Rumãnien. (Januar 25.—26.) 481
ihm befehle, Frieden zu schließen, so werde er gehorchen. In keinem Falle
aber werde er sich mit den Ungläubigen verständigen, außer auf ausdrücklichen
Befehl des Sultans. Abdullah verlangt für den Sudan dieselbe
Stellung, wie jene Aegyptens, und will als Vize-Regent unter der Suzeränetät
des Sultans das Land regieren. Er verspricht außerdem, dem Sultan Tribut
zu zahlen, doch solle der Sudan gänzlich unabhängig von Aegypten sein.
Der Khedive erteilt den Abgesandten keine Antwort, sondern
gibt das Schreiben nach Kenntnisnahme denselben zurück.
Ende April. (Kämpfe in Ober-Aegypten.) Bei Wadi-Halfa
greifen die Derwische aufs neue die englisch-ägyptischen Posten
an, werden aber nach einem heftigen Kampfe mit starken Verlusten
zurückgeschlagen. Der Verlust der Aegypter beträgt 40 Mann.
30. Juli. Das Kriegsgericht in Kairo spricht nach 3wöchentlicher
Verhandlung den Major Hassan Bey el Behnassui, der
angeklagt ist, die Stadt Kartum und General Gordon verraten
zu haben, frei.
15. August. Nachdem England und Frankreich sich geeinigt
haben, von den Einkünften Aegyptens jährlich 250,000 Pfd. Sterl.
zur Kostendeckung für die teilweise Abschaffung der Fronden zu
verwenden, wird dieser Vorschlag von seiten Aegyptens den übrigen
Mächten zur Genehmigung unterbreitet.
18. September. Abschluß der englisch-französischen Konvention
über Aegypten (vgl. Großbritannien Okt. 26.).
26. Oktober. Die Einnahmen der ägyptischen Staatsschuldenkasse
weisen einen Ueberschuß von 440,000 Pfd. Sterl. über die
zur Zinsendeckung des Koupons nötige Summe auf.
XVI.
Numänien.
25. Januar. (Vertrauensvotum.) Bei einer Interpellation
Majoreskus über die am Tage nach dem Mordanfall auf
den Ministerpräsidenten (vgl. Gesch. Kal. 1886 IX, 16.) in den Redaktionen
der Oppositionsblätter durch das Volk verübten Verwüstungen
beschließt die Kammer nach der Erwiderung Bratianus
eine ihr Vertrauen zur Regierung aussprechende Tagesordnung mit
105 gegen 35 Stimmen; 5 Abgeordnete enthalten sich der Stimme.
26. Januar. (Ministerduell.) Infolge der überaus heftigen
Angriffe, welche der frühere Bürgermeister von Bukarest, üg. Fleva,
Europ. Geschichtskalender. XXVIII. Bd.