Full text : Meyers Großes Konversations-Lexikon. Dritter Teil. (3)

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Casa  Ratti,  ital.  Panzerwerk  bei  Arsiero,  26.  Mai
1916  von  den  Ocsterreichern  erobert;  vgl.  S.  113.
Casement,  Sir  Roger,  ir.  Politiker,  geb.  1.  Sept.
1864,  98—05  engl.  Konsul  in  Portug.-Westafrika  u.
im  Kongofreistaat,  später  Generalkonsul  von  Haiti
und  San  Domingo,  seit  1909  Generalkonsul  in  Rio
de  Janeiro,  eifrigster  uneigennütziger  Vorkämpfer  für
die  Bildung  und  Befreiung  des  ir.  Volkes,  sollte  auf
Betreiben  des  engl.  Min.  des  Außern,  Grey,  durch
seinen  vom  brit.  Gesandten  in  Christiania,  Findlay,
gedungenen  Diener  ermordet  werden.  Bei  dem  Versuch,
  zu  Beginn  des  ir.  Aufstandes  aus  Deutschland
nach  Irland  zu  gelangen,  wurde  C.  April  1916  vor
der  Landung  gefangengenommen,  wegen  Hochverrats
28.  Juni  zum  Tode  verurteilt  und  3.  Aug.  hingerichtet.
  Ges.  Schriften  erschienen  München  1916.  Vgl.
Rothenfelder,  C  in  Deutschland  (Augsb.  1917).
Casinn,  rechter  Nebenfluß  des  Trotus  in  der  Moldau,
  mündet  bei  Onesti.  —  Das  strategisch  wichlige  C.“=tal
  war  Ausgangspunkt  der  Offensive  des  Erzherzogs
Joseph,  die  am  28.  Dez.  1916  begann  und  nach  Anfangserfolgen
  bei  Mon  Casin  10.  Jan.  1917  zum
Stehen  kam.  Die  Rumänen  drangen  28.  Juli  1917
in  30  km  breiter  Front  gegen  Westen  vor,  wobei  ihr
Zentrum  im  Cltal  bis  über  die  Quellen  vorstieß.
Cafiunlui,  Monte,  rumän.  Berg  an  der  siebenbürg.
  Grenze,  zwischen  Ojtoz=  und  Casinutal,  war
Jan.  und  Juli  4.  1917  heftig  umkämpft.  «
Castel-mayttridres,Marquisde,fkanz.
General,  geb.  1851,  1909  Div.-Kommandeur,  1913  in
den  oberen  Kriegsrat  berufen  und  zu  Beginn  des  Kriees
  Kriegsmbnster,  Jan.  1915  Oberbefehlshaber  des
Fanz.  Zentrums,  12.  Dez.  1915  Generalstabschef  der
Armee,  15.  Dez.  1916  Führer  der  nördl.  Heeresgruppe.
Casus  foederis  (lat.),  Bündnisfall,  der  &  gemeinsamem
  Handeln  verpflichtet.  Vgl.  Bd.  I,  S.  22.
Cattaro,  österr.  Kiegshafen  in  Dalmatien,  an
der  Bocche  di  C.  (vgl.  Bd.  II,  S.  122),  mehrfach
erfolglos  bombardiert.  C.  spielte  als  Unterseebootbasis
  und  Ausgangspunkt  des  Angriffs  auf  den  Lov-Een
  eine  wichtige  Rolle.
Cengio,  Monte,  Berg  in  den  Sieben  Gemeinden,
1351  m,  östlich  von  Arsiero,  wurde  31.  Mai  1916

von  den  Osterreichern  erstürmt,  25.  Juni  von  den

Italienern  zurückgewonnen.

Cerna  (Crnarjeka),  linker  Nebenfluß  des  Wardar,
  in  Mazedonien,  mündet  füdöstl.  von  Köprüll.  —
Am  13.  Nov.  1915  warfen  die  Bulgaren  einen  franz.
Vorsloß  durch  Gegenangriff  zurück,  überschritten  die  C.
und  nahmen  am  14.  Nov.  die  französ.  Stellungen  auf
dem  östl.  Ufer.  Nach  Eroberung  von  Kréova  (26.  Nov.)
wurde  den  Serben  die  letzte  Stellung  an  der  C.  entrissen
  u.  am  27.  Nov.  die  obere  C.  von  den  Bulgaren
Überschritten.  Die  Franzosen  räumten  6.  Dez.  den  C.-—
Wardarbogen.  Sept.-Okt.  1916  und  Mai  1917  bildete
der  C.-Bogen  das  Zentrum  der  frz.-serb.  Offensiven.
Der  feindliche  Vorstoß  Sepl.  1918  führte  zur  endgültigen
  Eroberung  des  C.-Gebietes.  Vgl.  S.  90,  101.

Cernavoda  (Tschernawoda),  Stadtim  rumän.
Dep.  Constanza;  wurde  25.  Okt.  1916  von  den  Bulgaren
  erobert;  vgl.  Bd.  II,  S.  222  ff.

Cer  Plauina,  Bergkette  im  nordöstl.  Serbien.
Durch  Erstürmung  der  stark  befestigten  Linie  C.—
Misar  zwangen  die  Österreicher  die  Serben  am  10.
Nov.  1914  zum  Rückzug  auf  Valjevo.

