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die Kost ohne Bezahlung habend: in einem hause kostfrei
leben: einen kostfrei halten; in älterer Spr. —
gern den Unterhalt bestreitend: kostfrei, eigentlich (besonders)
der, der den frommen und dürftigen göts thöt
Maalerz einen kostfreien man loben die leute Sir.
31, 28; freigebig in weiterem Sinne: gleich wie gott
sehr kostfrei allerwegen geuszt ausz der schwangern luft
den angenehmen regen Opitz Grotius' Wahrheit 323.—
Kostgänger, m. der bei einem zur Kost geht, Kost empfängt;
sprichwörtlich: unser herrgott hat mancherlei kostgänger;
dem lieben gott von manchem lästigen kostgünger helfen
Schiller Räub. 1,2.— Kostgeld, u. Geld als Bezahlung
für Kost. — Kosthans, n. Hans wo gegen Bezahlung
Kost verabreicht wird. — Kostkind, n. Kind das in die
Kost gegeben ist. — Kostverächter, m. leicht Kost verachtend,
wählerisch in Speisen, gewöhnlich nur in der
Formel kein kostverächter sein; in freierem Sinne: greif
zu (ein Weib)! bist sonst kein kostverächter Lenau 409.
Kostbar, Geld kostend, wertvoll, prächtig, mhd. kostebeere,
kostbeere, gekürzt kosper; in älterer Spr. und
bis in das 19. Ih. hinein, = teuer, hoch zu zahlen:
so kostbar bezahle ich nicht, was mich hernach gereuet
Stieler; kostbare reise, iler sumiosum, eine sache
kostbarer anschlagen, rem preffose destimare Steinbach;
kostbarer prozess Adelung; das reisen zu maulesel
ward mir doch ziemlich kostbar Seume Spaz.
1, 153, jetzt vor kostspielig geschwunden; — von hohem
Wert, wertvoll: gesundheit, ein kostbares gut; ihm ist
die kostbarc gabe des steten frohsinnes verlichen; überlieferung
. etlicher kostbarer geschenke Steinbach;
Sie wollen Ihr kostbares leben so aussctzen Schiller
Kab. 4, 3; einen kostbarn preis M. Stuart 2,6; meine
tochter ist zu schlecht zu Dero herrn sohnes frau,
aber zu Dero herrn schnes hure ist meine tochter zu
kostbar 1, 1; von der Zeit und ihrer Ausnutzung: wie
kostbar die minuten sind Schiller Wallenst. Tod 5, 6;
die zeit ist kostbar Körner Zriny 1, 3; kostbar werden,
sich kostbar machen, von Personen und Gegenständen,
durch Mangel oder Zurückhaltung wertvoll: in wenig
Worten, vater — sie fangen an mir kostbar zu werden
Schiller Kab. 5, 8; bei dieser durre macht sich selbst
das wasser kostbar; sie weisz sich kostbar zu machen,
kommt selten; jetzt macht der arme teufel sich kostbar.
er wird scine kunst nicht auskramen, bis er
gold klingen hört Schiller 4, 211; in gewöhnlicher
Rede oft mit ironischem Beisinne, eine kostbare geschichte;
er hatte einen kostbaren einfall; auch das ist
ja ein ganz kostbarer mensch; im 18. Ih. das franz.
précieuæ wiedergebend: ein kostbares frauenzimmer
Adelung; wo will denn Sie hinaus, meine kostbarc?
Schiller Kab. 4, ; bei einer gesuchten, kostbaren,
schwülstigen sprache kann niemals empfindung sein
Lessing Dram. 59; — mit dem Beisinne prächtig, als
wertvoll in die Augen fallend, schon in der alten Spr.:
ir kleider tiwer und wol gesniten, kostbare näch
Franzoyser siten Parz. 778, 18; und bis jetzt: kostbare
kleider, odelsteine, einen kostbaren schmuck tragen,
kostbare gemälde an den wänden; kostbare spitzen
Stieler; ganz vortrefliche ohrringe . haben Sie
sich diesen kostbaren staat selber geschafft? Gellert
Loos 1,6. Bei Malern ein kostbares kolorit, welches
die Lokalfarben der Gegenstände wohl nachahmt Jacobsson.
— Kostbarkeit, f. kostbare Art: preciositas kostbarkait
Dief.; teure Art, Teurung: kostbarkeit des
lebensunterhaltes Schiller 7,307; wertvolle Art: nichts
geht der wissenschaft ap kostbarkeit vor Stieler; die
kostbarkeit des diamants Schiller Räub. 1, 3; prächtige
Art: k. der kleidung, der zimmorausstattung; wertvoller
Gegenstand: es ist cine kostbarkcit, res est quae
Komindis vana sanctaque esk Stein bach; alle seine
kostbarkciten bei seite schaffen Adelung; noch kostbarkeiten,
noch geheime schätze! Schiller M. Stuart
Kostgänger — Kostbarkeit.
