Contents : Königlich Württembergisches Staats- und Regierungs-Blatt vom Jahr 1823. (18)

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und  bei  allen  ungeschickten  und  unglücklichen  Vorkommnissen
konnte  jeder  auf  Entschuldigung  und  Verteidigung  bei  ihr  rechnen.
Alle  Tiere  liebte  die  Prinzessin;  an  den  rundlichen  Formen  und
an  dem  zahmen  Wesen  ihrer  Ponys  war  die  gütige  Hand  der
Herrin  zu  erkennen.  Für  Musik  hatte  die  Prinzessin  weder
Talent  noch  Vorliebe,  desto  mehr  für  Zeichnen  und  Malen,  was
sie  gern  und  eifrig  betrieb.  Sie  las  gern  und  war  jedem  dankbar,
der  seine  Gedanken  in  einem  Buche  niedergelegt  hatte.  Die  Prinzessin
  hatte  ein  feines  Gefühl  für  alles,  was  anderen  Freude
machte.  Großes  Zartgefühl  ließ  sie  nie  für  andere  Peinliches
berühren;  geschah  dies  in  ihrer  Gegenwart  oder  fielen  Außerungen,
  die  ihr  selbst  unangenehm  waren,  so  zeigte  sie  sich  vielleicht
nicht  ganz  schlagfertig  mit  Worten,  aber  in  ihrem  Wesen,  in  ihrem
Schweigen  wußte  sie  ihrer  abfälligen  Meinung  deutlich  Ausdruck
zu  geben.

Die  Jahre  bis  zum  Herbst  1849  brachte  Prinzessin  Carola.
mit  ihrer  Mutter  in  Morawetz  zu.  Der  Aufenthalt  wurde  nur
unterbrochen  von  kurzen  Badereisen,  deren  Prinzessin  Wasa  für
ihre  angegriffene  Gesundheit  bedurfte,  von  Besuchen  bei  Prinz
Wasa  in  Hacking  und  durch  längere  Aufenhalte  bei  der  Großherzogin
  Stephanie  von  Baden  in  Mannheim  und  Baden-Baden.

In  diesen  Jahren  war  es,  daß  bei  dem  Aufblühen  der
Prinzessin  die  Ahnlichkeit  mit  ihrer  Großmutter,  der  Königin
Friederike  von  Schweden,  deren  lebensgroßes  Brustbild  über  ihrem
Bett  hing,  immer  mehr  hervortrat,  obwohl  die  Prinzessin,  besonders
in  den  Bewegungen,  auch  viel  von  ihrer  schönen  Mutter  hatte.

Es  wurde  gute  Nachbarschaft  mit  Tischnowitz  und  mit  der

Familie  der  Grafen  Mittrowski,  die  in  Rozinka,  Pernstein,  Sokol-Königin
  Carola.  2