mit dem Landkreis einen gemeinsamen Versorgungsbezirk zu bilden und
verlangte schließlich einen zahlenmäßigen Nachweis der früher von
Landschlächtern in Stolp ausgeführten Schlachtungen. Glüchlicherweise
konnte der Magistrat den Nachweis erbringen, daß in den gleichen
Monaten des letten Friedensjahres durchschnittlich 580 Ztr. Schlacht-
gewicht aus Landlieferungen in der Stadt verkauft wurden, dafür aber
353,3 Zkr. aus der Stadt an Landbewohner abgegeben wurden, sodaß der
Stadt ein Ueberschuß von rund 126 Ztr. verblieben sei, der jetzk, nach-
dem der Landkreis ein Ausfuhrverbot erlassen habe, an der Versorgung
der Stadt fehle. Die ganze Angelegenheit erledigte sich dadurch von
selbst, daß von nun an die Fleischlieferungen nach der Einwohnerzahl
berechnet wurden. Uebrig blieb die Mitteilung des Landrats, daß die
Fleischer von Kublitz, Flinkow, Ritzow, Ulrichsfelde und Krampe, die
schon früher in Stolp geschlachtet hätten, dies jetzt bis zu einer bestimm-
ten Biehmenge auch weiter tun dürften; der Magistrat wurde gebeten,
über diese Viehmengen auf Vordruck eine monatliche Meldung an den
Kreisausschuß zu erstatten.
Inzwischen hatten die Viehlieferungen durch den V#. begonnen. Es
wäre zum Vergleich wichtig festzustellen, wieviel Bieh vor dem Kriege in
Stolp monatlich geschlachtet wurde, doch stehen leider nur die Zahlen für
Schweine zur Verfügung. Danach wurden in den letzten Monaten vor
dem Kriege durchschnittlich 1213 Schweine geschlachtek, vom November
1915 bis März 1916, d. h. in 5 Monaten, durchschnittlich 571. Dem
gegenüber standen z. B. im Mai 1916 77 Ninder, 258 Kälber, 526
Schweine und 53 Schafe, wobei die für den Landkreis vorgenommenen
Schlachtungen und die der Heeresverpflegung dienenden einbegriffen ge-
wesen sein dürften. Man kann verstehen, daß angesichts dieser Ver-
ringerung der Schlachtziffern der Magistrat in einer Eingabe lebhaft
betonte, daß eine weitere Verschlechterung der Fleischversorgung uner-
träglich sein würde.
Anscheinend sind in den ersten Monaten des BH . die Lieferun-
gen noch besonders stockend eingegangen, denn schon am 30. 5. 16 mußte
der Oberpräsident der Ueberzeugung Ausdruck geben, daß die Wiehlie-
ferungen nur dann sichergestellt seien, wenn „die Autorität der Verwal-
lungsbehörden dahinter stehe"“. Deshalb wurde vom 8. 6. 16 an auf
Grund der Viehzählung vom 15. 4. 16 ein Umlagever fahren einge führk,
nach dem Stolp bis auf weiteres wöchentlich 3 Rinder, 2 Kälber, 13
Schweine und 1 Schaf aufzubringen hatte. Dies Umlageverfahren als
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