Full text: Das Goldene Buch des Deutschen Volkes an der Jahrhundertwende.

siadithealer zu Leipzig, bieraul in hafnburg, 1882 Mitglied einer von Hans Richter 
geleiteien dewischen Oper in London, seit 1583 am Fofthealer zu München. Einer 
der besten Wagnersänger (schon seit 1876 auch in Bayreuih), Lieder und Oraforien- 
sanger, Hervorragendster Interpret E. Coewescher Balladen, 
Guriitt, Gormelins, Kunsibistoriker, geboren am I. Januar 1850 zu Tischwitz in 
Sachsen, studierte die Baukunst in Berlin, Stuttgart und Dresden, hatte 1879—87 eine 
Anstellung am Kunsigewerbemuseum zu Dresden inne, wurde 1839 Privatdozent an 
der Technischen Hochschule zu Berlin, bekleidet seit 1893 eine Professur an der Tech 
nischen Hhodyschule zu Dresden und wirkt im dortigen Ministerium des Inner für 
Erhaltung der Kunsidenkmäler Sachsens. Haupiwerke: „Geschichle des Barockstils, 
des Rokoko und des Klassizismus” (1886-88) als Tortselzung der won Kunler, 
Burckhardt und Lübke begonnenen „Geschichte der meweren Baukunst”; „Die deutsche 
Kunst im 19. Jahrhundert, ibre Ziele und Chaten (1899) und „Beschreibende Dar: 
siellung der Bau- und Kunstdenkmäler im Königreich Sachsen“ (Fell XV Ik, 1894 If). 
Ausserdem verötlentkichte er u. a. „Kunst und Künstler am Vorabend der Reformation“ 
1890), „Andreas Schliter“ (1801), „Die Baukunst Frankreichs" (1897 If. Gemeinsam 
nit OD. Wanckei: „Die ibrechisburg zu Meissen“ (1895); mit Jungbändel und Pedro 
Madrazo: „Die Baukunst Spaniens" (1898 vollenden). 
  
Gussenbauer, Karl, £hirurg, geboren am 30. Oktober 1842 zu Über-Uellach im 
Möllhal in Härnien, war Assistent an Billreths Klinik In Wien, wurde Professor 1875 in 
Lilttich, 1878 an der deutschen Universität in Prag und 1804 In Mien. Seit 1880 Ist er 
Milyerausgeber der „Zeitschrift fir Beilkunde” in Prag. Seine hervorragendsien chirur: 
gischen Eingrälle sind: Kehlkopfexslirpation, Magenreseklion, partielle Darmresektion, 
künstliche Krochentrennung, Tervendehnung. Er schrieb u. a.: „Die iraumalischen 
Verletzungen“ (1830), „Beitrag zur Exstirpallon von Beckenknochengeschwülsten“ (80R). 
Gutzmann, Hermans, Dr. med., Arzt und Spezialarzi für Sprachstötungen in Benin, 
geboren am 29. Januar 1865 zu Bülow in Pommern. Seit 1891 Rerausaeber der 
Monatsschrift dir die gesamte Sprachheilkunde in Berlin. Bauptwerke: „Uor- 
sungen Über die Störungen der Sprache* (1893), „Bauchrednerkunsi“ (1804), „Des 
Kindes Sprache und $prachfehler“ (1894), „Monographie über das Stottern“ (1808). 
Gysls, Teikolans, Kunsimaler und Proiessor, geboren am 1. März 1842 auf der 
Eykladeninsel Tenos, besuchte die Kunsischwie in Athen, kam 1864 an die Milnchener 
Akademie; war Schüler Piloiys. „Waisenkinder* (1871), „Nachricht von der Schlacht 
bei Sedan in einem bayrischen Dorie" (1873), „Im Glauben“ (1836), „Entderktes 
Geheimnis" (1887). 1872 Besuch seiner Heimat; von dor aus Studienreise nach 
Kleinasien. Einige seiner vielen Arbeiten nach den Studien dieser Reisen sind: 
„Ninderverlobung in Eriechenland*, „Wallfahrt“, „Kameval in Athen". Ferner 
Arbeiten das Plakat „Historia“ der Münchener Künstlergenossenschaft, „Frihlings- 
syinphonie“, „Apelheose der Bavaria“. Zeichnungen: Umschlagsblatt für „Ueber Land 
und Iteer“, Diplom dir die olympischen Spiele In Athen. Wohnt seit 1874 ständig 
in München, Tubhaber der Goldenen Metaille, 
Haack, Rudolf, Ingenieur, geboren am 17. Oktober 1833 zu Wolgast In Pommern, 
seit 1849 im Schiffbau thälig, Irat 1856 als Ingenieur in die Fabrik von Früchtenicht 
& Brock in $tellin ein, welche 1857 in die Steiner Maschinenbauakliengesellschaft 
„Wulkan“ umgewandeli wurde 1873 zum Direklor dieses Werkes ernannt, leileie er 
len Bau des ersten in Deutschland ansarführten Panzerschiffes „Preussen, sowie 
einer grösseren Zahl von Kriegs, Passagier und Frachischiffen. Dach seinem Hus- 
iritt war er als Zivilingenieur in Berlin (hät. Er ist Mitglied der Akademie des 
Gauwesens, der Cechnischen Kommission fir Seeschiffahn und Seil längerer Zeit 
Beisitzer des Hafserl, Oberseeamtes und wurde vor kurzem zum Baural ernannt. 