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1, 1. — Kosten, Plur. Aufwand, Ausgaben, hergegebenes
Geld; neuer entwickelte Form eines alten Lehnwortes.
Aus einem volks= und mittellat. custus, costus. mit der
Nebenform costa, Aufwand, Preis, das auf lat. constare
zu stehen kommen, fußt, hat sich ein ahd. Fem.
kosta, mhd. koste, kost, Wert, Preis, Auswand, entwickelt,
dem ein mhd. stark= und schwachformiges der
kost, koste zur Seite geht. Dieser zwiegeschlechtige Sing.
hat sich im Nhd. in der älteren Spr. erhalten: die kost
(des Baues) sol vom hause des königes gegeben werden
Esra 6, 4; uberschleget die kost Luc. 14, 28; mit irm
unnützen kost und pracht BWaldis Esop 2, 82; vermöchte
den groszen kosten lenger nicht zu tragen
1. Macc. 3, 30; baur zahl den kosten Garg. 78; dass
schier aller kosten über mich ging Simpl. 1, 325
(letztere Form mit einem falschen Plur. kösten, der
namentlich schweizerisch ist); aus dem Sing. entwickelt
sich im 172 der heute allein geläufige Plur., bei
Stieler noch beide Formen neben einander angegeben,
bei Steinbach nur die neuere; die Bed. hat sich zu
der eines Aufwandes für einen bestimmten Zweck verengt:
kosten einer bewirtung, herstellung, reise, eines
baucs, prozesses, kriegs, aufenthalts u. f. w.; kosten
haben, tragen, anwenden, scheuen, sich in kosten setzen,
stürzen, für die kosten stehen, aufkommen, auf seine
kosten kommen, einem die kosten erleichtern; grosze,
schwere, geringe, unbedeutende kosten; die kosten
steigen höher als die schuld Stieler; jährliche kosten,
zu den kosten vorstrecken, die kosten ersparen Steinbach;
ach, das wird wieder kosten, kosten machen!
Tieck Oct. 315; dasz man so vicl lärm und kosten
mit einem todten mache Seume Spaz. 2, 79; dieses
monument ist dem papst auf kosten des volktks errichtet
worden 1, 94; auf kosten jemandes reisen, etwas.
lernen; in freien Fügungen: wenn der leser nur auf
seine (des Autors) kosten lachet Cronegk 2, 110;
kosten der unterhaltung tragen; ein zwiegespräch, desz
kosten einer trägt, schläft ein Heyse 3, 226. — Zusammensetzungen:
Kostenanschlag, m., berechnung, s.
Anschlag, Berechnung über die Kosten einer Sache oder
eines Unternehmens. — kostenfrei, ohne Kosten; früher
von Personen: ich bin noch nicht kostenfrei (habe
meine aufgewendeten Kosten noch nicht wieder) Adelung;
später von Sachen: einem etwas kostenfrei zuschicken,
eine kostenfreie reise Campe; (der) sich
eines seligen, kostenfreien daseins erfreute Keller
Seldw. 1, 232. — kostenlos, ohne Kosten. — Kostenpreis,
m. Preis einer Ware, wie sie den Kaufmann
selbst kostet. — Kosteupunkt, m. Punkt der die Kosten
betrifft. — Kostenrechunng, f. Rechnung über gehabte
oder entstandene Kosten. — kostspielig, Kosten verursachend,
viel kostend, erst in der neueren Spr. erscheinendes
Wort, von Adelung als oberdeutsch bezeichnet; man
vermutet Umdeutung eines älteren, aber nicht nachgewiesenen
kostspildig (zu mhd. spildec verschwenderisch,
ahd. spildan verschwenden, gehörig), mit der eigentl.
Bed. Kosten unnütz aufwendend, aber an Stelle des im
18. Ih. veraltenden kostbar — teuer im Preis (s. d.)
tretend: ein kostspieliges unternechmen, das ist mir zu
kostspielig Campe; zu warten, bis der reichstag geradc
zusammenkommt, ist unter umständen sehr kostspielig
Bismarck Reden 7, 79; mobilmachung ward
.. kostspiclig Treitschke 4, 515.
Kosten, 1) durch den Geschmack prüfen; westgerm.
Bildung zu dem starken Verbum kiesen (s. d.) gehörig,
ahd. kostön, choston, mhd. kosten, altsächs. coston,
altengl. costian, urverwandt zu lat. gustare; in der
alten Spr. überhaupt ein Prüfen, Versuchen bezeichnend
(thaz her wurdi gicostöt fon themo diuvale Tatian
15, 1), im Nhd. eingeengt: guskare kosten Dies.;
bloßes Versuchen betonend: wie die zunge das wiltpret
kostet Sir. 37, 2; als aber der speisemeister kostct den
Kosten — kosten.