Full text : Königlich Württembergisches Staats- und Regierungs-Blatt vom Jahr 1808. (3)

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Rottenburg  am  Nekar.  Nach  ergangenem  allergnädigsten  Befebl  sollen  die  der  Königl.  Cameral=  Verwaltung
  allhier  eigenthumlich  zustehende  2  Nekar-Bann-Mäühlen  in  der  allhiesigen  Stadt,  die  eine  mit  *
und  die  andere  mit  4  Gaͤngen,  auf  die  nachfolgende  6  Jahre,  entweder  einzein,  oder  nach  Beschaffenheit  der
Umstände,  beide  zusammen,  an  den  Meistbietenden  verliehen  werden.  Diese  Verleihung  ist  auf  Montag  den
1.  Febt.  festgesezt.  Es  haben  sich  also  die  Bestandslustige  an  gi  dachtem  Tage,  des  Morgens  um  8  Ubr  in
dem  Konmgl.  Cameral-Amt  allhier  einzufinden,  und  der  Verleihung  anzuwohnen.  Wobei  noch  bemerkt  wird,
daß  eine  Wohnung,  geraumiger  Pferdstall,  und  Heu-Scheuer,  nicht  weniger  75  Morgen  vorzüglicher  Wieswachs
  einem  Beständer  zur  Benuzung  eingeraumt  werden.  Den  15.  Jan.  1808.

Cameral-Verwaltung  allda.  «-Rotenmünster.

  Der  bisherige  Bestand  des  hiesigen  herrschaftl.  Wirthshauses  und  der  Bierbrauere.
geht  bis  auf  den  1.  Merz  d.  J.  zu  Ende.  Auf  allerhoͤchste  Ratification  wird  d.ese  Wirthschast  den  8.  Febri
auf  o  Jahre  öffentlich  an  den  Meistbietenden  verpachtet  werden.  Der  Bestämer  erhält  zugleich  die  Bierdrauerei
  und  Branntweinbrennerei,  auch  ist  das  Recht  zu  mezgen  und  zu  backen  ebenfalls  mit  der  Wirthschaft
verbunden.  Die  zu  samtlich  viesen  Gewerben  vorhandene  Gedäude,  Einrichtungen,  und  Schif  und  Geschirr
werden  dem  Beständer  angewiesen,  und  demselben  auch,  um  ihn  desto  mehr  in  den  Stand  zu  sezen,  den  Abfall
  von  der  Bierbrauerei  und  Branntweinbrennerei  durch  Viehmastung  benuzen  zu  können,  gute  Wiesen  zur
Nuzniessung  überlassen.  Die  Lage  der  hiesigen  Wirthschaft,  und  die  viele  Personen,  welche  täglich  in  Geschäften
  zu  dem  Ober-Forstamt  oder  dem  Cameralamt  kommen,  machen  solche  lebhoft,  und  da  zugleich  §  bedeutende
  Orte  bagerbuchmäsig  gebannt  sind,  ihr  Bedürfniß  an  Bier  bei  der  biesigen  Brau-Statt  zu  nehmen,  se
kann  der  Beständer  immer  auf  einen  sicheren  Verschlut  rechnen.  Damit  aber  die  allergnadigste  Herrschaft
sewohl  wegen  des  Bestands  als  des  dem  Pächter  anvertrauten  herrschaftlichen  Sigenthums  gesichert  seie,  so
wird  bei  der  Verleihung  nur  denjenigen  der  Zutritt  gestattet,  welche  sich  durch  obrigkeitliche  Zeugnisse  wegen
ihres  Vermögens  und  ihres  Lebenswandels  ausweisen  können.  Das  Lokale  kann  hier  täglich  in  Augenschein
genommen  und  die  übrige  Verhältnisse  können  bei  der  unterzeichneten  Beamtung  erfragt  werden.  Den  14.  Jan.
1808.  Cameral-Verwaltung.
Wiernsheim.  Do  die  den  10.  Dee.  v.  Jahrs  vorgenommene  Verpachtung  des  seitherigen  Megames=Gartens
  die  allerhöchste  Genehmigung  nicht  erhalten  hat,  so  wird  Donnerstag  den  1  1.  Febr.  ein  wiederholter
Versuch  zur  ganzen  oder  theilveisen  Verpachtung,  oder  auch  zum  Verkauf  dieses  Guts,  deederlei  unter  Vorbehalt
  der  allergnddigsten  Ratification  gemacht,  und  im  Fall  der  Verpachtung  einem  Beständer  die  Annahme
mehrerer  Mitbeständer  zugestanden  werden.  Zu  dieser  Aufstreichs-Verhandlung  werden  alle  Siebbaber,  die  ihre
Zuläsigkeit  durch  obrigkeitliche  Zeugnisse  darthun  können,  auf  gedachten  Tag  in  das  Cameralverwaltungs-Gebaude

