Verhandlungen über einen Handelsvertrag mit Osterreich. 27
1667 geschab. Es liegen aus der Zeit vom 20. Dejember 1866 bis zum 3. Februar eine größere
Aweh Oismarchscher Erlasse und Celegramme, teils an die Bevollmächtigten von Dbilipsborn
und Delbrück, teils an die preuhischen Vertreter in Wien und Paris vor, von denen die wich-
tigsten an dieser Stelle zusamenefat werden mögen. Vom Jaonuar 1867 ist ein eigen-
bändiges Telegramm an Sreiherrn v. Werther datiert: „Auf # inghigur der Weinzölle darf
durchaus nicht eingegangen werden, solange nicht der französische Versicht auf den mecklen-
burgischen Ieeltrn als Aquivalent gelichert ist. Dies ist bisder r*b #ei Soll. Wenn imter
noch in 2#trei Auasch Sbei denen wir von der ausgegangen sind, W
Sscherleitg an Die Vemmen . S#n Wiei werden vertagt.“ Am 29. cht, Bismarrck
Sreiherrn v. Werther an: „Ersuchen Sie Herrn Geh. Rath Delbrückt im Auftrage des Herrn
Handelsministers, ohne Rücksicht * *57 *Sbrad der Verhandlungen unverjüglich hierber zurück
ukehren. Herrn Geh. Rath Dbilipsborn bitte ich bis auf Weiteres dort m bleiben, um die
erhandlungen fortzuführen, die nicht abgebrochen und für jetzt auch nicht vertagt werden, der
Abschluß aber obne sichres und directes Abkommen mit Frankrreich unthunlich bleibt. Unter
3. Thaler geben wir außerdem mit dem Weinzoll auf keinen Sall.“ Vom 3o. ist ein Erlah an
DDhilipsborn, in dem es beißt: „Wir glauben nicht, daß ein Abschluß nahe bevorsteht, aber ohne
Iweifel wird es Herrn v. Beut ebenso erwünscht sein als unz □# der Eindruck, als würden
die Verhandlungen abgebrochen, sorgfältig vermieden wird.“ 5. Sebruar endlich, dem Tage
der Sistierung der Werhandlungen, folgt ein Celemomn an An ther „Bitte Baron Beust #u
lzs gen *P unser Wunsch, Sinverständniß mit Oestreich berzust tesen, ebenso“ lebendig ist und wir
Ursa e davon, da der Ablchluh aufgeschoben, nicht in Wien Hchen, hile beffen, daß
Veron Beuft die Meckkenburger Schwierigkeit aus deutschem Standpunkte wü
Val. u den Verhandlungen das Protokoll, ubetreffend einstweilige W39 der Ver-
— * über Aeision des Handelsvertrags“ vom 3. Sebruar I867 in: Das Staats-
ar chio , 300; ferner Lebenserinnerungen von Anudolf o. Delbrück, II, 386 ff.
Esst im August 1867. nachdem sich inzwischen die Bedenken des Grafen o. Senpllt gegen
eine wesentliche Hroisfegun des bcchelwolls gemildert #betten kam Bismarck e An-
egenheit zurückt, indem er bei dem Bundesrat die iederaufnahme der Vertndlungen in
Heg is und Wien beantragte.
Berlin, den 28. Auguft 1867.
Die Verhandlungen, welche, wie der Königlich Württembergischen Regierung bekannt
ist, in den letzten Wochen des verflossenen und den ersten Wochen des laufenden Jahres
von Hreußen unter TCeilnahme Baperns und Sachsens mit Österreich über die Reoision
des Vertrages vom 11. April 1865 gepflogen wurden, mußten vertagt werden, weil Hreußen
Bedenken trug, auf die von SÖtterreich beantragte Ermähigung der vereinsländischen
Eingangsabgabe von Wein einzugehen. Diese Bedenken waren nicht bloß aus dem
Betrage der in Anspruch genommenen Sollermähigung bergeleitet, sondern berubten
wesentlich auf dem Zusammenhang, in welchem dieselbe mit einer andern wichtigen Frage,
dem Anschluß Mecklenburgs an den Gollverein, stand.