Aums̃̃er Vd
Samtskas, 24. Mär#s 1817
Fr war, bis sie sich den Gegner
antet so u u icher' sind die Umrisse der isur
ut chen Reiches seit 1890 gebliei4
555 lgen sind uns nicht erspart
worden. Es mag. ein Zufall sein, daß die
t länder in Bagdad eben in denselben Takonnten,
da sie in der inneren Politik
ands den emtscheidenden Erfolg ntru ·
* Darum verkündet die englische Flagge über
Bagdad nicht minder deutlich den Sieg Englands
über die Weltmachtaussichten Rußlands,
wie der Uebergang der russischen Regierung an
Miljukow den Sieg Englands über des Jaren
Person. Das eine wie das andere ist gleich sehr
ein Schlag gegen unsere Jukunft. Jetzt dürfen
wir nur die einzige Frage kennen, ob wir den
Schlag noch zurückzugeben vermögen. Unsere
Staelung vermochte den Engländern in Pe-#tersburg
nicht mehr zuvorzukommen. Aber hofsentlich
# unsere Heeresleitung rechtzeitig
darüber klar geworden, daß England den russichen
Sonderfrieden nur um den Preis eines
mehr als tolltüh xgen Spiels mit dem Feuer verhüten
konnte. Rußland kracht in allen Fugen.
Was gälte es, wenn Hindenburgs Hämmer
augenblicklich darauf nieder busen könnten! Auch
heute noch ist die sicherste k uchiein, den Krieg
um ne entscheidende Strecke Weges der Lösung
näherzubringen, ein festes Anpacken Rußlands,
sei es, daß sich dadurch die Monarchie und mit
ihr das gesunde Urteil über Rußlands auswärtige
Aufgaben wieder zu erheben vermag oder
daß, wenn das Land des Zaren wirklich auseimanderbirst,
unser gutes Schwert und nicht eng-Lis
Verschlagenheit das letzte Wort dreinre-
Die Zerflörung v. Kunfdenkmälern
auf dem westlichen Kriegsschauplatz
durch die Frauzosen u. Engländer.
munser Gegner haben uns seit dem Beginn des
Wellkrie immer wieder vorgehalten, daß wir
geflissentlich und absichtlich die historischen Bauwerke
und die nationalen Denkmäler auf belgischem
wie auf französischem Boden beschossen und
zerstört hälten. Die einfachen Proteste gegen die
Einnlosigkeit dieser Vorwürfe haben nichts ge.
ungt. Dafür hat die grausame Jronie der Geschichte
in ihrer tragischen Gere, tigleit es ge ·
fügt, daß bei dem Fortschreiten der Kämpfe in
den letzten Jahren Englander, Belgier und Fran.
zosen, die criteren als schon längst mißtrauisch
letrachtete Gäste auf dem festländischen Boden,
die letzteren im eigenen Lande, durch die gleiche
Rriegsnotwendigkeit wic wir gezwungen wor
den sind, ihre ehrwürdigsten Baudenkmaler und
klostbarsten Kunftschätze zu zernören und zu gelährden.
Unsere Gegner sehrn nur, was jemeits
der ehernen Mauer unserer From von unseren
Hranaten vernichtet ist. Wir unsererseits können
das ganze Maß der Jerstörungen durch die feindlichen
Geschosse östlich von der Front ermessen
und überblicken. Die Masse der hier dem Boden
gleich gematten Or speflen und der zer- chossenen
Kirdzen und Schlösser ist so gewaltig, daß sie der
jahl der durch unsere Kriegshandlungen vernichleten
Orte langst die Wage hält. Da wir in der
Champagne wie an der Somme nem Gegner
mehrere schmale Skreifen des von seinen Geschof.
ien aufgepflügten Landes überlassen haben ist
die Zahl der von ihm völlig vernichteten Orte
eine für den Gegner erschredende geworden. Der
Boden, den wir dem Feinde übergaben, trägt
nur noch Ruinen und Trümmer, die oft kaum die
Art des dort ursprünglich stehenden Bauwerkes
erkennen lassen. Unsere Gegner haben nicht einen
Augenblick gezögert, wenn es die militärische Not.
wendigkeit verlangte, ganze Slädie und Dörfer
iu zerflören, mit einer harten Rücksichtslosigkeit,
wie sie nur die Russen in Polen an den!Tag ge-1———.