  zu  Wiernsheim,  Vormittags  1o0  Uhr  eingeladen.  Den  12.  Jan.  r80.  «
Steuerrath  des  Kreises  Ludwigsburg.

Winnenden.  Die  unterm  r2.  Dec.  v.  J.  zum  zweitenmal  vorgenommene  Verleihung  der  an  einem
starken  Bach  gelegenen  herrschaftl.  Mühle  zu  Leutenbach,  welche  mit  3  Mahl  und  einem  Gerbgang  auch  einer
  Scheuer  und  genugsamer  Stallung  versehen  ist,  und  bei  welcher  31  Vrtl.  Baum-Kraut=  und  Kuchengarten,
  dergleichen  2  Mrg.  Wiesen  und  die  Fischerei  im  Mühlbach  sich  befinden,  wurde  allergnädigst  nicht
ratifteirt,  sondern  ein  nochmaliger  Aufstreich  befohlen.  Diese  Verleihung  wird  daher  unter  den  mulschen,  in
dem  Srtaats=  und  Re  seings-  latt  Nro.  lo#.  eingerükten  Bedingnissen  Samstag  den  13.  Febr.  d.  J.  in  dahiesiger
  Schloshofmelseret  ormittags  0  Uhr  vor  sich  gehen,  wozu  sich  die  Liebhaber  einfinden  wollen.  Den
15.  Jan.  1808.  Cameral-Berwaltung  allda.

Winterbach,  Schorndorfer  Oberamts.  Der  Bestand  der  hiesigen  Sommer=  und  Winter-Schaafweide,
  welche  im  Winter  mit  250  Stük,  im  Sommer  aber  nach  Erträglichkeit  befahren  werden  darf,  gehet  bis
nächst  Georgie  zu  Ende,  und  wird  bis  Donnerstag  den  28.  Jan  d.  J.  Vormittags  o  Uhr  auf  dem  dortigen
Rathhaus  neuerlich  auf  3  Jahre  verliehen  werden,  dahero  alle  Liebhaber  mit  dem  Beisaz  hierzu  eingeladen
werden,  daß  das  bisherige  Schaafhaus  verkauft  worden,  mithin  einem  künftigen  Beständer  überlassen  bleibe,
wo  er  in  Zukunft  die  Unterkunft  mit  seinen  Schaafen  finden  werde.  Den  4.  Jan.  1808.

·  Oberamt  Schorndorf.
„Goͤppingen.  Einige  von  der  in  biesigem  Verhaft  befindlichen  Falschmünzer-Bande  haben  einen  gewissen
  Uhrenmacher,  N.  N.  welcher  bald  die  Gegend  von  Kirchheim  unter  Tek,  bald  Freudenstatt,  als  seinen
Geburts=  und  Aufenthalts=  Ort  angiebt,  als  ein  thätiges  Mitglied  denuncirt,  und  ersucht  dabero  unterzeichnete
  Amtsstelle  jegliche  Obrigkeit,  anf  denselben  sowohl  als  auch  auf  das  mit  ihm  herumvagierende  Weibsbild