Metadata : Spittler’s sämmtliche Werke. Fünfter Band. (5)

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stube,  um  desto  bequemer  mit  dem  Reichsrath  zu  negociiren.


Die  Geistlichkeit  kam  in  der  heil.  Geisikirche  zusammen,
bisweilen  auch  im-Conventhause  bei  der  Marienkirche.
Der  Bürgerstand  hielt  seine  Versammlung  auf  dem  Brauergilden-Hause.
  War  Plenum  oder  daß  auch  nur  zwei  Curien
zusammentraten,  so  geschah's  im  Isländischen  Compagnie=Hause
  oder  auch  da,  wo  gewöhnlich  der  dritte  Stand  zusammenkam.


Jeder  Stand  ließ  nun  seine  Vollmachten  verificiren,  wie
bis  dahin  auf  jedem  Reichstage  gewöhnlich  gewesen  war;
jeder  Stand  organisirte  sich  für  sich  allein.  Protobollführer
und  Worthalter  wurden  besiellt,  die  Art  des  Votirens,  wo
sie  zweifelhaft  war,  besiimmt.  Dies  alles  war  schnell  genug
  gemacht;  man  war  nur  höchst  begierig,  was  der  König
vortragen  lassen  werde;  im  Ausschreiben  selbst  war  auch
diesmal,  wie  gewöhnlich,  kein  besonderer  Gegenstand  ausgezeichnet.


Montag  also  den  10.  Sept.  Morgens  nach  acht  Uhr
sollte  im  großen  Saal  auf  dem  Schloß  die  Proposition  geschehen.
  Die  Geisilichkeit  und  der  Böigerstand  zogen  mit
einander  hin;  sie  hatten  sich  auch  schon  vorher  ein  trautes
Zusammenhalten  wechselsweise  zugesagt.  Der  Adel  kam  erst
nach  ihnen,  in  großer  Prozession  allein,  wie  sich  für  den
ersten  Stand  des  Reichs  ziemte.

Der  Kbnig  saß  auf  einem  Lehnstuhl  unter  einem  Throuhimmel;
  die  Reichsräthe  saßen  einige  Schritte  vom  Thron
entfernt;  die  ganze  uͤbrige  Versammlung  stund;  der  Reichshofmeister
  von  Gersdorf  nahm  das  Wort.

Die  letzte  Summa  seiner  Rede  war,  daß  Mittel  ausgefunden
  werden  muͤßten  zur  gebuͤhrender  Unterhaltung  des