Full text: Impf-Friedhof.

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Ausschlag. Er wurde am 3. 6. 1911 von Dr. Cloß geimpft. 10 Tage 
nach der Impfung bestand heftiger Rotlauf und Fieber; der geimpfte 
Arm war stark geschwollen. Nach Ansicht des Dr. Cloß „wäre dies 
ein Fall, der mit der Impfung in Verbindung gebracht werden 
könnte". (In Württemberg scheint der für Preußen gebränuchliche 
Normalstempel des Reichsgesundheitsamtes noch unbekannt zu sein.) 
Das Kind ist jetzt noch nicht hergestellt. 
336. Kalen. Der 12 Jahre alte Sohn des K., kräftig und 
gesund, wurde am 10. 6. 1911 geimpft; bei der Nachschau Impf- 
rotlauf und rechter Impfarm stark geschwollen; am 24. 6. hohes 
Fieber, Uebelkeit, Ohnmachtsanfälle. Er mußte einige Tage der 
Schule fern bleiben. Heute, am 7. 7. 1911, noch in ärztlicher Be- 
handlung. Der Rotlauf erstreckte sich von der Achsel bis zur Mitte 
der Brust. Auf der ganzen Fläche bis über den Ellenbogen sind 
wohl hundert stecknadelkopfgroße Eitergeschwüre, denen Eiter entquillt. 
337. Kalen. Karl, Sohn des Chr. W., geboren am 21. 3. 1910, 
kräftig und gesund, wurde am 3. 6. 1911 von Dr. Cloß geimpft. 
Bei der Nachschau am 10. 6. heftiger Rotlauf, Oberarm stark ge- 
schwollen; riesige Impfpusteln. Der Impfarzt äußerte, ein Schnitt 
sei „e' bisle z' groß worde". Heute, am 7. 7., übelriechender Aus- 
schlag am rechten Arm von der Impfstelle bis zum Handgelenk, am 
Kinn und Ohr. Vorher milchreine Haut. 
338. Ralen. August, Sohn des W. J. in Attenhofen, Oberamt 
Valen, geboren 20. 8. 1910, bis zur Impfung kräftig und gesund, 
wurde anfangs Juni durch Dr. Cloß geimpft. Seitdem Hautausschlag 
am ganzen Körper, ausgehend von der hochangeschwollenen Impfstelle, 
von der Sohle bis zum Scheitel. besonders das rechte Auge, die rechte, 
geimpfte Körperhälfte, Arme und Beine. Auf Vorhalt der impf- 
geschädigten Eltern, daß das Kind seit der Impfung krank sei. erklärte 
der Arzt: „wenn das Kind den Fuß gebrochen hätte, so müßte das 
Impfen auch daran schuld sein“. Heute, am 7. 7. befindet sich das 
Kind noch in ärztlicher Behandlung. 
339. Kalen. Hubertus, Sohn des P. W. in Oberkochen im 
Oberamt Aalen, wurde am 25. 10. 1910 geboren und am 1. 6. 1911 
von I#r. Cloß geimpft. 8 Tage nach der Impfung bekam er, besonders 
auf der rechten, geimpften Seite, etwa 100 pockenartige Geschwüre am 
ganzen Körper. Das rechte Ohr war dick und boch geschwollen. Der 
behandelnde Arzt Dr. Sch. bestätigte, daß die Impfung die Ursache 
der Geschwürsbildung sei.