Full text : Reichs- und Staatsangehörigkeitsgesetz vom 22. Juli 1913.

Ges.  üb.  d.  Erwerbung  u.  d.  Verlust  der  Bundes=  u.  Staatsangehörigkeit.  7

die  Staatsangehörigkeit  in  demjenigen  Bundesstaate,  in  welchem
sie  sich  niedergelassen  haben,  durch  eine  von  der  höheren  Verwaltungsbehörde
  ausgefertigte  Aufnahme-Urkunde,  welche  auf
Nachsuchen  ihnen  erteilt  werden  muß.

822.

Tritt  ein  Norddeutscher  ohne  Erlaubnis  seiner  Regierung
in  fremde  Staatsdienste,  so  kann  die  Zentralbehörde  seines
Heimatstaates  denselben  durch  Beschluß  seiner  Staatsangehörigkeit
  verlustig  erklären,  wenn  er  einer  ausdrücklichen  Aufforderung
zum  Austritte  binnen  der  darin  bestimmten  Frist  keine  Folge

leistet.
823.
Wenn  ein  Norddeutscher  mit  Erlaubnis  seiner  Regierung
bei  einer  fremden  Macht  dient,  so  verbleibt  ihm  seine  Staatsangehörigkeit.


8  24.

Die  Erteilung  von  Aufnahme-Urkunden  und  in  den  Fällen
des  8  15  Absatz  1  von  Entlassungs-Urkunden  erfolgt  kostenfrei.

Für  die  Erteilung  von  Entlassungs-Urkunden  in  anderen
als  den  im  §  15  Absatz  1  bezeichneten  Fällen  darf  an  Stempelabgaben
  und  Ausfertigungsgebühren  zusammen  nicht  mehr  als
höchstens  Ein  Taler  erhoben  werden.

8  25.

Für  die  beim  Erlasse  dieses  Gesetzes  im  Auslande  sich  aufhaltenden
  Angehörigen  derjenigen  Bundesstaaten,  nach  deren
Gesetzen  die  Staatsangehörigkeit  durch  einen  zehnjährigen  oder
längeren  Aufenthalt  im  Auslande  verloren  ging,  wird  der  Lauf
dieser  Frist  durch  dieses  Gesetz  nicht  unterbrochen.

Für  die  Angehörigen  der  übrigen  Bundesstaaten  beginnt
der  Lauf  der  im  §21  bestimmten  Frist  mit  dem  Tage  der
Wirksamkeit  dieses  Gesetzes.

8  26.

Alle  diesem  Gesetze  zuwiderlaufenden  Vorschriften  werden
aufgehoben.

27.  ·
Dieses  Gesetz  tritt  am  1.  Januar  1871  in  Kraft.