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Tafel VI (zwischen S. 118 und S. 119).
Nachbildung des Anfangs einer Seite aus der
Hohenems-Lassbergschen Handschrift des Nibelungenliedes,
jetzt in der Bibliothek des .Fürsten
von Fürstenberg zu Donaueschingen. Sie stammt
aus dem Anfang des 13. Jahrhunderts. Die Initiale
N ist farbig (rot und blau) gemalt. Der Text
lautet: '
1. Mu daht ouch alle cite! daz Gunthers wiß:
„Wie treit? et also hohe Chriemhilt den lid?
Nu ist doch unser eigen Sivrit ır man,
Daz er uns niht endienet des wolde ich gerne ein
ende han‘
2. Diz trüch? si in ir hercen* und wart doch wol
verdeit®,
Daz si ir so vremde warn, daz was der frowen kit;
Daz si nihl zinses heit von des fursten lanı.
Wa von daz chomen waere, daz het si gerne bechant®.
3. Si versuchtez’ manigen ende, ob chunde® daz geschehen,
Daz si Chriemhilte mohte noch gesehn.
Si reitez? heimliche des si da hete mül.
Do ne duht den chunic riche der frowen bete niht
ze güÜL.
4. „Wie chunden® wir si bringen“, sprach der lobes
rich,
„Her zü disen landen? Dar waere unmugelch.
Si sint uns gar se verre, ich gear sis niht gebiten.“‘
Des antwurt im Prunhilte in vil listigen siten.
I zit. ° — traget, s.$ 14, S. 106f. * truoc. * herzen.
® = verdaget s. & 14, S. 106 f£. * bekant. ? versuchte e3.
® kunde(n). ? redete e2.