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legt hhaben, und sie haben in erster Linte immer
ihr Feuer auf die Kirchen und die Schlösser als
auf die gegebenen Beobachtungspunkie und
Sammelplätze gerichtel. Wir macken dem Gegner
keinen Worwurf daraus, daß er unter dem
eisernen Muß des Krieges die größeren Bauwerke
und vor allem alle aufragenden Türme in
und hinter unserer Front zuerst zum Jiel nimmt
und sie zu beseitigen sucht. Nur die Tatsache nageln
wir fest.
Die Opfer der franjosischen Zerstörungen be.
ginnen mit St. Mihiel, das ausschließlich von
den seindlichen Granaten verwüstet ist, obwohl
die Bevölkerung sich noch in den Mauern befin.
det. Die spätgotische Kirche St. Etienne und die
spätgotische Wrockbtekar von St. Mihiel
sind schwer beschädigt, in die Bibliothek sind Granaten
gefallen; hier wie in der Kirche St. Etienneist
es die deutsche Verwaltung, die die kostbar.
sien Kunstwerke, vor allem die große marmorne
Gruppe der Grablegung von Ligier Nichier ge.
gen die französischen Geschosse geschützt und so
der frangosischen Kunstgeschichte erhalten hat.
In der Ebene des Woevre, wo in einer breiten
Zone alle Ortschaften weithin zerstört sind, sieht
an der Spitze das zerschossene Städtchen Etain,
dessen mächtige gotische Kirche, ein Bauwerk des
13. Jahrhunderts mit einem spätgotischen Chor
und einem klassizistischen Turm, lange das Ziel
unablässiger Beschießung durch die französischen
Batterien gewesen ist. Die Dörfer am Fuße der
Cote Lorraine sind längst mit ihren Kirchen zu
grunde gegangen. In den Ortschaften nördlich
von Verdun steht kein Siein mehr. Die Kirchen
von Malancourt, Bethincourt und Forges sind
völlig vernichtet. In dem hochgelegenen Falken.
berg, dem das ganze Gelände beherrschenden
Montfaucon, erhob sich als Krönung des
malerischen Städtchens die reichgegliederte gotische
Kirche, ein imponierender Bau des 14. Jahrhunderts
mit Chorumgang und entwickeltem
Strebesystem. Auf dies weithin sichtbare Gebäude
haben die Franzosen Tausende von Granaten
geworfen, erst den Turm genürzt und dann
auch das ganze Langhaus Frschossen, so daß jeht
nur noch die Chorruine wie eine phantastische Sil.
boueite in die Luft ragt. An der Ostseite der Argonnenfront
sind es an dem Ufer der Aire vor
allem Apremont und Varennes, die gänzlich zerschossen
sind. Von der Kirche zu Apremont steht
nur noch die Chorruine, von der merkwürdigen
dreischiffigen frühgotiscken Kirche zu Varenncs
nur noch ein Teil der Ausenmauern und die
Westfront mit dem schönen späten Barockportal.
An der Champagnefront sind von Servon bis
Reims alle Ortschaften, die unmittelbar hinter
der jetzigen Linie liegen, von den Franzosen ge.
flissentlich zerschossen und es sind auch hier zunächst
die Kirchen, in denen die Franzosen. znee
Sammelplätze und auf deren Turmen sie 2
obachtungsposten vermuteten, zerstört worden.
Ganz in Trümmern liegen so Servon, Cernay en
Dormois, die große nste Kirche in Som.
me Py mit ihrem überreichen Mas werk und dem
mit zierlicken spalgt. sdten Skulplaren geschmück.
ten FoXwtal. Em sch werer Verlust für die französische
Kunstgeschichte ist der Untergang der gan.
zen Gruppe von reizollen spätromanischen und
frühgeliscten Kirchen nördlich und nordöstlich
von Reims. Die Reihe beginnt mit der flachgedeckten
romanischen Kircke von St. Souplet; es
solgt die dem Uebergangestil angehörige Kirche
zu Dontrien, die Kirche zu Nauroy, die mit dem
ganzen Ort total zerschosfen it, ebenso wie oie
zu Ardeuil, und die flachgedeckie dreischiffige Kirche
zu Beine. Am Iitmersuehden ist der Verlust
der Kirche zu Cernay- Les Reims mit dem prachtvollen
dreischiffigen * von der Wende des 12.
zum 13. Jahrhundert mit den üppigiten Details
und den größten Reichtum von Kapitalformen,
die den französischen Geschossen zum Opfer ge.
fallen ist. Di. seine frühgotische Kirche zu Bour.
gogne mit ihrem reizvollen Chor aus dem 12.
bis 13. Jahrhundert irt bei den fortgeietzten Be.
schießungen immer mehr ein Ziel für die um
Reims stehenden franzosiichen Batlerten gewor.
den. Das ganze südliche Querschiff und die nordliche
Vorhalle sind eingestürzt, der Turm hat
große Treffer erhalten. Ganz zerflört ist auch die
zwerschiffige schöne Kirche von Brimont und mit
ihr das Schlößchen von Brimont.
