Die Länge der Stabt mit ihren 260,000 Käufern, 10,000 Straßen,
600 Kirchen und Kapellen, unter denen die Paulsfirche die größte
enangelijche Kirche der Welt ift, der 1300 Fuß Yange Tunnel ünter
ber Themje ber; ben vielen Bibel- und Miffionsanftalten 2c. 2c., be
trägt über acht Stunden und Die Breite vier Stunden. Im Sinnern
der Stadt find 74 mit Bäumen bepflanzte große Pläbke. Wie fo
mancher erwachjene Menjch mag jährlih in London fterben, ber in
jeinent Leben nie einen wogenden Getreibeader, nie einen blühenden
Objtbaum, nie einen bunten Wiefenteppich gefehaut hat! DO, du große,
reiche Stadt! Ah, ihr armen, "bebauernswerthen Menjchen! — Zu
Großbritannien gehören fo viele Befigungen rings um die Erde, baf
man jagen Fann: Sin biefem Weiche geht die Sonne nicht unter.
21. Der Wallfifchfang.
In den großen Meeren, beionderd den nördlichen, leben Thlere, welche eine
nadte oder Doch nur mit einigen Borften befegte Haut, feine Hinterfüße und ftatt
der Vorberfüße Schwimmfloffen und eine mwagerecht auögebreitete Schwangfloffe
haben. Diefe Thiere gehören, troß threr Fiichähnlichkeit, nicht zu den Ftfchen,
jondern zu den Säugethieren und beißen Walle. Zu ihnen gehören 3. DB. die
Seefub, der Delphin, der Walfifh. Der Wallfifch ift daS größte Säugethier,
denn 80 Glephanten machen erft einen Walfifh aus; er ift 70 bi8 80 Fuß
lang und bi8 2000 Gentner fchwer.
Wegen des großen Nubens, den der Walfifch dur feinen Thran und fein
Stihbein gewährt, tft der Fang vefjelben feit Sahrbunderten von verfchtedenen
Bölfern mit großem Eifer betrieben worden. Vom 11. 518 14. SYahrhundert
betrieben ihn befonderd3 die Basfen (aud Spanien). Darauf fam er in die
Hände der Holländer, die ihn Im 17. Sahrhundert zu einer folhen Blüthe
brachten, daß fie in einem Sahre 300 Schiffe mit 18,000 Matrofen aus
Ichieten und auf Spigbergen eine befondere Niederlaffung zur Betreibung biefeg
wichtigen Sinduftriegmeige3 gründeten. Gegenwärtig wirb der Fang biejed Thieres
im hoben Norden hauptlählich von den Engländern betrieben, Doch gehen
jährlich auch einige Schiffe von Franfreih, Hamburg, Bremen, Altona,
Blüfftadt, Hnlftein und Schleswig, Hannover, Noftod und Stettin
auf den Wallfiichfang. Die Schiffe, jede mit ungefähr 50 Mann befeßt, laufen
im Frühjahr aud und kommen im Auguft und September zurüf. ©o lange der
Fang noch ergiedtger war, erlegte ein Schiff auf einer folden Fahrt nach Spipbergen
8 Mallfiiche. Die Ergiebigkeit tft jenoch nicht in allen Jahren gleich.
Segt rechnet nıan e8 gewöhnlich fchon für ein glüdliches Jahr, wenn auf einer
Fahrt drei Wallfifche erlegt werben.
Sind die Schiffe in den Gegenden, wo fi Wallfifche aufhalten, angefommen,
fo muß Tag und Nacht die größte Wachjamfeit beobachtet werden. Die Bäte
werben an den Selten des Schiffes audgehängt, um zu augenbliklicher Benukung
bereit zu fein. Geftattet e8 der Stand des Meeres, jo wird auch wohl fofort
ein Boot ausgefeßt, bemannt und ind Schlepptau genommen. Gobalb fi
ein Walfifh wahrnehmen läßt, wird fogleich daS Zeichen zum Hufbrechen gegeben:
ein Wall ein Wall ruft dte Wache, und fogleich fegt fi ein Boot in Bewer
gung, und andere folgen ihm in größter Eile und unter großem Allarm. Man
nähert fich dem Ungeheuer, der Chef lenkt das Boot, der Harpunirer Ichiwingt
feine feplanfe, Ieichte Waffe, auf Befehl des Chef3 durchfchneibet fie die Luft und
trifft das Thier. Diefed Ichlägt furchtbar mit feinem Schwanze umber, und mehe
bem Fahrzeuge, da3 von ihm getroffen wird, denn e8 tirb unfehlbar von ihm
zerfchmettert. Mit ungeheurer Schnelltgfeit flieht der Walfiich, Hinter fich Ber
die Stegerbarfe jchleppend; ‚denn an der Harpune war ja jened Tau be»
feftigt, das nun dem Boote ald Schlepptau dient, Abwechfelnd taudt der Wall: