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gegen den Grafen Tolstoi und den Großfürsten Wladimir geplanten Mordanschlags
war; in der Verwirrung nach der That sete er dann durch Aufhebung
der Täter sich dem Zaren als Retter empfehlen wollen, war aber
von den das Doppelspiel durchschauenden Nihilisten unter Leitung seines
Vertrauten Degajew vorher durch Revolverschüsse und Hiebe mit Brecheisen
getötet worden.
Von den 21 Angeklagten werden 3 freigesprochen, 15 zum Tode verurteilt;
für 8 sucht das Gericht um Gnade nach. Die Seele der ganzen Anschläge
ist der Edelmann Ssergej Iwanow, neben ihm Lopatin, gleichfalls
von Adel. Der Kaiser begnadigt 7 von den zum Tode Verurteilten
zu lebenslänglicher Zwangsarbeit.
Anf. Juni. Die Bezirke von Taganrog und Rostow werden
mit dem Gebiete der donischen Kosaken vereinigt, da sich in denselben
der Nihilismus in allen Bevölkerungsschichten ausgebreitet hat.
Anf. Juni. Im asiatischen Grenzgebiete wird vorläufig
auf 3 Jahre probeweise den Chinesen der Erwerb von Domizil
und Immobilien in den Städten untersagt.
Anf. Juni. Rußland besetzt die bucharische Beyschaft Kerki.
Die „Nowoje Wremja“ meldet dazu, daß die Vorgänge in ucsarn
zweifellos zur Annexion des Khanats durch Rußland führen müßten, falls
der Khan die Umtriebe seines von England unterstützten Bruders nicht zu
unterdrücken im stande sein werde. Die Ersetzung des Khans durch eine russenfeindliche
Persönlichkeit wäre das Signal zum Einmarsche russischer Truppen.
Es wird gemeldet, daß Rußland in Askabad ein starkes Armeekorps
versammle.
Anf. Juni. Die zur Prüfung des Vorschlags die Küste des
Schwarzen Meeres durch Kosaken zu besiedeln eingesetzte
Kommission spricht sich für den vorgelegten Entwurf aus.
Anf. Juni. Senator Saburow, ehemals Botschafter in
Berlin, und Tatischtschew werden wegen unerlaubter Veröffentlichung
geheimer diplomatischer Aktenstücke in ihren gegen Deutschland gerichteten
Veröffentlichungen (vgl. Mai 12.) aus dem Staatsdienste
entfernt; Katkow erhält wegen Aufnahme dieser Mitteilungen in
seiner Zeitung einen strengen Verweis. Es verlautet jedoch, daß
die Maßregelung der beiden ehemaligen Diplomaten auf Verwendung
von einflußreicher Seite — man nennt Manassein — wieder zurückgenommen
sei.
2. Juni. Der Reichsrat stimmt dem Weiterbau der
transkaspischen Eisenbahn durch Buchara nach Samarkand
zu.
3. Juni. Ein Tagesbefehl des Kriegsministers beruft zum
erstenmale die Reservisten der Infanterie zu im September abzuleistenden
Uebungen von 3wöchentlicher Dauer ein. Die Uebungen
sollen von nun an alljährlich stattfinden.