Nummer 204
Rosenheimer Anzelger
Donnere tas, 5 5 September 1078
Die einmalige September Teuerungszulage, die
zwischen 60 bis 70 Millionen Mark erforbern
dürfte, werde kaum aus laufenden Mitteln gedeckt
werden können und es werde deswegen der "
Weg einer Anleihe beschritten werden müssen.
Der Abkehrschein. Bekanntlich darf auf;
(Grund der Kriegsgesetze ein Arbeiter seine Stellung
nicht eher verlassen, alo bis er einen Abkehrschein
erhalten hat. Es ko#mmt vor, dah
Arbeiter, die ihre Stelle rasch wechseln möchten,
den Ablehrschein durch dienstwidriges Verhal
ten zu erzwingen suchen. Der Arbeitgeber kann
in diesem Falle nach einer Entscheidung des Ge-!
gerichts Berlin den Arbeiter unbeschäftigt
lassen, er braucht ihn nicht zu entlassen und
ihm für die Zeit seiner Untätigkeit leinen Lohn Ü
hu zahlen. Der Arbeitgeber hätte, führen die
ülrtellsgründe aus, das Recht gehabt, den widersetzlichen
Arbeiter zu entlassen, dam hätte dieser
aber erreicht, was er wollte. Die einschlägige
Bestimmung in § 9 des Hilfsdienstgesetzes
ist aber gerade erlassen worden, un dem Arbeitgeber
die Möglichkeit zu gewähren, sich ge
gen völlig unbegründetes Entlassung= verlangen
zu schützen, und sie würde gegentantelos sein,
weim der Arveiter, indei er sich weigert, den
motwendigen Anordnungen der Bekriebeleitung
zu folgen, seine Entlassung erzwingen könnte.
Die Gebühren der Hebammen erhöht.
Durch königliche Verordnung wurde genehmigt,
daß im Hinblick auf die durch den
Krieg veranlaßten außergewöhnlichen Verhältnisse
die Gebühren der Hebammen um die
dalfte. erhöht werden. Diese Verordnung tritt
mit dem Ablaufe von zwei Jahren nach Beendigung
des gegenwärtigen Kriegszustandes
außer Kraft.
Geldabfindung bei Selbverlöstiung.
Auf eine Ansage des nationalliberalen
Abgeordneten Marquardt hat der preußische
(Kriegsminister geantwortet, daß die eingeleiteten
Verhandlungen über die Erhöhung der
Geldabsindung zur Selbstbelöstigung vorauesichtlich
in Kürze zum Abschluß gelangen werden.
Berschiedene Nachrichken.
Eisenbahnunsall. Auf dem Mannheimer
Haupibahnhof entgleiste ein stark besetzter
Zug, der aus dem Neckartal kam. Ein Teil der
Wagen wurde auf den Packwagen aufgeschoben,
wobei is V— verletzt wurden, davon 7
schwer. Die Ursache des Unfalles ist wahrschein-
WIB. Grohßes Hauptquartier, den
Drahtb.) Amtl.
Destlicher Kriegsschauplatz.
z#pnprinz Nupprecht.
und
„Boehn.
Beiderseits der Lys hat sich der Feind in stän
digem Kampf mit unseren Vortruppen bise in
die Linie Wulverghem-Nieppe-Mac St. Maur-Laventie
Richebourg vorgearbeitet. Unfere gemischten
Ableilungen haben ihn in diesen Kämpsen
wirlsam geschädigt und ihm durch Gegenstoh
Gesangene abgenommen.
An der Schlachtfront zwischen Scarpe und
Somme verlief der Tag ruhig. Wir hatten
whrend, der vorletzten Nacht unsere Truppen
in die Linie Arleur- Mogcuvre Manancourt zurückgenommen.
Die seit Tagen schon vorbereiteten
Bewegungen murden plangemäß und ungestört
vom Feind durchgeführt. Der Gegner ist erst
am Nachmittag zogernd gefolgl.
