Die Division Fransecky im Ewiepwalde. 183
Heeres, die Division Fransecky für sich allein einen Kampf
zu bestehen, welcher durch seine heldenmüthige Ausdauer und
den Umfang seiner Folgen in der neuen Kriegsgeschichte fast
ohne Gleichen dasteht.
Wrr sahen, wie Fransecky's Vorhut, unter General von
Gordon, einige Abtheilungen der Brigade Appiano aus dem
Dorse Benatek vertrieb und dann gegen den Swiepwald
vorging, wo neben zwei Bataillonen Appiano's auch einige
Abtheilungen der Brigade Brandenstein vom vierten österreichischen
Corps sich befanden. Man schoß sich hier eine
Weile in den Gebüschen herum; indessen hatte, wie wir
wissen, Appiano Befehl zum Abzug nach Chlum, ließ nur
ein Bataillon bei Brandenstein zurück, und machte es dadurch
den Preußen möglich, ohne große Opfer nicht bloß den Wald,
sondern auch das südlich davor gelegene Dorf Tschistowes zu
besetzen. Obwohl jetzt General Brandenstein seine sämmtlichen
Truppen, verstärkt durch ein weiteres Jägerbataillon, in den
Wald von verschiedenen Seiten her vorgehen ließ, scheiterten
doch alle seine Anstrengungen an der jetzt ebenfalls auf acht
Bataillone herangewachsenen Stärke des Gegners. Bei dem
Kampfe zwischen den Schluchten und Abhängen des dicht
bestandenen Waldes löste sich auf beiden Seiten die taktische
Ordnung der Truppenverbände; jeder Officier oder Unterofficier
raffte kleine Schaaren, wie sie sich fanden, zusammen;
an einer Stelle drängten die Preußen, hart daneben die Osterreicher,
vorwärts; dann erhielt plötzlich der siegesfrohe Augreifer
vernichtendes Flanken= und Rückenfeuer, und bei diesem
Durcheinanderwogen des Gefechts behauptete die gewandtere
Taktik und die gründlichere Ausbildung der Preußen entschieden
das Ubergewicht. Nach einem erbitterten Streiten