Metadaten : Königlich Württembergisches Staats- und Regierungs-Blatt vom Jahr 1821. (16)

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Je  mehr  eine  gesetzmaͤßige,  rasche  Verwaltung
  von  Unsern  Unterthanen  erwartet
werden  kann,  je  mebr  Wir  Selbst  ebcn
deehalb  Unser  unabläßiges  Augenmerk  auf
schleunigen  Betrieb  derselben  zu  elchten,
Uns  verbunden  fühlen,  desto  mehr  halten
Wir  Uns  verpflichtet,  keln  Mlttel  anbe,
nütt  in  lassen,  was  die  Vollstreckung  und
Handbabung  der  bestehenden  Gesetze  und
Dienst-Vorschriften  mehr  slchern  kann.

Wir  baben  demnach,  nach  Anbbrung
Unseres  Gebeimen  Ratbs,  für  dlienlich  erachtet,
  in  Betreff  der  Ausübung  der  den
WVorfständen  der  Departements  und  Colleglen
(welche  Uns  für  Bewirkung  jenes  Zwecks
besonders  verantwoxtlich  sind)  zukommenden
Dleciplinar-Straf-Befugnsse,  Nachstebendes
  zu  verordnen:

Art.  1.

Jedem  Departements-Chef  stebe  gegen
die  thm  untergeordneten  Dlener,  ohne  Unterschied
  der  Dlienst-Kategorie,  elne  unter.
der  nachfolgenden  Boraussetzung  auszuuͤbende
  Straf-Befugniß  zu,  welche  sich  auf
Geldbußen  bis  zum  Betrage  von  zwanzig
Thalern,  und  gegen  dle  niedern  Offteiamen
neben  dsesen  Gelrbußen,  jedoch  niche  gleichzeltig
  mit  denselben,  auf  eine  kurze  einfache
Freibeitsstrafe  bls  zu  dreltäglgem  Gefängalß
  -Arreste  erKtreckt.

Art.  2.
Den  Colleglal  Chefs  erthellen  Wir

gleich  falls  eine,  gegen  dle  Konzlel  urd

üäbrige  untergeerdneten  Angehdiige  des  lhrer
bkeltung  anvertrauten  Colleglums,  unter  den
blernach  zu  erwähnenden  Veraussetzungen
in  Anwendung  zu  bringeide  Straf-Genet
bis  auf  den  Belauf  von  zehn  Thalern,  uad
tegen  dle  niedern  Offlcianten  überdses  das
lm  vorigen  Artlkel  bestimmte  weitere  Coerreitions-Recht.


Art.  3.

Diese  Befugniß  der  Devortemenks,  un
TColleglal=  Chess  kann  jedoch  nur  bel  Ven
fehlungen  im  Dienste  selbst  in  Ausütuy
gebracht  werden.  Sie  bezlhe  sich  mittta
vorzüglich  auf  die  Fälle  von  Dlenstnach=Lßlekeit,
  Unfteig,  Verzbhgerlichkele  und
WVersumnissen,  und  bei  Subalternen  sanbesondere
  auf  den  Fall  der  Nicht-Befolgunz
der  ihnen  In  Ansehung  des  Kanzlel-Dienfies
ges  büsch  erthellten  Befeple.

Hierbel  kann,  in  sofern  nicht  dle  Geise
der  Verfehlung  esne  Ausnabme  begründet,
#u  Geld=  und  Arrest=  Strafen  erst  oledane
geschritten  werden,  wenn  Wornungen  un
Verweise  fruchtlos  geblleben  find.