Das dentschhe Reith und seine einzelnen Glieder. (Jan. 8.) 3
hängigen polnischen Reichs zur Vorbereitung zu dienen. Man kann Polen
in seinen Grenzen von 1772 herstellen wollen (wie dierhoolen selbst es hoffen,
wenn sie es auch noch verschweigen), ihm ganz Posen, Westpreußen und Ermeland
wiedergeben; dann würden Preußens beste Sehnen durchschnitten und
Millionen Deutscher der polnischen Willkür überantwortet sein, um einen
unsicheren Verbündeten zu gewinnen, der lüstern auf jede Verlegenheit Deutschlands
wartet, um Ostpreußen, polnisch Schlesien, die polnischen Bezirke von
Pommern für sich zu gewinnen. Anderseits kann eine Wiederherstellung
Kolene in einem geringeren Umfange beabsichtigt werden, etwa so, daß Preuen
zu diesem neuen Reich nur den entschieden polnischen Teil des Großherzogtums
Posen hergäbe. In diesem Falle kann nur der, welcher die Polen
gar nicht kennt, daran zweifeln, daß sie unsere geschworenen Feinde bleiben
würden, so lange sie nicht die Weichselmündung und außerdem jedes polnisch
redende Dorf in Ost= und Westpreußen, Pommern und Schlesien von uns
erobert haben würden. Wie kann aber ein Deutscher, weinerlichem Mitgefühl
und unpraktischen Theorien zu Liebe, dafür schwärmen, dem Vaterlande in
nächster Nähe einen rastlosen Feind zu schaffen, der stets bemüht sein wird,
die fieberhafte Unruhe seines Innern durch Kriege abzuleiten und uns bei
jeder westlichen Verwickelung in den Rücken zu fallen; der viel gieriger nach
Eroberung auf unsere Kosten sein wird und muß, als der rusfssche Kaiser,
der froh ist, wenn er seinen jetzigen Koloß zusammenhalten kann, und der
sehr unklug sein müßte, wenn er den schon starken Anteil zum Aufstand bereiter
Unterthanen, den er hat, durch Eroberung deutscher Länder zu vermehren
bemüht sein wollte. Schutz gegen Rußland brauchen wir aber von
Polen nicht; wir find uns selbst Schutz genug.
Ich halte daher unsere jetzige Politik in Bezug auf Posen, auch wenn
man jeden einzelnen Deutschen daselbst dem deutschen Bunde vorbehält, auch
wenn man nur den kleinsten Teil des polnisch redenden Anteils dem übrigen
Staat durch Sondereinrichtungen entfremdet, für die bedauerlichste Don Quiroterie,
die je ein Staat zu seinem und seiner Angehörigen Verderben begangen
hat. Die Regierung hat mit Ordnung dieser Angelegenheit einen
mehr polnisch als deutsch gesinnten Mann beauftragt, dessen Benehmen die
Armee mit Entrüstung, das Land mit Mißtrauen erfüllt, und dessen bei der
günstigen Annahme schwach zu nennendes Verfahren den Mißgriffen in dieser
Angelegenheit die Krone auffetzt und sie sanktioniert. Die letzte pomphafte
Erklärung dieses Kommissars, in der er sich rühmt, durch seine Bemühungen
diese Frage friedlich gelöst zu haben, erscheint in den Blättern gleichzeitig
mit dem klagenden Hülferuf von Behörden und Privatleuten, die fortdauernd
von Totschlag und Plünderung der Deutschen und von bewaffneten Konflikten
mit dem Militär zeugen. Wird das verantwortliche Ministerium des Königs
der Nationalversammlung gegenüber die Verantwortung für alles das übernehmen,
was Herr v. Willisen in Posen gethan und unterlassen hat, und
für die ganze bis jetzt befolgte Richtung unserer polnischen Politik? Dann
wäre es wichtig, sich darüber aufzuklären, ob in Preußen noch dieselben Rechtsgrundsätze
giltig sind, welche in dem Polenprozeß des vorigen Jahres gegen
die Angeklagten zur Anwendung kamen.“
8. Januar. (Branntweinmonopol.) Antrag Preußens
bei dem Bundesrat.
Nach dem Entwurf soll die Herstellung des rohen Branntweins wie
bisher der privaten Gewerbthätigkeit überlasseu bleiben, während „der Bezug
sämtlichen inländischen rohen Branntweins von den Herstellern, der Bezug
von Branntweinen aller Art aus dem Auslande, die Reinigung des Branntweins
und dessen weitere Verarbeitung zu alkoholischen Getränken, sowie der
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