Full text : Europäischer Geschichtskalender. Neue Folge. Dreiunddreißigster Jahrgang. 1917. Erster Teil. (58a)

924  Deutsches  Reich.  (Oktober  18.)

die  VII.  Kriegsanleihe  wiederum  zu  einer  Volksanleihe  geworden.  Dies
tritt  deutlich  zutage,  wenn  man  die  Zahl  der  Zeichnungen  nach  der  Hohe
der  gezeichneten  Beträge  zusammenstellt:

 

 

 

 

Zeichnungen  Zahl  der  Zeichungen  Vetrag  der  Zeichnungen
bis  200  M.  3233472  208038060
300—  500  „  693729  294840691
600—  1000  „  586  623  530  796198
1100—  2000  264871  461217350
2100—  5000  „  1  233542  867567880
5100—  10000„  100781  817813460
10100—  20000  „  4w732  609297429400
20100—  50000  „  33914  11888781400
50100—  100000  12169  1023848  100
100100—  500000  „  9145  2092039782
500100—1000000  „  1363  1129854916
über  1000000  „  1032  383145616933
zus.  5213373  12457911200

Das  Zeichnungsergebnis  der  VII.  Kriegsanleihe  setzt  sich  also  cus
5,2  Mill.  Einzelzeichnungen  zusammen,  gegen  6,8  Mill.  bei  der  letzten  Früh-=jahrsanleihe
  (s.  S.  415).  Dieser  Rückgang  hat  nichts  Auffallendes  an  sich.
da  bekanntlich  die  Stückzahl  der  Zeichnungen  bei  den  Herbstanleiben
immer  hinter  der  der  Frühjahrsanleihe  zurückzubleiben  pflegt.  Erfahrungsgemäß
  schreitet  die  Kapitalbildung  im  Sommer,  deren  Auswertung  die
Herbstanleihe  bringt,  gerade  in  den  Kreisen  der  kleinern  Zeichner  nicht  in
demselben  Maße  fort,  wie  in  den  Wintermonaten,  die  in  der  Regel  ertt
dem  Landwirt  den  Erlös  seiner  Ernte  zur  Versügung  stellen  und  auch
andern  breiten  Schichten  der  Bevölkerung  größere  zum  Sparen  geeigne:e
Summen  (Weihnachts-,  Abschluß-Gratifikationen,  Tantiemen  usw.)  bringer.
Diese  können  naturgemäß  erst  bei  der  Frühjahrsanleihe  in  die  Erscheinung
treten.  Immerhin  ist  dieses  Mal  beachtenswert,  daß  das  Verhältnis  der
Stückzahlen  von  der  VII.  zur  VI.  Anleihe  77  Proz.  beträgt,  während  bei
den  entsprechenden  Anleihen  des  Vorjahres  (also  von  der  IV.  zur  V.)  die
Verhältniszahl  72  Proz.  betrug,  das  ist  also  ein  Rückgang  von  nur  23  Proz.
gegenüber  28  Proz.  im  Jahre  1916.

Aus  diesem  Anlaß  richtet  Kaiser  Wilhelm  an  den  Staatssekretär
des  Reichsschatzamtes  Graf  v.  Roedern  folgendes  Telegramm:  Hocherfreut
  über  das  glänzende  Ergebnis  der  Zeichnungen  zur  VII.  Kriegsanleihe
  spreche  Ich  Ihnen,  der  Reichsbank  und  allen  Beteiligten  für  die
erfolgreiche  Arbeit  Meinen  herzlichen  Dank  und  Glückwunsch  aus.  Kraftwol
und  zielbewußt  steht  das  gesamte  deutsche  Volk  auch  im  4.  Kriegsjahre
neben  seinen  Heldensöhnen  im  Felde  hinter  der  Reichs=  und  Heeresleitung.
zu  jedem  Opfer  an  Gut  und  Blut  bereit,  bis  Ehre  und  Freiheit  des
Vaterlandes  gegen  den  Ansturm  übermächtiger  Feinde  siegreich  behaupter
sind.  Gott  segne  alle  Treue  und  Opferwilligkeit  durch  einen  glücklichen,
ersprießlichen  Frieden.  Wilhelm  I.  R.

GFM.  v.  Hindenburg  telegraphiert:  Ich  habe  in  der  Tat  eine
große  nachträgliche  Geburtstagsfreude  empfunden,  als  ich  Eurer  Exzellen;
Mitteilung  von  dem  glänzenden  Erfolg  der  VII.  Kriegsanleihe  erhielt.  Es
zeigt  unseren  Gegnern  aufs  neue,  daß  Deutschland  auch  wirtschaftlich  nicht
niederzuringen  ist,  und  gibt  mir  den  Beweis,  daß  das  deutsche  Volk  unerschütterlich
  auf  den  Sieg  vertraut.  Euer  Exzellenz  bitte  ich,  meinen  herz-