Full text : Historische Untersuchungen. Heft V. (5)

1526.
Mai  7,

—  522  —

seit  getrost,  der  alt  got  lebt  noch,  ist  auch  noch  eben  so  gewaltig
und  mechtig  als  da  er  die  Ifsraelitten  vor  dem  Pharon  erhielt.  —

Von  neuen  zeitungen  zeig  ich  eur  erberkeit  ane,  das  neulicher
tag  Adam  von  Thungen  mit  400  pferden  und  600  zu  fues,  weliche
sich  alle  zue  Felberg  gesammelt,  denen  von  Rotemburg  in  die
landwer  gefallen  und  ob  dreilsig  dorfen  geplundert  und  verprant,
auch  fur  Rotemburg  geruckt  und  etlich  schufs  hinein  gethan,  doch
den  hintern  fues  nit  lang  steen  lassen.  rurt  die  forderung  dohere,
das  etlich  der  von  Rotemburg  bauern  sollen  dabei  gewest  sein,
das  Adamen  von  Thungen  etlicher  schad  in  der  ergangen  aufrurn
begegent;  aber  ubr  ir  erpieten,  das  sie  willig  weren,  wie  inen
dieselben  angezeigt,  rechts  gegen  inen  ergeen  zu  lassen,  darzue
das  sich  das  keiserlich  regiment  in  die  sach  geslagen  und  tag
angesetzt,  ist  soliche  beschedigung  gefolgt.  wurdet  bei  menniglichen
  vermuettet,  ein  zuschub  von  iren  genachperten  geistlichen
herzen  ')  und  iren  anhengern  sei,  dann  schir  eitel  derselben  amptleut
  dabei  gewesen.  ob  nun  die  von  Rotemburg  die  hend  in
buesen  schieben  werden,  ist  guet  zu  urteln;  was  aber  daraus  werden
wurd,  gib  ich  eur  erberkeit  zu  bedenken.

So  ıst  euch  ungezweifelt  bewist,  wie  bei  mennglichen  der
kei.  Mt.  ankunft  in  Italien  ein  grols  gerucht  gewesen;  aber  von
den  leuten,  so  alle  tag  von  denselben  orten  hierher  gelangen,  vernimm
  ich  bei  weitem  nit,  das  mit  dem  vorigen  geschrei  sich  vergleichen
  will.

Des  reichstags  halb  gib  ich  eur  erberkeit  zu  erkennen,  das
furstliche  Durchleuchtigkeit  aus  dem  land  zu  Schwaben  und,  als
man  sagt,  wol  mit  700  pferden  gerüst  gen  Speyer  werts  ist  angeritten.

  meine  herrn  haben  auch  ire  rathspotschaft  verordent,

wurdet  in  wenig  tagen  zue  Speyer  ankumen,  und  wer"  nit  ubel
gethan,  das  sich  die  cristlichen  in  sachen  das  wort  gotts  bedreffen
zusamhielten.  hab  genzlichen  dafur  und  des  ein  wissen,  das  meins

‚gnedigen  heren  landgraffen  gesandten  bei  meiner  herrn  potschaft

allen  gueten  willen  finden  und  sich  des  hinwiderumb  versehen
  werden.

Das  hab  ich  euer  erberkeit  in  eil  als  meinem  lieben  herrn,
den  ich  in  die  pfleg  und  versehung  gots  des  almechtigen  bevilch,
nit  wollen  verhalten.

Datum  am  17.  mai  1526.

J.  Rorer.

ı)  So  die  Vorlage.