244 Sechstes Kapitel.
des Regiments Kaluga und die ungarische des Regiments Prinz von
Preußen, deren Chef der Prinz war. Ihnen schlossen sich die Abgesandten
deutscher Fürsten an, welche die Glückwünsche ihrer fürstlichen Kriegs—
herren — voran der Großherzöge von Baden, von Mecklenburg-Schwerin
und von Sachsen-Weimar — überbrachten.
Fast unabsehbar war die Reihe der nun folgenden Deputationen des
Candtags, der Akademien, Institute, der Geistlichkeit, der Künstler, der
Schützengilde, der Stadt Berlin und anderer Städte, des Nationaldankes,
des Berliner Veteranenvereins, ländlicher Kreise und Korporationen, die
in schier endloser Folge sich drängten, dem
Prinzen ihre innige Hingebung auszudrücken.
Kunstvolle Adressen, kostbare Ehrengeschenke
und, was besonders nach dem Sinne des
Prinzen war, gesammelte Kapitalien zu
milden Stiftungen in reichem Wecksel brachten
sie dar. Und für alle hatte der Drinz
ein freundlich dankbares und beziehungsreiches
Wort. Lange verweilte er bei den
Deputationen der beiden Zäuser des Landtags.
Er sprach zu ihnen von dem Ernste
des gegenwärtigen Augenblicks und von
der Motwendigkeit, an dem „teerrlichen
Kleinod des Daterlandes“, an der Wehr—
haftigkeit des Dolkes nie zu rütteln. „Die
Armee ist gut“, fuhr er fort, „die Diszi--·
plin ist vortrefflich; aber um diesen treff—
Ebrenhelm, Ehrengabe der lichen Geist zu erhalten, gehört sehr viel
„alten Krieger“ von 1813—1815 zum "„ .
1. Junnur 1857. dazu, es gehört das dazu, daß Sie, daß
das Volk für denselben ist. Die Armee hat
unter allen Umständen ihre Schuldigkeit gethan und wird sie wieder thun.
Daher hat sie Anspruch auf die Fürsorge der Dertreter des Landes."
Dann sprach er von sich. Die Beweise der Liebe und Suneigung, sagte
er, die er empfangen, betrachtete er als Anerkennung seines guten Willens,
in allen Beziehungen und in jeder Stellung seine Schuldigkeit zu thun
und hierdurch, so viel er vermöge, für des Vaterlandes Wohl zu wirken;
denn nur, wenn Hreußens Dolk glücklich sei, fühle auch er sich glücklich.
Eine Abordnung von Berliner Bürgern aus allen Stadtbezirken
überreichte dem Hrinzen einen silbernen LCorbeerkranz, dessen Blätter auf
der einen Seite die amen der Gefsechte und Schlachten zeigten, die der