(Schluß folgt.)
Derschiedene Nachrichten.
Berlin, 22. März. Die Versteigerung der
Sammlung altitalientscher Meisierwere aus der
Sammlung des Wieners Karl Moll im neuen
Kunstaultionshaus von Casirer und Helbing.
fand unter besonder? starkem Andrang von
Sammlern und Museumsleitern stalt, und das
Ergebnis war ein aul erordentlich gutes, Die nur
37 Stück umfassende Sammlung erzielte in nicht
viel mehr als einer Stunde den ansehnlichen Gesamtpreis
von rund 31 Millionen Mark. Den
Höchstpreis brachte Giovanni Bellinis „Madon.
a“, die für 240 000 Mk. in den Besitz eines
Herrn Reiling in Mainz ging. Für den zweit.
höchsten Preis von 56 C071 Ml. erwarb der
Komponist R. Strauß Tiniorcttos „Kreuztragung“.
Correggios „Pieta“ wurde mit 50 000
Mark bczahlt. Giorgiones, lbut eines jun.
gen Ritters“ brachte 12 00%
Wien, 22. März. In der en auf Sonn.
tag hat die in der Haberlgaste wohnhafte 33.
jährige Hilfsarbeiterin Koudensky ihren 5# jäh.
rigen Geliebten, den Maurergehilfen Josef Hofbauer,
mit dem sie zusammenlebie, im Bett mit
einer Art erschtagen. Der Grund zu der schreck.
lichen Tat lag darin, daß Hosbauer sich in letz
lter Zeit immer mehr von seiner Gelielten zurück.
zuziehen versuchte und ihr n km mehr genügend
Wirtschaftsgeld gab. Die Taierin siellie sich
selbst der Polizei.
Budapest, 22. März. D36 ungarssch= Lan.
desernährungsamt bereitet für di Feühjahr eine
großzügige allgemeine Versorgung mit Wild
bret vor. Ein Teil des Wildbestandes und zwar
Hasen, Fasanen und Rehe, gebt an die Annee,
ein großer Teil wird nach Deutschland ausgeführt
merden. Der Leiter des Amtes erllärte,
das Wildbret sei berelts in großen Mengen in
Kühlräumen eingelagert worden und sei in bestem
Zustande. Die Ausfuhr nach Deutschland
lei pon Bedeutung nicht nur für die Volkser-
—. nährung, sondern auch
wegen der Rückwirkung
auf die Baluta, da es sich bei per Ausfuhr um
Sendungen von einigen Millionen Mar hanole.
Genk, 22. März. Dre geheimmspvollen Hafenbrände
in d. haben wieder begonnen.
Montag mor brach im Lagerraum eines
großen “ Dampfers Feuer aus. Am
vormittag entstand an Bord eines englischen
s e in neuer Brand, der Tausende von
Säcken Zucker zerstörte.
Beülische Nundsche.
Ein Reichsamt für Wasserstraßen-Der
Abg. Bassermann hat mit Unterstützung
der gesamten, nationalliberalen Fraktion des
Reichslags eine Entschließung zum Hauehalt des
Innern eingebracht, die fordert, daß die Ueber
nahme der Wasserstraßen gemaß Art. 4 Ziff.
der Reichsverfassung aus das Reich und die
Schaffung eines Reichsamtes für Wasserstraßben
in die Wege geleitet werde.
Aufhebung des Jesuitengeseyes.
Der „Bayr. Kur.“ brachie jungit die Mel
dung, daß das Jeuitengreen aufgehoben werde.
Wie die „Tägl. Rundschau“ erfährt, em
spricht diese Mimeilung den Tarsachen. Schon
in nächster Zeit wird sich der Bundesrat mit
einem Antrage, das Gesetz aufzuheben. beschäf.
tigen. Da die preuf'schen Stimmen fur den
Antrag abgegeben werden, so sei dessen An
nahme gesichert. Das Berliner Blatt sagt fer
ner: „Allerdings durfte die Minderheit, die
gegen den Antrag ist, nicht unbeträchtlich sein.