An bher Front wischen loislains und Peronne
hat der Feind seine Angriffe gestern nicht wiederdolt.
Beider#eits von Nonon fuhrte der
Framose flarke Angriffe, die sich im besonderen
gegen das Höhengelände wischen Champagne
und Bussy richteten. Der Feind, der hier viermal
am Vormittag und am Nachmittag vergeblich
gegen die bewährte 231. Infanteriedioision auiturmie,
wurde ebenso wie in den übrigen Angrifsoabschnitlen
restlos abgewiesen.
An der Ailette Erkundungsgesechte. Vorftöße
des Feindes gegen Coucy-le-Chateau scheiterlen.
Jwischen Ailelte und Aiene setzte der Franzose
un Verein mit Amerilanern und Jtalienern nach
stärkster Feuerwirkung zu erneuten Angriffen an-Sie
wurden vielsach nach erbittertein Nahlampf
abger iesen.
Wir schossen gestern 22 seindliche Flugreuge
und 7 Fesselballone ab. Leutuant Ruman errang
seinen 30. Luftsieg.
Deutscher Kronprinz.
Südlich von N dipont brachten wir von erfolgreichen
Vorstößen in die franstösischen Gräben
Gefangene und Viaschinengewehre urnch,
u
endorff.
Weitere amerilanische
Friebenbedingungen.
* Ba 0. Die aus ihren verschiedene en
*
lich seinsche #Weichenstellung.
sel
-taaten nach aan delphia zurückgelehrten Senatoren
berichten, daß sich überall in den Vereinigten
Staaten mehr und mehr eire Volksstimmung
kundgebe, die verlange, daß die Hrupt. if
säechlichten Urheber des Krieges und die für die
Völkerrechts verantwortlichen
Verlehzung des
Militars personlich zur Nechenschaft gezogen wr
den sollen. Diese persönliche Heranziehung der
Kriegsurheber soll im Friedensvertrag festgelegt
werden. Der „Philadephi#a Public Ledger“ saßt
in einem vielbeachteten Artikel diese volkstümlichen
(1) Forderunges in solgenden fünf Punk
ten zusammen: Es genügt nicht, daß Kaiser
Wilhelm # werde; er muß nach einem
befestigten Platz verbann werden. 2. Ein internationaler
Gerichtshof hal die
Staatsmänner und Mililärs feit zustellen, die den
Tauchboortteg empfohlen und angeorbnet r*
ben; sie sind persönlich zu bestrafen. 3. Der
nämliche Gerichtshof soll die deutichen Slaats.
männer ausfindig machen und über sie zu Gericht
sitzen, die als erste den Flugzeugen und Zeppelinen
besohlen haben, offene Slädte zu beschie
hen und Frauen und Kinder zu köten. 4.
selbe Gerichtshof hat biejenigen Perionen aus.
findig zu machen, die die Anwendung glfliger
Gase an der Front empsohlen und angeordnet
haben. 5. Die deutschen Gornverneure in Belgien,
die sich Grausamleiten und völlerrechtswidrige
Handlungen zu schuiden kommen lichen,
sollen verurteilt und bestraft werden.
Die Leistungen unserer Luft ktreitkräfte.
7 WrITR. Berlin, 3. Sept. (Antich.à Die
n#artigen Fornen de beweglichen Ringens
von der Lys bis zur Oise stellen unsere Luflstreitkräste
jeden Tag vor neuartige Ausfgaben.
Sie wurden auch am 1. Sept. glämend geköst.
Noördlich Norenil erundten unsere Ju1—
janlerieslieger eine deu#täth Janterie Arnpanie,
die sich. von allen Seiten eingeschlossen.
hartnäckig verteidigte. Sie führten ihr in dreimaligen
Flügen Fleisch. wieback und Munition
zu. Ein (begenoß befreite die
aus ihrer bedrängten Lage. Das Feuer unferer
Schlachtftafseln saßte auffahrende feindtiche Vatterien
und zersprengle vorgeherde M#lferoen.
