124 Das Deutsche Reich und seine einzelnen Glieder. (Mai Ende.)
Berliner Landgericht zu Geldstrafen verurteilt. (Vgl. 13. Jan. und
18. April.)
Ende Mai und Juni. Abkommen zwischen England
und dem Kongostaat.
Die deutsche Regierung protestiert in Brüssel und London gegen das
Abkommen zwischen England und dem Kongostaat. (Vgl. Afrika 12. Mai.)
Die Presse nimmt lebhaften Anteil an dieser Frage.
31. Mai. Schluß des preußischen Landtags.
Nach der vom Präsidenten des Abgeordnetenhauses am Schlusse der
letzten Sitzung mitgeteilten Geschäftsübersicht hat das Haus seit dem 16. Januar
getagt. In diesen 91 Tagen (ausschließlich der Sonn- und Festtage,
sowie der Vertagung zu Ostern und Pfingsten) haben stattgefunden: 75
Plenarsitzungen, 58 Sitzungen der Abteilungen, 143 Sitzungen der verschiedenen
Kommissionen, 193 Sitzungen der Fraktionen.
Dem Hause sind zugegangen außer dem Staatshaushaltsetat für
1894 95, einem Nachtrag zu demselben und den fälligen Rechnungssachen,
Staatsvertrage zwischen Preußen und dem Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin,
sowie dem Großherzogtum Hessen, betr. den Bau von Eisenbahnen,
20 Rechenschaftsberichte, Denkschriften, Uebersichten und ähnliche Vorlagen,
welche sämtlich sowohl im Abgeordnetenhause als im Herrenhause, soweit
sie auch der Beschlußfassung des letzteren unterlagen, erledigt sind. An Gesetzentwürfen
sind, abgesehen von den Etatsgesetzen, dem Hause zugegangen
von der Staatsregierung 12, vom Herrenhause 7. Von diesen 19 Gesetzentwürfen
sind 17 vom Herrenhause und vom Hause der Abgeordneten übereinstimmend
angenommen, 2 dagegen, und zwar: betr. die Aufsuchung und
Gewinnung der Kali- und Magnesiasalze, sowie betr. den Bau eines Schifffahrtskanals
vom Dortmund-Ems-Kanal bis zum Rhein, sind vom Abgeortnetenhause
abgelehnt. Die Zahl der Regierungsvorlagen betrug demnach
im Ganzen 46. Anträge wurden von Mitgliedern des Hauses 10 eingebracht.
Davon ist einer erledigt durch Annahme des angeregten Gesetzentwurfs
sowohl im Abgeordneten- als im Herrenhause. Auf 2 Anträge
sind Resolutionen beschlossen worden. 6 Anträge, darunter 3 in Bezug auf
die Staffeltarife, sind nicht zur Beratung gelangt, und endlich ist 1 Antrag
nach Erstattung eines schriftlichen Kommissionsberichts unerledigt geblieben.
Ein aus der Initiative des Herrenhauses hervorgegangener Gesetzentwurf
blieb im Abgeordnetenhause nach Erstattung eines schriftlichen Kommissionsberichts
unerledigt. Interpellationen wurden 8 gestellt. Davon ist eine
zurückgezogen und eine andere unerledigt geblieben; 6 sind seitens der königlichen
Staatsregierung beantwortet und davon 4 einer Besprechung unterzogen
worden. Petitionen gingen, abzüglich der zurückgenommenen, 1862
ein. Von den Kommissionen sind darüber 59 schriftliche Berichte erstattet
und 139 mündliche Berichte vorbereitet, von denen 48 schriftliche und 134
mündliche im Plenum und 2 mündliche durch Rücknahme der betreffenden
Petitionen erledigt sind. Von den Petitionen wurden 115 zur Erörterung
im Plenum nicht für geeignet erachtet, 331 durch Uebergang zur Tagesordnung
erledigt, 206 der königlichen Staatsregierung überwiesen, 895 durch
Annahme von Gesetzentwürfen oder Resolutionen für erledigt erklärt, eine
Petition ist beraten, ohne daß ein Beschluß des Hauses zu Stande gekommen
ist. Ueber 24 Petitionen haben die Kommissionen sich schlüssig gemacht
und für die Plenarberatung Anträge gestellt, wogegen 200 unerledigt geblieben
sind, meist wegen verspäteten Eingangs. In den Abteilungen sind
die Verhandlungen über die Wahlen sämtlicher Mitglieder des Hauses ge-