Contents : Deutsches Wörterbuch. Dritter Band R-Z. (3)

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d.  großen  Kriege  15;  sein  (eines  Vulcans)  spruhendes
getos  Goethe  Wanderj.  2,  10;  frei,  bildlich:  blitze  soruhn
aus  den  bescelten  blicken  Schiller  Pegas.  im  Joche:
die  gedanken  spruhen  ihm  hervor,  wie  unter  dem
hammerschlag  die  fuuken  Nanke  Werle  1,  210;  auch
hier  mit  Begriffstausch:  tausend  cdIsteine  spruhn  in
meinem  schacht  Rückert  Licbesfr.  3,  51;  das  sprüben
der  dunklen  augen  Moltke  6,  50;  von  Perfonen:
wenn  ieb  gleich  von  flammen  spruhe  Arndt  338;  —
trans.,  mit  dem  Acc.  der  Wirkung:  scuer,  funken
epruhen;  ch  die  wolke  platzt  und  blitze  spruhet
Wieland  Perv.  3,  366;  wild  schnob  der  rapp,  und
sprubte  feuerfunken  Bürger  Lenore;  die  wolken
spruhen  regen  Abelung;  rosse  .  die  flackerpdes  gestrahl
  aus  ibhren  nustein  spruhn  Freiligrath  2,  121:
übertragen:  sein  geist  sprubt  gedanken,  witze;  von
Gerüchen:  dufte  sprobt  die  junge  sprosse  fernehin
Platen  Gas.  3;  ciwas  ansprühen:  die  wolken  sind
mit  reichen  duftröthen  angespruht  Rückert  Liebeöfr.
3,  469.  Dazu:  Sprühregen,  m.  Regen  der  nur  sprüht,
nicht  gießt:  siel  ein  feiner  snruhregen  Moltke  3,  421.

Sprung,  m.  Handlung  des  Springens,  ahd.  mhd.
sprune,  nach  den  verschiedenen  Bed.  des  Verbums;  in
alter  Spr.  von  dem  Emporklommen  lebendigen  Wassers
(ogl.  ursprung)  und  dem  Ort,  da  es  geschieht:  daz
Wagzer  niender  ist  sõ  guot,  sö  dã  cz  üg  von  sprunge
gät  Minnes.  2,  2300;  vom  Aussprießen  der  Blumen:
die  bluomen  stänt  in  sprunge  Frauenlob  Frauenleich
  12,  24;  die  Bed.  des  gewaltsamen  Lostrennens
einzelner  Teile  eines  festen  Körpers  bat  sich  dagegen
erst  spät  ergeben:  dur  saite  prung  Müllner  Schuld
1,  1;  Stelle  die  dieses  Lostrennen  anzeigt:  spruug  in
einem  felsen,  steine;  das  glas  hat  einen  sprung  Abelung:
  freilich  2eigst  du  (Schale)  manchen  sprung
Geibel  8,  29;  vasen  welebe  sprunge  und  risse  bekommen
