auf ihr Viehkontingent im Verhältnis 1:3 angerechnek wurden. Selbstverständlich
wurde, da es sich ja um minderwertige Ware handelte, für
das Stoßvieh nicht der Höchstpreis bezahlt. Das ging gut bis zum
April 1918, wo der VÖHWV. plößlich mitteilte, daß er vom 18. 3. an den
vollen Preis fordern, also noch eine Aachzahlung von 3265 ( verlangen
müsse. Hiergegen war der Magistrat an sich machtlos, fand aber bald
ein Gegenmittel: er ließ bei jedem Stoßrind, das ihm eingeliefert wurde,
durch den Schlachthofdirektor den durch die Verletzung entstandenen
Minderwert feststellen und bei dem VHV. als sog. Transportschaden
anmelden, für den der VÖr. aufzuhkommen hatte. Es entspann sich
ein mehrere Monate dauernder Papierkrieg, aber zuletzt setzte der
Magistrat doch seine Ansicht durch. Allerdings mußte er in Zukunf!
über jedes beschädigte Rind einen genauen Bericht mit Angabe des körperlichen
Schadens und des Minderwerts vorlegen. Ob dies Verfahren
für den VÖ. bequemer war als das frühere, läßt sich leider nicht
mehr ermitteln; daß es der Stadt sehr viel mehr Arbeit machte, liegt
auf der Hand.
Das Stoßvieh, das für die Fleischversorgung Stolps keine Verwendung
finden konnte, wurde von dem VHW. von Anfang an dazu gebraucht,
um daraus Wurst berstellen zu lassen, die die erhöhte Fleisch--portion
der Schwer- und Schwerstarbeiter darstellte. Hierzu hakte die
bereits einmal erwähnte Proha im Auftrage des VÖ. eine Konservenfabrik
in St. errichtet. Der Magistrat hatte sich derartigen Plänen gegenüber
zunächst sehr ablehnend verhalten, noch im Januar 1917, als der
Oberpräsidenk die Einrichtung einer Zentralwursterei anregte; damals
war er der Ansicht, daß die 23 Fleischereien, die von 48 im Frieden
vorhandenen ihren Betrieb weiterführten, die Wurstherstellung besser
und billiger übernehmen könnten als eine zentrale Einrichtung, die auch
an technischen Schwierigkeiten scheitern würde. Bereits wenige Tage
später mußte er aber erleben, daß über die unzureichende Herstellung
von Wurst öffentlich Klage geführt wurde, und um der Sache auf den
Grund zu gehen, ließ er sich von jetzt an jeden Montag von der Fleischerinnung
melden, wieviel Blut-, Leber- und Fleischwurst hergestellt
wurde und besonders, welcher Anteil der Wurst auf das Stoßvieh des
BVorm. kam. Die Unterlagen genügten ihm, um bereits im März bei
dem WV#.. anzuregen, daß in Stolp eine Wursterei eingerichtet werden
möge, um das WVerderben des Stoßviehs zu verhindern; der Magistrat
würde das Unternehmen selbst betreiben oder wenigstens zu überwachen
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