Cetinje,  Haupt=  und  Residenzstadt  Montenegros,
wurde  am  14.  Jan.  1916  von  der  Armee  Koevess  genommen.
  Vgl.  S.  70.

Casa  Ratti  —  Chile

Cetroseni,  Ort  bei  Bukarest,  wo  6.  März  bis  7.
Mai  1918  die  deutsch-rumän.  Friedensverhandlungen
geführt  wurden.  Der  Friedensvertrag  selbst  wird
nach  Bukarest  benannt.  der  belg.  Armee.

Cenninck,  belg.  General,  1918  Oberbefehlshaber

Champagne,  Landschaft,  früher  Provinz,  im
Osten  Frankreichs,  zwischen  Isle-de-France  und
Lothringen,  mit  bed.  Weinbau  (val.  Bd.  I.  S.  150
sowie  die  Karten  bei  S.  205  u.  207),  war  bes.  Anfang
  1915  („Winterschlacht  in  der  C.),  im  Frühjahr
und  Sommer  1917  und  Herbst  1918  der  Schauplatz
großer  Kämpfe;  vgl.  S.  71ff.,  76,  86/87,  108,  105.

Chautilly,  Stadt  im  franz.  Dep.  Oise,  am  Walde
von  C.,  war  von  Herbst  1914  bis  Jan.  1917  Sigtz  des
französischen  Hauptauartiers.

Chapitrewald,  Hügelland  nordöstl.  von  Verdun,
war  Juni  1916  hart  umkämpft;  vgl.  S.  79.

Charlemout,  starkes  Sperrfort,  an  der  Maas,  bei
Givet,  31.  Aug.  1914  von  den  Deutschen  erobert.

Charleroi,  Arrondissementshauptstadtin  der  belg.
Provinz  Hennegau,  an  der  Sambre,  Mittelpunkt  eines
großen  Kohlenbeckens,  wurde  Ende  Aug.  1914  von
der  Armee  Bülow  genommen.

Charleville,  Stadt  im  franz.  Dep.  Ardennen,
war  1914—16  Hauptquartier  der  deutschen  Obersten
Heeresleitung,  1916—18  des  deutschen  Kronprinzen.

Charlottenkreuz,  württ.  Kriegsauszeichnung;
vgl.  Bd.  I.  S.  357.

Chaulnes,  Stadt  im  franz.  Dep.  Somme,  in  der
Sommeschlacht  1916  umkämupft  (vgl.  Bd.  II,  S.  218),
wurde  26.  März  1918  von  den  Deutschen  erobert.

Chäteau-Thierry,  Stadt  im  frz.  Dep.  Aisne,  an
der  Marne,  südlichster  Punkt  des  deutschen  Vormar--sches
  Legen  die  Marne,  wurde  1.  Juni  1918  besetzt.
Vgl.  S.  28.

Chelmsford,  Frederic  J.  N.  Thesiger,  Baron,
  engl.  Staatsmann,  geb.  12.  Aug.  1868,  1905—
1909  Gouverneur  von  Queensland,  1909—13  von
Neusüdwales,  seit  1916  Vizekönig  von  Indien.

Chemie.  über  die  C.  im  Kriege  vgl.-Die  deutsche
chemische  Industrie  im  Weltkriege,  Bd.  J,  S.  295  ff.;
:  Schieß=  und  Spengstoffet.  Bd.  III,  S.  171  und  -Ersatzfaserstosse,
  Bd.  III,  S.  179.

Chemin  des  Dames  (Damenweg),  1770  angelegte
  Promenade  füdl.  von  Laon,  parallel  zur  Aisne.
1917  (frz.  Offensiven  im  Mai  und  Okt.)  war  der  C.
Brennpunkt  schwerer  Kämpfe.  Die  Ende  Mai  1918
begonnene  Offensive  brachte  den  C.  in  den  Besitz  der
Deutschen,  die  ihn  Anfang  Okt.  wieder  verloren.  Bgl.
S.  86/87,  101.

Cherson,  Hauptstadt  des  gleichnam.  ruff.  Gouv.,
96000  Einw.,  am  Dnujepr,  wurde  20.  März  1918
beim  Vormarsch  gegen  die  Bolschewisten  von  den
Deutschen  besetzt.

Chersones,  thrakischer,  svw.  Gallipoli.

Chiesa,  Giacomo  della,  s.  Benedikt  XV.

Chiffrieren,  in  Geheimschrift  Übertragen;  s.
„Das  Nachrichtenwesen  im  Weltkriege-,  S.  167.

Chile.  Die  politischen  wie  die  wirtschaftlichen  Beziehungen
  C.3  waren  bei  Ausbruch  des  Weltkrieges

Unstig.  Zu  England,  das  C.  einst  wirtschaftlich  er-Fcloffen
  hat,  bestand  eine  alte  Hinneigung,  aberebenso
hatte  sich  zu  Deutschland  ein  sehr  gutes  Verhältnis

estaltet,  das  in  der  Entsendung  einer  deutschen  Miitärmission
  Ausdruck  fand.  Den  Vereinigten  Staaten
ehenübeer  beobachtete  C.  eine  korrekte,  aber  zurück-1o“
  ende  Politik,  da  es  seine  Unabhängigkeit  gegenüber
  deren  panamerikanischen  Ansprüchen  sicherzu-