Full text : Gesetz-Sammlung für die Königlich Preußischen Staaten. 1865. (56)

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(Nr.  6101.)  Vertrag  zwischen  Preußen  und  Mecklenburg-Schwerin  wegen  der  weiteren
Eisenbahn  =  Verbindungen  zwischen  den  beiderseitigen  Staaten.  Vom
20.  Mai  1865.

(Ste  Majestat  der  König  von  Preußen  und  Seine  Koönigliche  Hoheit  der
Großherzog  von  Mecklenburg-Schwerin  haben  zum  Zwecke  einer  Vereinbarung
über  die  weitere  Entwickelung  der  Eisenbahn-Verbindungen  zwischen  den  beiderseitigen
  Staaten  Bevollmächtigte  ernannt,  nämlich:

Seine  Majestät  der  König  von  Preußen:

Allerhöchstihren  Geheimen  Ober-Regierungsrath  Carl  Wilhelm
Everhard  Wolf,

Allerhöchflihren  Geheimen  Ober-Finanzrath  Gustav  Hasselbach,

Allerhöchstihren  Wirklichen  Legationsrath  Paul  Ludwig  Wilhelm
Jordan;

Seine  Königliche  Hoheit  der  Großherzog  von  Mecklenburg-Schwerin:


Allerhöchstihren  außerordentlichen  Gesandten  und  bevollmächtigten  Minisier,
  Generallieutenant  und  Oberhofmeister  Adolph  von  Sell,

Allerhöchstihren  Geheimen  Ministerialrath  Dr.  Eduard  Meyer,

welche  nach  geschehener  Auswechselung  und  gegenseitiger  Anerkennung  ihrer
Vollmachten  unter  Vorbehalt  der  landesherrlichen  Ratifikationen  folgenden
Staaksvertrag  abgeschlossen  haben:

Artikel  1.

Die  Königlich  Preußische  und  die  Großherzoglich  Mecklenburg-Schwerinsche
  Regierung  verpflichten  sich  gegenseitig,  Erstere  den  Bau  einer  Eisenbahn
von  Pasewalk  über  Straßburg  bis  an  die  Mecklenhurg.  Strellesche  Grenze  zu
gestatten  und  zu  befbrdern,  Letztere  die  Kortseung  der  Großherzoglich-Mecklenburg-Schwerinschen
  Friedrich-Franz-Bahn  von  Neubrandenburg  bis  zum  Anschluß
  an  ersteren  Bau  ausführen  zu  lassen.

Artikel  2.

Die  Berlin-Stettiner  Eisenbahngesellschaft  hat  sich  bereit  erklärk,  die
Bahnstrecke  von  Pasewalk  über  Straßburg  zur  Landesgrenze  bis  Ende  1867.
auszuführen.  Die  Königlich  Preußische  Regierung  wird  der  Gesellschaft  hierzu
unter  den  üblichen  Bedingungen  die  Konzession  ertheilen,  und  demnächst  insbesondere
  darauf  halten,  daß  die  Gesellschaft  die  berriebsfä4hige  Vollendung  des
Baues  nicht  über  Ende  1867.  hinaus  verzögert.

(r.  610l)  71“°  Ar-