Volltext : Reichs- und Staatsangehörigkeitsgesetz unter besonderer Berücksichtigung der bayerischen Verhältnisse

>,  Whchnitt.  Staatzangehörigleit  in  einem  Bundesftaate.  8  4  1»

burtsort,  Seburtzzett  und  Wltern  undelannt  jind,  jondern  auch  Kinder,
deren  Seburtiort  und  Arburtszeit  feiritcht,  Deren  Eltern  aber  dor  ikrite
ftellung  ihrer  Ferföntichkert  geitorben  find  oder  Die  iıch  nach  der  Weburt
de3  Kinded  beimlidy  entiernt  haben  verlajiene  Winder\.

Inter  Divfe  Beltinmumngen  fallen  wicht  Rerfonen,  die  ın  einem  QBundetitaate
  angetrofien  werden,  aber  menen  Förperlicher  oder  geiltiaer  Ber
brecyen  ‚Blöde,  Taubftiunme  u.  Dal.  ber  ıhrc  perjönlichen  Xerbältnijie
  Feine  Angabe  muden  füännen  Solde  Rerlonen  find  bi8  zur
geititellung  ihrer  Stautäungebörtigfeit  als  jtaatlo»  zu  bebanbeln.

9  Auf  Kinder,  Die  ım  cımem  Schuggedieie  aufgefunden  wurden,
auch  wenn  fie  Der  weißen  Wale  angebörten  und  Deutiih  fpradhen,  taıd
diefe  Seltimmung  feine  Anwendung  si.  SI  Dicfed  Gef),  wohl  aber
tt  file  angmvenden  aus  Xınder  fremder  Naljen,  die  innerhalb  eines
Qundesjtaates  auigeiunden  werden  —  cin  fellumes  und  undefriedigen-Det
  Urgebnix.

10.  [as  Berg  jtelle  nur  eine  Nechtipermutung  auf,  Die  Dur
teden  Begenbeameis  bejeitigt  werden  fan.  Die  zur  wmticeidung  über
den  Dejig  Der  Staatsangebörigleit  zujtandige  PVcezirfinerwaltungsbebörde
  (j.  S  1  Anm.  6)  bar  bei  jedem  Wzindellind  Die  Frage  feiner  Staatl
angehörigkeit  zu  prüjen.  Ziche  Wollz.-Vef.  Yiffer  2,  unten  S.  88.

Tiefe  Früfung  lan  zu  folgenden  Ergebnijjen  führen:

a)  Die  Aciytövernutung,  melde  54  X6j.3  aufftellt,  läßt  fich  nıdt
entfräjten.  Sann  gilt  das  Kind  als  Angehöriger  bed  Bunbesftaates,  in
befien  Gebiet  e8  aufgefunden  wird.  Da  dad  Kind  nicht  burch  Abftammung
  einen  Unterftüßungswohnjig  envicbt,  gilt  e3  tür  die  Jrage  ber
armenrchhtliben  Nebandiung  uls  landanrın.

b)  Ergibt  die  Prüfung,  dab  die  cigentlidhe  Staatsangchärigfeit
  des  Findelfindet  zu  ermitteln  it,  und  beiteht  zwijchen  allen  Ve
teifigten  Übereinftimmunga,  jo  bat  eX  Dabei  fein  Bemenden.  Ws  Neteiligte
  foınmen  in  Betracht  das  Findellind,  vertreten  Durch  den  dafür
aufzujtellenden  VBormund,  die  zujtändige  Behörde  ded3  Bunderftaates,
in  dejjen  Gebiet  Has  Kind  aufgefunden  murde  und  die  zuftändige  Be
hörde  de?  Staates  (deuticher  Bundesftaat  oder  Ausland),  in  dem  die
Staatlangehörigteit  in  Anjprud  genommen  wird.

Beitreitet  der  gejeblihe  Vertreter  DaF  Kindes  die  ermittelte  Staar!-angebörigkcit,
  jo  fteht  iym  in  Bayern  der  Verwaltungtrechtänen  offen,
fowohl  wenn  er  bebauptet,  das  Sind  jet  bayeriiber  Staatiangeböriger,
al  auch  wenn  er  im  Gegenjaß  zu  den  beteiligten  Vehörvden  Diele  <tuattangebhörigfeit
  bejtreitet.  Jun  dem  Scriahren  fanıı  aber  nur  feitgeltellt
werden,  ob  das  Kind  bayerijher  Staatsangchüriger  it  oder  nicht;  eim
Ausjprud,  über  dag  VBorhandenjein  einer  jremden  Staatsangebörigleit
fann  nicht  erjolgen.  (Bgl.  Auın.  8  zu  S  1.)

Grachtet  die  zujtündige  Behörde  Dei  Bundvsftautes,  in  Dejlen  Giebiet
  day  Kind  gefunden  wurde,  dejien  StaatSangchörigfeit  in  einem  an
beren  Bundesftaate  oder  im  Ausland  für  gegeben,  wird  aber  diele  Staatrangebörigfeit
  don  dem  anderen  Bundesftaate  oder  dom  ausländifchen
Staate  nicht  anerkannt,  dann  ift  die  Staatdangehörigfeit  nicht  feitgejtellt,
  und  e3  bat  das  Kind  nad)  dem  Aegeljalle  al!  Angehöriger  des
Bundesijtaates  zu  gelten,  in  defjen  Gebiete  e3  geiunden  wurde,  Tiefe
Bundesitaate  jteht  außer  diplomatischen  Verhandlungen  kein  Berjahren