Im März 1904 waren für die Aufhebung des
§ 2 des Zesuitengesetzes Preußen, Bayern, Baden,
Waldeck, Reuß a. L. und Hamburg, also
29 Stimmen, 4 Bundesstaalen mit je einer
Stimmen emhielten sich der Abstimmung, die
übrigen stimmten dagegen. Elfsaß Lothringen.
das inzwischen eine Bundesratstimme erhalten.
wird im preußischen Sinne seine Stimme abgeben.“
Der „Vorwärts“ schreibt zu dieser Meldung:
„Die Sozialdemokratie hat siets für die
Aufhebung des ZJefuitengesetzes gestimmt, weil
sie die Freiheit des Meinungskampfes, die sie
für sich selbst jorderl, auch dem Gegner zugesteht.
Die Regierung darf sich aber nicht einbilden,
mit der Aufhebung des Jesuitengesenes das ge
troffen zu haben, wie da? Volk als Resulkat
einer Neuorientierung erwartet.“ Der „Bayer.
Kur.“ sagt: „Mi: der Avfbebung des Reicks
gesetzee sind aber noch nicht die Beschramungen
gefallen, welche die Ordensgesehgebung einzel
ner Bundesflaaten nich; bloß den Jesuiten auf
erleg:. Wie engbrunig und unheilbar verbohr:
die Ansichten da und domn noch sind, zeigte die
jungiie Debatie in Defen. Die deulichen Kalho
liten mussen noch, daran in auch nach der Neu
orientierung lem Zweifel, einen langen Kampf
kämpfen, bis sie sich in der deunchen Heima:
überall Gleichderechtigung und volle Freibe#
errungen haben werden.
# erischer Reichsiac. W###
Berlin, 22. Marz. Ver der Beratung de-Etats
des Reichsamtes des Innern entwickelte
sich heute auch eine Schuldebatte. Der Hauptauschuß
hatte eine Entichließung vorgelegt, die die
Eimberufung einer Reichsschulkonferenz zur Prufung
aller Reformfragen und zur Verwerinun
aller Erfahrungen fordert. Die Mehrzahl der
Redner manote sich gegen diese Konferenz. Auch
vom Regierungstisch aus wurde versichert, daß
das Schulwesen die eigenite Sacle der Einzellia:
ten sei. Schtießlich wurde der Anlrag des Hauxt#
ausschusses mit den Stimmen der Rechten und
des Zemrums abgelehnt. Dann folgte die An
nahme der Novelle zum Stempelgesen. Bei der
Beratung des Gesundheitswesen= hielt der r#a#
dikale Abg. Kunem eine maßlose Rede, die sich
im besonderen in der Ausmalung einer Hungersnot
in Drutschland gefiel. Als er dabei den
Kaiser und den Kanzler angriff. versiel er der,
Rüge des Präsidenten. Bezüglich der angeblichen
Hungersnot gab der Präsident des Geiundheito
amtes die richtige Antwort. Und die Hereinzie
hung der russischen Revolution femigte Slaalte
selretsr Dr. Helfferich mit den Worien ab „Tir
Deutscher, der in dieser Zeit Vergleiche zwckk en
Rusland und Deutschand ziehl, beschmutz:
Deuischland!“ Das Haus spendete biefur lerhaf
ten Beifall. Zum Schluß gab es noch eine lleine
Abrechnung. Mebrere Berlner Blütter haiten
die gestrige Rede des Staatsselretdrs Dr. Helfse
rich aungeblich wegen Paplermangels totgeschwie
gen. In Wirklichkeit war der Grund dazu aber
ein Konflilt dieser Zeitungen mil dem Reichami
des Innern. Das Vorgelen der Bläter
wurde indessen von de:n Rednern aller Parieien
ledauert und verurte II.
Münche####Nueit#.0
ünchen. 22. Mur. Zur u. Kriegsanleihe
zeichnet die sadl. sae Zparlase Munckhen
wieder einen Reitag von 15 RN OOO
Mark (einschlieflic der leinnangen der
leger), wie bei der 3. 1. und 5. Krie ## „nleihe.
Der Gesamtbeirag der Lie chungen der stadti
scken Sparkase München zu den se 1 Kriegsan.
leihen wird sick dann auf 8! Millionen Mark be«
u
laujen.
— — —