkeit  schützen  soll.

„  Conflict  der  Regierung  mit  dem  Erzbischof  von  Florenz.

„  Ein  königl.  Decret  vererdnet,  daß  die  den  Präfekten  von  Palermo
  und  Neapel  gelegentlich  des  von  Garibaldi  versuchten
Freischaarenzuges  gegen  Rom  ertheilten  außerordentlichen  Vollmachten
  mit  dem  20.  d.  M.  wieder  erlöschen  sollen.

„  Unterzeichnung  eines  Handelsvertrags  zwischen  Frankreich  und

dem  Koönigreich  Italien.

„  Eine  Depesche  des  Ministers  des  Auswärtigen,  Graf  Pasolini,  an
den  italienischen  Gesandten  in  Paris  berichtet  ihm  über  die  vielbesprochene
  Unterredung  mit  dem  neuen  französischen  Gesandten  Sarz
tiges  bezüglich  Roms  vom  25.  Dec.  vor.  Is.  (s.  Jahrgang,  1862
S.  266  und  292)  und  verwahrt  sich  gegen  solche  Schlüsse,  wie
män  sie  aus  der  im  französischen  gelben  Buche  veröffentlichten  Depesche
  des  Grafen  Sartiges  ziehen  könne:

„.Ich  habe  beigefügt,  daß  wir  zwar  das  Programm  des  Grafen  Cavour  in
seiner  ganzen  Ausdehnung  zu  dem  unseren  machen,  daß  wir  jedoch  es  nicht
für  nützlich  halten,  von  Neuem  in  eine  Discussion  einzugehen,  welche  im  gegenwärtigen
  Momente  nur  ungenügende  Aussichten  auf  die  Erzielung  jenes
Einverständnisses  zu  bieten  scheint,  das  wir  so  nachdrücklich  herbeiwünschen.
Diese  Zurückhaltung  wurde  uns  von  der  Absicht  eingegeben,  nicht  nutzloser
Weise  Meinungsverschiedenheiten,  die  auf  eine  so  delicate  Frage  Bezug  haben,
zu  betonen.  Um  zu  vermeiden,  meiner  Antwort  einen  allzu  absoluten  Cha-