Von der Rückkehr aus dem helligen Lande rc. 279
heiligen Nicelaus zu erbanenden Kirche. Auch in Natzeburg scheint im-Herzog
Heinrich für neue kirchliche Bauten gesorgt zu haben.)
Von Lübeck ging er dann nach Braunschweig zurück, von wo ihn
die Angelegenheiten des Reichs bald wieder an den Hof des Kaisers
riefen. Bischof Heinrich von Lübeck aber wußte sich auch in seiner
neuen Stellung bei seinen Geistlichen sowohl wie der ihm anvertranten
Gemeinde in kurzer Zeit allgemeine Liebe und Achtung zu
erwerben durch sein schlichtes, demüthiges Wesen, seine ruhige Beredtsamkeit,
namentlich aber durch seine tiefe, sich aber prunklos und
ohne Eitelkeit gebende Bildung. -
Während so Herzog Heinrich eifrig für die Sicherheit und
Hebung selner kirchlichen Stiftungen in den slavischen Landen
sorgte, mußte sein Blick auch auf die politische Sicherstellung derselben
nach außen hin und damit auf die Bestrebungen seines dänischen
Bundesgenossen Waldemar gerichtet werden. Seitdem der
durch die Eroberung Rügens entstandene Streit um Johanni 1171
durch die persönliche Zusammenkunft der beiden Fürsten ganz nach
des Sachsenherzogs Verlangen ausgeglichen war, hatte König Waldemar
zwar die damals stipulierten Bedingungen treulich gehalten
und dem Herzoge die Hälfte des von den Rugiern gezahlten Tributs
richtig ausgeliefert, zugleich aber seine auf neue Eroberungen
ausgehenden Züge ruhig fortgesetzt. Dieselben waren namentlich
gegen Pommern gerichtet. Während des Herzogs Wallfahrt nach
Jerusalem, im Frühjahr 1172, hatte Waldemar mit seiner Flotte
die pommerschen Küsten überfallen, die Gegend von Wollin, Cammin,
Wolgast verwüstet, Usedom aber vergeblich belagert. Doch
jagte er durch sein rastloses Vordringen den Slaven einen solchen
Schrecken ein, daß sie, als er sich im Frühjahr 1174 zur Erneuerung
seines Zuges anschickte, die Vermittelung des Slavenfürsten Pribislav
in Anspruch nahmen, durch welche fie denn auch gegen Erlegung
bedeutender Summen einen Waffenstillstand auf zwei Jahre
zugesichert erhielten. Der Herzog Bogislav von Pommern aber, der dem
siegreichen Vordringen des Dänenkönigs nicht mehr zu widerstehen
vermochte, suchte sich seine Stellung nun dadurch zu sichern, daß er
2) ibid. Dux autem eodem tem- cuius consummationem dedit quovis
pore aediflcare coepit ecclesiam Lube- anno centum marcus denariorum, simikanaem
in honorem B. Joannis Bap- liter in Receburg, et omni studio notistae
et S. Nicolai, confessoris Chri- vellae plantationi in rogione aquilonari
sti. et primum cum Henrico episcopo insistebat.
lapidem in fundamento posuit. Ad