Verfassung des Deutschen Reichs. 13
Königliche Hoheit der Großherzog von Baden und Seine
Königliche Hoheit der Großherzog von Hessen und bei Rhein
für die südlich vom Main belegenen Theile des Groß-
herzogthums Hessen, schließen einen ewigen Bund zum
Schutze des Bundesgebietes und des innerhalb desselben
gültigen Rechtes, sowie zur Pflege der Wodhlfahrt des
Deutschen Volkes. Dieser Bund wird den Namen Deutsches
Reich führen und wird nachstehende
Verfassung
haben.
I. Bundesgebiek.
Artikel 1.
Das Bundesgebiet besteht aus ven Staaten Preußen
mit Lauenburg, Bayern, Sachsen, Württemberg, Baden,
Hessen, Mecklenburg-Schwerin, Sachsen-Weimar, Mecklen-
burg-Strelitz, Oldenburg, Braunschweig Sachsen-Meiningen,
Sachsen-Altenburg, Sachsen-Koburg-Gotha, Schwarzburg-
Rudolstadt, Schwarzburg-Sondershausen, Anhalt, Waldeck,
Reuß älterer Linie, Reuß jüngerer Linie, Schaumburg-
Lippe, Lippe, Lübeck, Bremen und Hamburg.
Wegen Vereinigung von Elsaß-Lothringen mit dem Deutschen
Reiche vergl. Reichsgesetz vom 9. Juni 1871 (unten S. 51)
und vom 25. Juni 1873, 5. 2 (unten S.53); Helgoland: S. 123.
Das Herzogthum Lauenburg, zunächst mit der Krone Preußen
durch Personalunion vereinigt (13. September 1850), ist nach
den Preuß-. Gesetze vom 23. Juni 1876 mit Preußen dauernd
derbunden.
II. Reichsgesetzgebung.
Artikel 2.
Innerhalb dieses Bundesgebietes übt das Reich das
Recht der Gesetzgebung nach Maßgabe des Inhalts dieser
Verfassung und mit der Wirkung aus, daß die Reichsgesetze
den Landesgesetzen vorgehen. Die Reichsgesetze erhalten
ihre verbindliche Kraft durch ihre Verkündigung von Reichs-
wegen, welche vermittelst eines Reichsgesetzblattes geschieht.
Sofern nicht in dem publicirten Gesetze ein anderer An-