— 31 —
zur Einsicht da), wie dieselben Leute stimmten und stimmen, gleich darauf,
nachdem sie nicht mehr unmittelbar in den Händen dieser Partei waren. —
„Gegen Demokraten helfen nur Soldaten“ Ja! und sie helfen treulich;
aber auch gegen die Ideen des Fortschritts einer neuen Zeit Nein!
und abermals Nein! eben so wenig, als die aufgebotenen Söldner gegen
die Reformation etwas ausrichteten. Nicht der bescheidene, sogar anfangs
schüchterne Luther war es, welcher die Kirchenspaltung herbeiführte; es
war der Hochmuth und Dummstolz, die Starrköpfigkeit und Frivolität, die
perfide Herrschsucht und Habgier seiner Gegner. — Die Leute, welche
närrisch genug sind, zu glauben, dadurch daß sie die Hand vor den Angen
halten, das Sonnenlicht fortschaffen zu können, würden aus der Geschichte
vieles zu lernen vermögen, wenn sie solches nur recht lesen wollten
und die Fähigkeit dazu besäßen.
Auf der andern Seite könnte und sollte man sich aber auch endlich
über die Verwendung des Heeres im Innern zu politischen Zwecken,
Staatsstreichen 2c. beruhigen, denn sie wird nicht mehr nothwendig erscheinen.
Preußen hat an seiner einen sogenannten Revolution mehr als
genug. Es sieht vertrauensvoll zu seinem geliebten Königshause auf, in
welchem seit Jahrhunderten das Wort stets ein Fels war, an welchem
perfide Bestrebungen scheiterten, und das ja mit dem Vaterlande lebt und
stirbt. Das preußische Volk hat jetzt seine gesetzlichen Organe, um sein
Wollen und Wünschen auszusprechen und zugleich Geduld genug, um
eine gute Weile abzuwarten, wann die ergötzlichen Sprünge und Drehungen
gewisser Leute fie selbst so müde und schwindelig gemacht haben, daß sie
endlich sich legen, und ihr wirbelnder Verstand zuletzt wieder in den
rechten Schick kommt. Im alten Rom dauerte der Kampf im Innern
um Glleichberechtigung der Plebejer und Patricier Jahrhunderte; in
Preußen wird er schneller entschieden sein, denn unsere modernen Patricier
sind denen des alten Roms so ähnlich, wie etwa unser Herrenhaus
dem römischen Senat zur Zeit des Kampfes. —
Der Kreuzzeitungspartei ist es nicht zu verdenken, wenn sie Heer
und Polizei stets vermehrt sehen will; für Durchführung ihrer Zwecke
bedarf sie wirklich solcher Gewalten. In ihrer Politik liegt es, dazu
immer neue revolutionäre Gespenster vorzuführen, obgleich sie recht gut
weiß, daß gerade im preußischen Volke gesetzlicher Sinn und Kraft genug
vorhanden sind, um solche zu verscheuchen, wären sie noch vorhanden, und
daß für Preußen diese ewige und nachgerade widerliche und langweilige
Demokratenfurcht und Demokratenjagd nur eine Beschimpfung ist, die
von ihm immer mehr gefühlt wird. Freilich der guten Partei ist schon