Full text: Illustriertes Realienbuch.

III — 83 — 
Der Mahagonibaum in Ost- und Westindien liefert ein schönes, hartes 
und dauerhaftes Holz zu Fournieren. Der stattliche Baum wird bis 30 m hoch, 
hat einen weiten, dichtbelaubten Wipfel, 3—5 paarig gefiederte Blätter, weiß- 
gelbe Blüten und faustgroße Samenkapseln. Der Wert des Holzes richtet sich 
nach dem Standort des Baumes, nach Härte, Glätte und Färbung. Das beste 
kommt von den Bahama-Inseln, ist schön braun, dunkelt an der Luft, spaltet sich 
schwer, nimmt feine Politur an und widersteht den Würmern und dem MWasser. 
94. Die Riesenschlange. 
     
1. Die Riesensch lange - 4 . 
ist das stärkste Glied der 46— —* 
Schlangenfamilie. — 2. Sie 
wird 5—10 m lang und so 
dick wie ein schwacher Baum- 
stamm. Der Kopf hat Schil- 
der, die aneinander stoßen; 
der Rücken und die Seiten 
haben Schuppen, die dach- 
ziegelförmig übereinander 
liegen. Der walzenförmige, 
fußlose Körper ist mit einen 
festen, gelbbraunen Haut über- E— 
kleidet, die mit eiförmige. 
Flecken, regelmäßigen Punkt.——— , 
gruppenundallereiFiguren — 
sehr schön gezeichnet ist. Dl. .. 2 
Haut wird alljährlich mehr- — 
mals gewechselt. Zuerst löst 94. Riesenschlange (½60 nat. Größe). 
sie sich am Maule und wird nun von der Schlange, indem sich dieselbe 
durch Steine und Bäume zwängt, nach hinten geschoben und wie ein Strumpf 
abgestreift. Der Kopf ist plattgedrückt, die Zunge tief gespalten und immer 
umher tastend und züngelnd. De hakigen Zähne dienen nur zum Festhalten 
der Beute. Den Augen fehlen die Lider, den Ohren die Paukenfelle. Der 
Hals ist nicht abgesetzt; die Kinnladen sind nicht eingelenkt. Daher kann 
die Schlange den Schlund erweitern und größere Tiere als sie selbst verschlingen, 
die ihr dann wie Ballen im Leibe liegen. Am Rückgrat stehen über 200 Rippen, 
und dazwischen liegen die Muskeln, mit denen sie sich in den bekannten Schlangen- 
linien bewegt. — 3—6. Die Riesenschlange lebt in den Wäldern und Gebüschen 
des nördlichen und östlichen Südamerika. Sie verbirgt sich in dem Laube der 
Bäume, indem sie sich um die Aste schlingt, und lauert auf ihre Beute. Naht ein 
argloses Tier, bis zur Größe eines Rehes, so schießt sie plötzlich herab, umschlingt 
und erwürgt es. Die Beute wird zerknirscht, zu einem unförmlichen Klumpen 
zusammengeknetet, mit Speichel schlüpfrig gemacht und dann verschlungen. Voll- 
gefressen und träge zusammengerollt, kann die Schlange leicht getötet werden. 
Die Jungen schlüpfen aus Eiern, die an feuchtwarme Stellen gelegt sind. 
Eine der gefährlichsten Giftschlangen ist die 2 m lange Klapperschlange 
in Amerika. Sie hat am Schwanzende eine Art Klapper aus losen Hornringen, 
die bei jeder Bewegung schwirren und so das gefährliche Tier verraten. Alle 
Giftschlangen haben einen breitgedrückten Kopf und einen dünnern Hals. 
Aufgaben: Welche Naturerzeugnisse kommen aus Amerika zu uns? Wozu dient die 
Chinarinde? Woher stammt und wozu braucht man Gummi und Guttapercha: Wozu 
Mahagoniholz: Eigentümliche Tiere von Südamerika! Welche Pflanzen liefern Brenn., 
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