daher den Abend im Hause und schlug mein Quartier in einem
Gastzimmer nicht weit von der Wohnung meines Vaters auf.
Am frühen Morgen des 15. weckte mich meine Schwester Biktoria,
ich solle schnell hinüberkommen, es ginge zu Ende. Ich fand
meinen Bater völlig erschöpft, von starken Hustenanfällen erschüttert
und dem Tode nahe, meine Mutter und meine Geschwister waren
bereits um ihn versammelt. Um dem Sterbenden Erleichterung zu
schaffen, wurde er hoch aufgerichtet, so daß er fast saß. Bald nach
meinem Kommen schrieb er mit zitternder Hand, kaum leserlich, auf
einen Zettel: Bickoria, ich und die Kinder? —: er wollte seiner
Genugtuung Ausdruck geben, daß alle seine Lieben um ihn waren.
Es waren seine letzten Worte.
Aber erst nach mehreren Stunden kam die Erlösung. Noch einmal
blickte er uns mit seinen gütigen blauen Augen fest und liebevoll
an, dann sank er langsam in die Kissen zurück. Durch die geöffneten
großen Fenstertüren schmetterten die Stimmen der Vögel
herein, der berauschende Duft der Blüten aus den von ihm mit
unendlicher Liebe gepflegten Gärten durchwogte das Zimmer, auf
sein edles, leidgefurchtes und abgemagertes Antlitz fielen die Strahlen
der hellen Zunisonne.
Still und ohne Todeskampf hauchte der Sieger von Königgrätz
und Wörth, dos neuen Deutschen Reiches zweiter Katser, seine edle
Seele aus.
* *