Neic<hsgeri<tlihe Entſcheidungen. 491
men fontrahirt, kann die fingirte Ceſſion des For-
derungsrechtes an den Auftraggeber ſelbſt dann nicht
rechtfertigen, wenn das Geſchäft die Veräußerung
einer dem Leßteren gehörigen Sache betraf. S. 111
ad Urth. v. 2. März 1880. (HGB. Art, 368
. 1.)
Die Eiſenbahn haftet auch dann nicht, wenn
der Tranßport, welcher in bede>ten Wagen erfolgt
iſt, in unbede>ten Wagen erfolgen durfte. Die Be-
fugniß der Bahnverwaltung, den Transport in un-
bedeXten Wagen zu bewerkſtelligen, wird gemäß
8. 67 Nr. 2 des Betriebsreglement8 durch die (nach
der Ausſtellung des Frachtbriefes) mündlich geſchehene
Beſtellung der Verwendung eines bede>ten Wagens
und die Annahme und Ausführung dieſer Beſtellung
nicht aus8geſchloſſen. S,. 11 410/79. Urth. v. 44. No-
vember 1879. (HGB. Art. 424 Ziff. 1.)
d) Genoſſenſ<aftögeſeß von 1868.
Nur derjenige kann als Mitglied einer einge-
tragenen Genoſſenſchaft in Anſpruch genommen wer-
den, welcher der Genoſſenſchaft ſc<hriftlich beigetre-
ten iſt. Die Thatſache, daß eine Perſon in dem dem
Regijter-Richter eingereichfeu Verzeichniſſe eingetragen
iſt, kann in Verbindung mit anderen Thatſachen
(z- B. Empfang und Führung von Rechnungöbüchern,
welche nach dem Statut nur den Genoſſenſchaftern
gegeben werden ſollen) vollen Beweis des ſchriftlichen
Beitritts zur Genoſſenſc<haft erbringen. S. 1 107/79.
Urth. v. 40. Januar 1880. (Genoſſenſchaftsgeſeß
vom 4. Juli 1868 8. 2 Abſ. 4, 88. 4, 8.)
Mitglieder einer Genoſſenſc<haft, welche für die
Verpflichtungen der Genoſſenſchaft ſolidariſch haften,
können gleichwohl nicht aus den Namens der Ge-
noſſenſc<haft gezeichneten Wechſeln wechſelmäßig be-