146 Rechtsm. der Reviſion.
Geſuche, betr. die Anordnung von Arreſten und
einſtweiligen Verſügungen auf Grund münd-
licher Verhandlung (88. 802, 8415) , über die
Rechtmäßigkeit ves Arreſtes nach erhobenem Wider-
ſpruße (8. 805) und über die Aufhebung des
Arreſtes wegen unterlaſſener Anſtellung der Klage
(8. 806) oder wegen veränderter Umſtände (8. 807)*),.
Soferne nach F. 5141 die Reviſion im Allge-
meinen nur darauf geſtüßt werden kann, daß die
Entſcheidung auf der Verlehung eines Geſetzes be-
ruht, erläutert der 8. 512 dies dahin, daß das Ge-
ſeb verlekßt iſt, wenn eine Rehtsnorm nicht oder
nicht richtig angewendet worden iſt, und beſtimmt
der 8. 12 des EG. zur CPO., daß Geſeß im Sinne
der Civilprozeßordnung und dieſes Geſeßes d. h.
des EG. hiezu jede Recht8norm iſt. Hienach
macht es feinen Unterſchied, ob e8 ſich um Fragen
ves materiellen oder des Prozeßrechtes han-
delt, ob die Rechtönorm als Fundamentalſaß
des Rechtögebäudes oder gewiſſermaßen als ein
bloſes Nebenwerkf debsſelben anzuſehen iſt, ob die
Norm in dem Geſeke ausdrülich ausgeſprochen,
oder ob ſie nur aus dem Sinne und Zuſammenhange
oder als Konſequenz desſelben ſich ergibt, ob ſie
auf geſchriebenen oder ungeſchriebenen Rechtsquellen
*) Wilmowski erwähnt S. 373 nicht des nad 8. 502
als Endurtheil in Betreff der Rec<htsmittel und
der Zwangsvollſtrekung erklärten Urtheils, wel-
<Jes unter Vorbehalt der Geltendmachung
von Vertheidigungsmitteln ergeht, führt je-
doch a. a. O. als Endurtheil, welches der Berufung
unterliegt, das Läuterungsurtheil (purificatorinm)
nach 68. 427 Abſ. 2 auf, d. h. dasjenige Endurtheil,
welches den Eintritt der in einem bedingten Endur-
theile ausgedrükien Folgen ausſpriht. Stru>mann
. bezeichnet S. 383 dies als eine Abweichung vom
preußiſchen Nec<hte, welches gegen Purifikationsbe-
ſcheide nur die Nichtigkeitsbeſ<werde geſtattete.