Russische Klagen über Rosen. 297
die Dolemik gegen die Behauptungen des Generals Lamarmora erfolgreich zu führen.
Ew. pp. würden dazu nicht einmal eines andern Materials bedürfen als des in Deutschland
bereits veröffentlichten, welches Ihrer Aufmerksamkeit nicht entgangen sein wird:. Die
Ubersicht wesentlicher Theile desselben finden Ew. pp. in dem beigefügten, soeben er-
schienenen Buche: ZSwei Jahre Preußisch-Deutscher Politik, 1866|/1867, von Dr. L. Hahn.
*1090. Erlaß an den Gesandten in Detersburg
Heinrich VII. Prinzen Reuß.
lsKonzept von der Hand des Vortragenden Rats Theremin.)
Rach einem Bericht des Prinzen RNeuß vom 25. Februar batten sich Jowohl Fürft
Gortschakom wie der Direktor des Deporements der orientalischen Angelegenheiten Stremuchow
ihm gegenüber abfällig über den preuhischen Konsul in Belgrad Vosen geäußert, der in
einem kürzlich veröffentlichten Werke über die Kürkei dargetan häben sollte, daß er alles durch
die türkische Brille sebe. Stremuchow nahm noch besonders Anjtoß daran, daß Rosen es bisher
gon# untersalsen babe, nöhere Beziehungen m seinem rufsischen Kollegen zu suchen. ch Reuß
meinte, daß es besser gewesen wäre, wenn Rosen jçäbere kollegialische Baziehungen zu diesem
gesucht bätte.
Berlin, den 5. März 1868.
Unter Bezugnahme auf Ew. pp. gefälligen Bericht Ar. 36 vom 25. v. M. bemerke ich
zu öbrer perjönlichen Kenntnisnahme ergebenst, daß die Berichterstattung des Königlichen
Generalkonsuls Rosen bisher überhaupt eine sehr wenig ausgiebige ist. Der pp. Rosen
ist, soviel ich ihn kenne, ein Mann von ehrenwertem Charakter und ein Gelehrter, nament-
lich Orientalist. Ob er für eine selbständige Behandlung politischer Seschäfte ganz
geeignet, und ob namentlich seine Wahl für Belgrad eine glückliche gewesen ist, darüber
suche ich mir ein ausreichendes Urteil noch m bilden. Bei der tadellosen Dienstführung,
welche ihm aus früheren Verhältnissen zur Seite steht, würde es ohne Härte nicht tunlich
sein, ihn von Belgrad zu entfernent, bevor seine weitre Stellung gesichert ist. Hierauf werde
ich aber Bedacht nehmen, wenn meine weitern Beobachtungen den bisher gewonnenen Ein-
druck bestätigen.
Bei seiner letzten Anwesenheit in Berlin ist Rosen angewiesen worden, mit seinem
rulsischen Kollegen in Belgrad möglichst nahe Bejiehungen zu unterhalten.
*1091. Erlaß an den Gesandten in Peiersburg
Heinrich VII. Prinzen Reuß.
[Kontept von der BSand des Bortragenden VRats Thbereminf
Berlin, den 5. März 1868.
Ew. pp. erbalten beifolgend zur gefälligen vertraulichen Kenntnisnahme Abschrift eines
auf die Reise des Prinzen Aocpoleon bezüglichen Berichts des Königlichen Botschafters in
Der Satz eigenbändiger Zusatz Bismarcks.
1090. 1 Der Schluß des Absatzes eigenbändige Korrektur Bismarcks.