Haag, Heinrich Ritter von, Ministerialdirektor. Vorstand der bayrischen Versicherungs. 
kammer, früher Eandwirtschaltsrelerent für Bayen und als solcher auf Hebung der 
Landeskultur bedacht, wirkte namentlich aul Entwicklung des Genossenschalts- und 
Versicherungswesens auf dem landwirschaftlichen Gebleie; Herausgeber einer Reihe 
von agtarpolliischen Arbeiten; von der philosophischen Fakullät der Universität Er- 
langen zum Ebrendoktor ernanni. 
Baarmann, August, Berg- und Bültenmann, geboren am 4. Auaus! 1840 in Blanken- 
stein &. d. Rubr, besuchte mach Sjähriger Arbeilsihätigkeit als Köhlenberamann das 
Bewerbeinstilut und die Bergakademie in Berlin. Seit 1868 Beirlebschel und seit 
1870 Rdninistrionsmitglied der Henmichshülle bei Hatlingen, wurde er 1872 zur 
Leitung des Ösnabrlicker Stahlwerks berufen und ist seit 1890 Generaldirektor des 
Keorgs-Marienbergwerks- und Altenvereins in Osnabrück Als Ingenieur bat er sich 
um die konsiruklive Ausgestallung des Eisenbahnoberbaus Wwesentiiche Verdiensie 
erworben. Auch hat er thalkräftig zur wirtschaltspolttischen Förderung der deuischen 
Industrie beigefragen und ist Präsident der Osnabrücker Handelskammer, Mitalied des 
preussischen Landeseiseubahnrals u. $. W. 
haas, Wilhehn, Geh. Renierungsrat, geboren am 26. Uktober 1830 zu Danmstadt, 
1869 Kreisassessor in Friedberg, 1874 Ditigeni des Polizeiamis in Darmsiadt, 1886 
Kreisraf des Kreises Offenbach. Seil 1881 Abgeordneter und seit 1897 erster Präsident 
der Zuseilen Kammer des hessischen Candlages. Seit 1873 Direkior des Verbandes 
der hessischen landwirischaltlichen Genossenschaflen, seit 1833 Anwalt des Allgemeinen 
Verbandes der deutschen landwirdschälllichen Genossenschaften. Seit 1892 Präsideni 
les Iandwirischalllichen Prowinzialvereins Starkenburg und des hessischen Landwirt- 
schaflsrats. Seit 1895 IMilglied des deufschen Reichstags. Ehrenbürger der Städte 
heppenheim a. d. Bergstrasse und Neu-Isenburg. Ferausgeber der „Deutschen land» 
yirtschalllichen Genossenschaftspresse". 
Haase, Friedrich, Schauspieler, geboren am 1. Thovember 1827 in Berlin, genoss zwei 
Jahre hindurch dramatischen Unterricht bei Ludwig Cieck, spielte 1846-45 in Weimar, 
1849—51 in Prag, 1852—53 in Karlsruhe, hierauf in Minden, alsdann drei Jahre 
in Frankluri a. Ih. Bis 18606 irat er sechs Ulinter hindurch in Si. Pelersburg auf, 
war 1867 — 69 Holschauspieldirehtor in Koburg, unternahm 1869 im Berbsi eine Gast. 
spielreise nach Tleuyork, wirkle dann 2 Jahre an der Berliner Hoflbühne und leilete 
rt das Leipziger Stadliheater: Neue Gastspielreisen führten ihn 1882 abermals 
nach Iordamerika und Balilsmien, 1883—854 gehörle er dem Verbande des Deulschen 
Theaters in Heılin an. 1996 beendele er nach 56 Jahren Chätigkeit seine kilnstlerische 
Laulbahn. Blanzrollen Haases sind: Königsleuinant, der alte Klingsberg, Ehevalier 
Rochelerrier („Partie Piquel“), Cord Barleigh, Marquis de la Seigliäre, Marinelli, 
Bslingbroke, Shylock, Philipp il. u. $. w. 
