Ursachen unseres Niederbruches — der nun ja auch den
Einwohnern des Landes offenbar war — dahin zusam—
men: Deutschland hat zwei schwere Fehler gemacht. Es
hätte im Herbst 14 Frieden machen sollen; gelang das
nicht, so mußte es einen Zivildiktator von unbedingter
Macht und Energie ernennen, der dann die nötige Ord—
nung im Innern sicherte. — An diesem gleichen Abend
erzählte mir der erste Generalstabsoffizier der Heeres—
gruppe, Major von Bock, daß er von einem Elappensoldaten,
einem Landsturmmann, auf offener Straße be—
leidigt worden sei. Zwei Tage später bin ich dann selbst
zum ersten Male mit der Revolution in direkte Fühlung
gekommen.
Ich fuhr mit meinem Ordonnanzosstzier Zobeltitz von
Waulsort die Maasstraße auf Givet, um noch einmal
die Truppen zu besuchen, die nunmehr bei Charleville
die Maaslinie halten sollten. Als wir, wenige Kilo—
meter hinter Waulsort an einer Stelle, an der die Eisen—
bahn dicht neben der Chaussee entlangläuft, an einem
auf offener Strecke halkenden Urlauberzug vorüberkamen,
erblickte ich die erste rote Fahne. Und gleich
darauf schallten mir auch schon aus den offenen oder zer—
krümmerken Wagenfenstern die albernen Rufe entgegen,
die damals zu einer Ark Losungswork und Feldgeschrei
aller Radaubrüder und Unzufriedenen geworden waren:
„Licht aus!“ — „Messer ’raus!“
Ich ließ mein Auko sofork halten und ging, von Zobelkitz
begleikek, auf den Zug los. Ich befahl den Leuten,
auszusteigen, was auch sofork geschah.
Es mögen einige hunderk Mann gewesen sein, eine
ziemlich wüst aussehende Gesellschaft, zum größten Teile
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