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Franzosen die deutschen Besitzungen Georgs II. angreifen, sich auf
Hannover stürzen würden. Von beiden Mächten kamen Vorschläge
in dieser Beziehung an Friedrich II. Der französische Minister
Bouillé sagte zu dem preußischen Gesandten Knyphausen: #)
„Schreiben Sie Ihrem Könige, daß er uns gegen Hannover beistehen
solle. Es gibt dabei etwas zu plündern. Der Schatz des
englischen Königs dort ist gut gefüllt. Der preußische König braucht
ihn nur weg zu nehmen, und thut daran einen guten Fang.“
Georg II. dagegen wußte, daß das Bündnis Friedrichs mit
Frankreich im Frühling 1756 zu Ende ging. Er brachte seine
persönliche Abneigung gegen Friedrich zum Opfer, um denselben,
der als nächster Nachbar für Hannover großen Schaden thun
konnte, für sich zu gewinnen. Friedrich hatte also zwei Wege vor
sich: mit Frankreich Angriff auf Hannover, mit England Vertheidigung
desselben. Er erörtert die Gründe für und wider. Moralische
irgend welcher Art, nationale Beweggründe gegen Frankreich
treten nicht hervor, sondern der Vortheil. Wenn er Hannover
angriff, dachte er, so würde er sich die Engländer, die Oestreicher,
die Russen auf den Hals ziehen. Wenn er dagegen mit England
ein Bündnis abschloß: so schien es ihm, daß die Franzosen nicht
nach Deutschland kommen würden. Er erkundigte sich genau, wie
Rußland zu England stehe. Da er von allen Seiten erfuhr, daß
die Freundschaft vollkommen sei: so schien er auch von dieser Seite
her gesichert. Also schloß er am 16. Januar 1756 mit England
den Vertrag von Westminster.
Fassen wir also die Sachlage kurz so: indem Friedrich diesen
Vertrag abschloß, glaubte er der Freundschaft nicht bloß Englands,
sondern auch Rußlands sicher zu sein, glaubte er ferner, daß Frankreich
in Folge dieses Vertrages von einem Angriffe auf Hannover abstehen
werde. Mithin würde er in Deutschland freie Hand haben.
1) Oeuv. IV. 29.