Biographien 17 
Haberl, Franz Aaver, kathollscyer Geistlicher, Dr. der Theologie und Musikgelehrter, 
geboren am 12. April 1840 zu Öberellenbach in Niederbayern, 1868—70 Organist an 
der deutschen Nalionalkirche in Rom, 1871—$2 Domkäpellmeister in Regensburg, seil 
1832 Direkior der Kirchenmusikschule daselbst. Medahleur der Balbmonatsschrift 
„Musica $acra", erster Uixepräsident des Gäcilienvereins, Eerausgeber des 1876 von 
ihm begründeten Gäcklenkalenders bezw, „Kircheninusihalischen Jahrbuches" und der 
„Bausteine für Musikgeschichte", 185205 der Werke Falesirinas, sell 1594 des 
„Magnum opus musicum“ von Orlando di Lasse, Reperlorium musicae sacrae ex 
aueiorlbus saecali AV. ei AV. Er schrieb den „Magister choralis“, ein Lehrbuch 
des Eregörianischen Ehorals {seit 1864 zwöll Aullägen und fünl Meberselzungen in 
neuere Sprachen). 
Batbtrlandı, Gstilieb, Pllanzenphysiolog und -anatom, geboren am 28. Nowember 
1854 in Ung.«Alienburg, besuchte die Hochschulen in Wien und Tübingen, wurde 1878 
Privatdozent an der Universität Wien, 1880 Professor an der Cechnischen Hochschule 
in Graz, 1884 ausserord., 1558 ord, Prol, an der Universität daselbst und Direklor 
des dortigen Botanischen Garlens. 1891 unternahm er eine Studienreise nach Tava. 
Seine Arbeiten bewegen sich meist auf den Gebieten der Anatomie, Physiologie und 
Biologie der Pflanzen. Er schrieb: „Die Schuizeintichlungen in der Entwickelung der 
Keimpllanze“ (1877), „Entwickelungsgeschichte des mechanischen Gewebesysterns der 
Pilanzen“ (1879), „Phystologische Pflanzenanatomie“ (1834), „Beiträge zur Anatomie 
und Physiologie der Laubmonse" (1896), „Beziehungen zwischen Funktion und Tage 
des Zellkerns bei den Pllanzen (1887), „Das reizleitende Gewebesystem der Sinn: 
pllanze“ (1890), „Eine botanische Cropenreise" (1895). 
Hacckel, Ernst, Zoolcg und Philosoph, geboren aın 16. Februar 1334 In Polsdam, 
1861 Privatdozent, 1862 Professor Tür vergleichende Anatomie zu Jena, 1865 ord. Prof. 
für Zoologie; unternahm Forschungsreisen nach den Küsten «der Dordsee, des Miltel- 
meeres, des Roten INeeres und des Indischen Ozeans zum Studium der niedersten 
Meererlauma. Er war der erste deutsche Maturlorscher, der sich ohne Einschränkung 
Hr Darwin aussprach. In seiner Gasiräatheorie stellte er ein umfassendes Entwicke- 
Iumgsgeselz lilr das gesamte Cierreich aul, Er schrieb u.a. „Die Radiolarien“, mit 
Rilas (1802, 1887—$8), „Hafürlihe Schöpfungsgeschichte“ (1868, 9. Aufl. 1889), 
„Anthropogenie" (1874, 4. Hull. 1891), „Generelle Morphologie der Organismen“ 
1866), „Planklon-Studien” (1890), „Indische Reisehriele" (1882, 3. Auil. 1893), 
„Menismus“ (1892, &. Aull. 1890), „Systematische Phylogenie“ (1804-05), „Kunst 
formen der Hatur“ (SO) 
Balmke, Wilhelm von, preussischer General, geboren am 1. Oktober 1333 in Berlin, 
führte bei dem Sturm auf die Dilppeler $Schanzen am 18. Fipril 1864 eine Reserve 
kömpaanie der Sturmkolonne Tr. I und machte die Feldzüge von 1866 und 187071 
im Stabe des Kronprinzen von Preussen mit. Als Major wurde er 1872 zum Ehel des 
Generalstabes des Ill. Armeekorps, 1881 zum Kommandeur der 1. Gardeinlanterit- 
brigade und zum Kommandanten von Potsdam, 1856 zum Kommandeur der I. Barde- 
infanteriedivision und zum Generalleutnant, 1883 zum Gemeraladjutanten und Ehel 
des Inilnärkabinekts, 1890 zum General der Infanlerie ernannt. Er schrieb: „Die 
Operationen der dritten Armee bis zur Kapltulation von Sedan“ (1873). 