  haben  Moltke  6,  100;  sprunge  der  haut,
hünde,  u.  a.;  —  am  meisten  feit  Alters  von  lebenden
Wesen:  sprunge  eines  manncs,  basen,  hirsches;  sprun,
cines  frosches  ins  wasser;  weiter.  hoher,  groszer  sprung.
sprung  uber  einen  graben  (Schiller  Ränb.  1,  2),  von
oiner  brucko  (Tell  1,  2);  mit  Gegensätzen:  das  leben.
besonders  dus  sittliche,  hat  fug,  dann  sprung,  dunn
sehritt,  endlieh  stand  JPaul  Levana  1,  26;  in  festeren
Verbindungen:  einen  eprung  springen  (s.  d.),  wagen.
machen,  thun;  diu  tuot  mancgen  geilen  sprune  Neithard
  L,  17;  in  vollem  sprunge;  der  min  wine  verit
al  in  sprungen  Williram  35,1;  l#n  sprung  begriffen
Brockes  6,  210;  lüuft  .  in  cinem  sprung  bis  zum
paluet  Wieland  Hann  u.  Gulp.  187;  uber  deinc  gartenheeken
  sprüng  ich,  hops!  mit  Eäinem  sprung  Göcking!
Lieder  zweier  Lieb.  51;  wenn  man  es  (ein  Pserd)  in
langen  sprungen  laufen  lassen  kann  Moltle  6,  270;
ink  wie's  ieh  im  sprung  Arndt  180;  von  besonderer
Art  des  Springens:  sprung  eines  tänzers,  turners.
gnuklers;  dasz  sie  .  zum  vergnugen  der  gesellschaft.
sprunge  und  münverchen  machen  mussen  Leffing
Dram.  93;  im  Heerwesen  Kommando  für  sprungweises
Vorgeben:  eprung!  Ex.  Regl.  52;  in  bildlichen  Nedensarten:
  wurden  wir  mit  unserm  beitritt  nichts  anders
Wie  einen  eprung  ins  finstere  thun  Bismarck  an
Gerlach  208;  jemanden  auf  e’nen  sprung  besuchen,  vu
jemanden  auf  einen  sprung  kon  men,  in  Eile,  flüchtig;
auf  dem  sprunge  stchen,  sein,  sich  eben  auschicken:  da-z
der  oberschenk  von  Bock  auf  dem  sprunge  sci,  um
die  lady  zu  werben  Schiller  Kab.  3,2;  auch:  ich
lize  bis  elf  auf  dem  sprunge  Moltke  6,  197;  einca
auf  die  sprunge  bringen  (zu  etwas  belsen)  Frisch;  in
die  sprung  kommen  (recht  in  die  Sache  Garg.  27;
einem  auf  die  sprunge  kommen,  merken  wo  er  hinauswill
  Bismarck  Red.  7,  196;  uberliesz  (s  meiner  in-#e
  Uigenz,  seiner  groszmut  gleichsam  auf  die  sprunge
zu  kommen  Gaudy  Er'.  14;  bin  ich  richt  etwa  wieder