ülnter dem Schutze unserer niedrig fliegenden
„Jagdstreitkräste warfen sich #ufarumengesauhte
Fliegerverbände“ einem beiderseits Vraucourt
vorbrechenden Tankiturm entgegen. Die Vesazung.
Leutnant Schner#t#s= eger und Börefeldwebel
Günter von der Fliegerabteilung 25
seo einen Panzerwagen aus niedrig'ter Höhe
mit einem Maschinengewehr in Brand und vernichtete
einen weiten durch gut geleitetes Arlillerieseuer.
Die Flak-Batterie 82 nahm unter
über das Nachrücken des Feinde?.
N. Lauhrer, #
Bouchave#zure her
so# wisam unier
Fuhrung der Lentnanks d.
eindliche Bataillone, die aur
aus zum Angriff anfetzten.
(Hranatseuer, daß sie ausgelöbltt mrucdf#uteien.
Trotz des Sturmes bis #u 2.) Selunbeiieler
Dingen unsere Ballone dich! hinter den eigene:
Infanterielinien über dem Schlachtselo. Ihre
Vieldu gen unterrichtetlen die Fibrung jellertreit
Der Feind
verlor 14 Flugzenge. 2 Vallone. Eigene Ver
lurte: 1 Fiugzeug, 2 Ballone. Zwei F#u#euge
sind bieher nicht aruckgekehr. I.
½5 Das Attentat auf Lenin.
deuischen
Derteilung
sind die
DOfsensine übergegangen uri hühe-Tapferen
-
sZtorllpolm,4.E-cp2.u .al)1b1 Mos
lauer Blätter berichen. daß die Sc i#lreve
lutionäre in den letzten Tagen me- n cspi.».sp
blauer verteilten, i in denen sie d##r M'teich ice
gen Lenin verründeten. Die Gegen: revolaii,
die in der Ermorbdung Lenins ihr Zignel sehen
sollic. kann als unlerdrückt gelten. die Alen
läter sind alle verhaftet.
* Genj, 4. Sept.
Clemenceaus ist durch die vertruhte #½ia
vom Tode Lenins in eine't wahiren Freus
lamnel versent worden. Lomme bre i
net Lenin al: einen von Tei 2
Verräter, den das verd die: te
bet. Sein Tod werde ie geheun 5 Allian
bren, die 'wischen Deutschland W# der Soi
lelmacht be landen habe. Jaurnal de D#
gerät in sonnliche Wut und verlangt von
rusichen G egenrevolln lionären, la il allc
schewifi gerolct, erschossen, erhäng: und gevier r
teilt werden.
Die Cijensive der Jaranet in
Sibirien.
s Amterdam, 1. Sert. (Drabtb.# Aus
Tolio wird berichtel: Nach einer: zmii-- hen Ui
Japaner am 21. Augurn
(Drahtb. Die
bis zum Cyernann zurüchgedr.
weiteren Verfolgung urde
inen. Die Sowietirupgen sprerig «
Wstszniotcndansncksnanc.«««.1
gen nachftoßender Truppen nahmen Manicun
ein. Die Hauptmacht folgte ihr am foll
Tage.
Pfervesleischvergistunge?.
Dortmund. J. Sept. (Drahlb.:
der in dem benachbarten Kamen nach àd#
von Pferdefleisch Vergifteten bett- zꝛ
Sschon 18. Ueber 300 Personen sind noch kran
Wetterbericht für Domnerstag. den 5.
Vorwiegend heiter, lokale Gewitlerregen.
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Stadthämmerei Kesenhem.
K. Silialbank Rosenheim
Bayer. —— Rosenheim,
Sayer. Dbypotheken- und Wechselbank München.
Rosenheim, den 30. August 19/18.
Stadtmagiftrat.
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Beschla sabmen Valliefallen veröffentlichl
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und kann el miern und Stadtmagistraten somte
bei den E7 und Senberzeb mem cingesehen werden.
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