Halte, Max, Dramatiker, geboren am 4. Oktober 1865 In Gitiland im Weichselwerder 
(Westpreussen), Siudierte 188338 in Aeidelberg, München und Berlin, promovierte 
1838 als Historiker und widmete sich nach Beendigung seiner Studien ausschliesstich 
linerarischen Arbeiten. Er debütierte 1892 mit dem Drama „Eisgang“ In der „Freien 
Bühne“ zu Berlin. 
Kallr, Karl, Geiger, geboren am 1, Februar 1859 zu Hohenelhe (Boahmen), Schiller 
des Kohservaloriums zu Prag. wo Bennewilz $ein Lehrer war, 187476 Schüler von 
Joachim In Berlin, war Sologeiger der Bilseschen Kapelie, dann Konzerimeister im 
Königsberg I. Pr, Mannheim und Weimar. HUnternahm Konzerireisen 18$$ nach 
Russland, 1889 nach Paris, 1896 mach der Schweiz und Belgien und 1896 nach 
Amerika. Seit 1894 ersier Konzerimeister der Berliner Bofoper und Professor an der 
Dodherbuie für Thusik daselbst. Leiter des Kalirquarleiies, Mitglied des Joachim- 
quariettes. 
Kalle, Erast von, Tationalökonom, geboren am 17. Tanıar 1868 zu Hamburg, 1897 
Privaidozent, 1899 ausserord. Prol. in Berlin, wissenschaftlicher Hillsarbeiter des 
Reichsmarineamis. Grössere Arbeiten auf dem Gebiet der Bamburgischen Handels 
geschichte, der Volkswirtschaft Tordamerlkas und der Nationalökonomie des Seewesens. 
Verlasser des beirellenden einieilenden Artikels im „Goldmen Buche. 
Haller, Martin Emil Ferdinand, acboren am I, Dexemmber 1835, nach Beendigung 
seiner Studien Im Berlin und Paris seit 1861 als Privatarchitckt in seiner Uaterstadt 
(hätig, leitefe er hier eine arosse Anzahl von Privat- und Slfentlichen Bauten. Er 
gründete und leilete seit 1380 den Bund der Ralhausbanmelsier, durch welchen das 
neue Famburger Ralhaus geschaffen wurde. | 
Kalm, Peter, Professor, geboren am 14, Dezember 1554 zu Mainz, Schliter der Akademie 
in Münden. Hauptsächlich als Reproduzent der Werke aller und meer Meister ihätig, 
wandie sich derselbe später mehr der Malerradienung zu und publizierte auf diesem 
Bebiele eine Reihe grösserer umd kleinerer Blätter figlnlichen und landschaftlichen 
Fharakters. Seit 1896 wirkt er als Lehrer der Radierung an der Akademie der bil. 
denden Kilnste in München. | 
Tamm, Oskar, Oberreichsanwalt beim Reichsgericht in Leipzig 189699, geboren am 
24. Juni 1339 zu Ratingen, siudierte zuerst in Bonn kalbolische Theologie, dann in 
Heidelberg, Berlin und Bonn Rechtswissenschaft, wurde 1865 Landgerichlsassessor in 
Düsseldorf und verdiente sich als Eeutnant bei Königgrätz den Kronenorden 4. Klasse 
mil Schwerer. 1868 wurde er Friedensrichter in Remscheld, machte den Feldzug von 
1870— 71 milt, wurde Staatsprokuralor beim Landaericht in Dilsseldort, dann Biller 
arbeiler des Beneralprokurators bei dem rheinischen Appellalionsgerichtshof in Köln 
und verlrat hierauf vier Jahre lang die Stelle des rheinischen Öberstaatsanwalis beim 
hönigl. Oberfribunal in Berlin. 1879 kam er als Rat an das Überlandesgericht in 
Köln und ‚wurde 1581 Obersiaalsanwall bei demselben Gericht, 1884 emolate seine 
Benfung in den Staalsrat, 1893 die Emenmung zum Geh. Oberjustizrat, 1896 Ober- 
reichsanwall zu Leipzig, 1899 Oberlandesgerichtspräsident In Kökn. 
Bammacher, Friedrich, Parlamentarier {nationalliberal), geboren am i. Mai 1824 in 
Essen, sindiere 184245 In Bonn und Berlin Rechtswissenschall, promovierte zum 
38