Sprühregen  —  Sprung.

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auf  meine  alten  sprunge  gekommen?!  Lesfing  Brie
1756;  jemanden  hinter  die  sprunge  kommen,  seine
Ränle  entdecken,  jimanden  auf  die  sprunge  helfen,  ihm
Rat  für  Kunstgriffe  erteilen  Adelung;  sprunge  machen,
etwas  Ungewölnliches,  Waghalsiges  unternebmen:
machen  Sie  solche  sprunge  vicht!  Bismarck  Red.
6,  29y1;  heine  groszen  sprunge  machen  können,  nichts
Wichtiges  ans  Mangel  der  Hilfsmittel  unternehmen
lönnen  Adelung;  tio  reitersmann,  der  das  voraus
denkt,  wird  keine  grosze  srunge  machen  Goethe
Götz,  Bühnenbearb.  2,  13;  jemanden  ricle  sprunge
machen,  ihm  viel  zu  schaffen  machen  Adelung,  u.  a.;
—  sprung  als  Ziel  des  Sprunges:  du  sprangest  und
best  deinen  sprung  versehlt  Wildenbruch  Geueralfeldob.
  3,  2;  als  Maß:  drier  sprunge  lane  Nib.  8d79;
es  ist  nur  ein  sprung  bis  dabin  Campe,  vgl.  katzensbrung;
  —  sbrung  uneigentlich:  sbrung  der  gedanken,
in  reden;  der  sprung  .  .  aus  dem  ruhigen  in  das
stumische  Lesfing  Dram.  27;  lasz  dic  wilden  sprunge,
komm  zur  sache  Grabbe  2,  251;  daez  unser  wesen
nichts  ist  als  sprung  des  gebluts  Schiller  Ränb.  5,  1;
den  fröblichen  sprung  deiner  geister  Fieslo  3,  1;  zwan
machte  die  natur  auch  dieszmahl  kinen  sprung  Wieland
  Perr.  3,  34;  einen  so  Dplötzlichen  sprung  von
weisz  auf  schwarz  Lessing  10,  129;  —  sprung.  von
der  Befruchtung  großer  Tiere:  dasz  er  (der  Hengs)
seine  spFronze  thue  oec.  Lex.  213;  —  in  tcechnischen
Bed.:  Knochen  am  Vordersuße  des  menuschlichen  und
tierischen  Körpers,  astrugalus,  talus  (vgl.  dazu  hasensPrung);
  seine  (des  Hafen)  lange  hinterbein,  welche
man  soust  sprunge  nennet  Brockes  9,  254;  im  Bergwerle,
  sprunk,  das  Absetzen  eines  Flötzes  oder  Ganges
von  feiner  Richtung;  bei  Fischern  eine  besondere  Art
Angel  zur  Sprungfischerei  (s.  d.);  bei  Webern  #  it  enm
sprung  weben,  in  einer  besonderen  Art,  wobei  die  Einschußfäden
  durch  einen  einzigen  Schlag  mit  der  Lade
eingeschlagen  werden,  bei  Tuchmachern  sbrung  von
unten,  unterer  Teil  der  Kette  oder  Unterfach  Zacobsson.
  —  Dazu:  Sprungfischerci,  f.  das  Angeln  solcher
Fische,  die  mit  einem  Sprung  den  Köder  zu  erhaschen
suchen.  —  sprunghaft,  nach  der  Art  eines  Sprunges:
diesez  kecke  und  sprungbafte  geplander  CF  Meyer
Jenatsch  133.  —  Sprungriemen,  m.  breiter  Niemen  der
einem  Pferde  vom  Bauchgurt  bis  zum  Zaume  angelegt
wird,  um  das  Schnellen  mit  dem  Kopfe  zu  verhüten.  —
sprungweise,  nach  der  Weise  eines  Sprunges:  drangen
nun  die  Bayern  sprungweise  vorgchend  in  llachette.
cin  Moltke  3,  125;  sprungweise  darlegung  seiner  gedinken.


Smucke,  k.  Speichel;  Wort  der  niedrigen  Rede  in
Norddenutschland.  —  spucken,  Speichel  auswersen:  urfprünglich
  landschaftliches  Wort  des  östlichen  Mitteldeutschlands,
  der  Bildung  nach  Iterativ  zu  speien  (in
mitteldeutscher  Form  spawen,  spügen  /2#—##.  Dies.);
feit  16.  Ih.  allgemein  geworden,  aber  noch  immer  in
gewählter  Spr.  gemieden:  ich  spucke  470  Steinbach;
  auf  die  erde  spuck-r  Adelung:  wie  er  ranspert.
und  wic  er  spuckt  Schiller  Wallenst.  Lager  u;  als
Zeichen  des  Elels,  der  Verachtung  iygl.  auch  auss,
  ucken):  Adam  schuttelte  den  kopf.  uml  spuckte  das
abgebissene  auf  die  erde  Möser  Phant  3,  41;  dio
teufel  spuckten  mir  auf  den  scheitel  Freytag  Abnen
1,  306;  sburkt  beim  vorlesen  der  Präüolichen  verso
darauf  (auf  das  Blatt)  Keller  Nachl.  19;  als  Redensart:
  ich  spncke  auf  den  kerl,  auf  die  gunze  sache;
einem  in  die  schussc  sbucken,  ihm  den  Axpetit  verderben,
  eine  Sache  verleiden;  cincm  nuf  den  20pf.  ihm
einen  derten  Verweis  geben;  bei  Anfassen  schwerer
Arbeit:  schreitei  drauf  zum  werk.  spuckt  in  die
hrinde  Wieland  Perr.  1,  150.  Dazu:  Spucknapf,  m.
Napf  für  den  Sreichel;  bildlich  cinen  als  spucknapt
  benn?n  (Bismarch  ved.  6,  13,  änfeist

Sprungfischerei  —  Spucknasf.