Full text: Bismarck Die gesammelten Werke. Band 6a. (6a)

Reuß soll abwartende Stellung einnehmen. 307 
beißt, mit Bekkundung analoger Gefühle, ohne irgendwelche spezielle Verpflichtung einzu- 
gebn. Durch letztre würden Sie mehr gewähren, als Sie von Sleinelr Mloajestät) dem 
Kaiser empfangen, ulnd) das ist nicht die Absicht; sondern nur, daß der Kaiser nicht u 
besorgen habe, die diesseitige Stimmung sei weniger wohlwollend als die Seinige-. 
*1099. Privaischreiben an den Gesandten in Detersburg 
Helnrich VII. Drinzen Reuß. 
[Konzept von der Hand des Vortragenden Rats Theremin.] 
In einem Immediakbericht vom 4. Mörz hatte Drinz „Aeuß neue Außerungen Kaiser 
Alexanders II. über gegenleitige preuhisch-russische Hilfeleistung in einem kommenden Kriege mit- 
geteilt. Danach war der Kaiser bereit, Ssterreich in Schach zu halten, wenn Preußen in einen 
Krieg mit Srankreich oder Österreich verwickelt werden ollte, obrabsgelebl. daß Kömit Wilhelm I. 
ihm ebenso in einem russisch-österreichischen Kriege beisoringe. Für den ersteren Sall machte der 
Kaiser sich enbesschig. eine Armee von 100 COoOo Mann an der ruflisch-Pterreichischen, Grenze 7*n 
zustellen; ein Gleiches erwartete er egebenenfalts von Preußen. Bgl. auch die Tagebu 
Aufjeichnungen des Militärbevollmächtigten Oberst von Schweinitz zum l Mn. Briefwechsel 
des Botschafters General v. Schweinitz, S. 40. Reuß hatte sich, eingedenk der Mahnung 
Bismarcks vom 16. Februar (ogl. Ar. jo64), gegenüber den neuen Auherungen des Kaisers ent- 
gegenkommender ausgesprochen, ohne sich doch schon auf Details einzulassen. Wie Reuß am 
Schlusse seines Immediatberichts anführte, hatte er die Empfindung, als ob Koiser Alexander 
auf seine Avancen noch eine weitere RMückäußerung von preuhischer Seite erwortete. Bal. dam 
#h — “rm"ß½? die Anfänge des Dreikaiserbundes Börr bis 1871). Preuhische Jeprhücher 
d. . 293 und H. MWichael, Bismarck, England und Europa 1866 bis 1870, S. 166 ff. 
Berlin, den 14. März 1868. 
Der Schluß in Ew. pp. Immediatberichte Ar. 38 vom 4. d. M. gibt mir Veranlassung, 
Ew. pp. im Anschluß an meinen vertraulichen Erlaß vom 12. d. M. Ar. 100 noch den 
Wunsch auszujprechen, daß Ew. pp. es vermeiden wollen, auf die Crörterung von Details 
für eventuelle gegenjeitige Hilfsleistungen in etwaigen Gesprächen mit Seiner Moajestät 
dem Kaiser einzugehen, Ew. pp. wollen, auch wenn der Kaiser dergleichen anregt, dam 
eine abwartende Stellung einnehmen und sich auf der Linie derjenigen allgemeinen Ver- 
sicherungen halten, welche Sie nach dem vorgedachten Immediatberichte in Gemäßbeit 
meines Erlasses vom 16. v. M. Ar. 51 gegen den Kaiser Ausdruck gegeben haben; diese 
Vorsicht wird um so nötiger sein, als der Fürst Gortschaktow, wie Ew. pp. in dem Berichte 
vom 6. d. M. Ar. 38 anführen, bis jetzt in Bezug auf jene Sventualitäten gegen Ew. pp. 
eine vollkommene Neserve beobachtet hat. Jedenfalls müssen wir vermeiden, Empfind- 
lichkkeiten bei ihm hervorzurufen. 
*1100. Erlaß an den Botschafker in Daris Grafen von der Goltz. 
[Konfzept von der Hand des Vortragenden Rats Abeken.)] 
Wie Lord A. Loftus (ogl. Ar. 88 so batte auch Benedetti in seiner Berichterstattung 
(lebe leine Verichte vom 27. Februar und 8. Aürz, sowie seinen Privatbrief an Mouftier vom 
Origines Diplomatiqu es, XX, 442 8 ss., XXI, 15 s., 3% d5.) bittere Klage darüber 
erfübrt daß Bismarck sich leit seiner Perreitz am 6. Sebruarerfolgten, ober erst am 26. den 
2 Der Erlaß beruht vom zweiten Satze an auf eigenbändigem Konzept Bismarcks unter Streichung 
des Konzeptes Tberemins