Full text : Dokumente aus den russischen Geheimarchiven.

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Das  Memorandum  Basili'’s  über  die  Meerengen.

Vorerwägungen  zur  Aufklärung  der  maritimen  Aufgaben  Rußlands  im
Gebiete  des  Schwarzen  Meeres.

Die  gegenwärtige  politische  Lage  im  nahen  Osten,  die  in  näherer  oder
feruerer  Zukunft  zur  Auflösung  der  Türkei  führen  kaun,  macht  es  uns  zur
Ptlicht,  erstens  schon  heute  die  Möglichkeit  ins  Auge  zu  fassen,  daß  die  Frage
der  Mecrengen  aufgerollt  werden  wird.  und  zweitens  unser  Verhalten  zu  derselben
  zu  bestimmen.

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Hieraus  folrt  in  erster  Linie  die  Notwendigkeit,  unverzüglich  zu  einer
erheblichen  Verstärkung  unserer  militärischen  Kräfte.  insbesondere  unserer
maritimen  Kräfte  im  Gebiete  des  Sehwarzen  Meeres  zu  schreiten,  damit  wir
sofort  nach  Beginn  der  erwarteten  Krisis  die  Frage  der  Meerengen  in  dem  von
uns  gewünschten  Sinne  der  Lösung  zuführen  können.  Da  es  jedoch  nicht
inörlich  ist.  den  Zeitpunkt  für  diese  Krisis,  die  möglicherweise  sehr  bald  eintreten
  kann,  im  voraus  zu  bestimmen,  so  Ist  es  wünschenswert,  unsere  Streitmacht
  im  Gebiet  des  Schwarzen  Meeres  möglichst  ohne  Verzug  und  in  der
Weise  zu  verstärken,  daß  dieses  konsequent  geschieht  und  nicht  einem  gewissen
Termin  angepaßt  wird.

Was  die  Methode  der  Verstärkungen  unserer  maritimen  Streitkräfte  im
Schwarzen  Meere  anbelangt,  so  muß  vor  allen  Dingen  festgestellt  werden,  ob
es  in  genügend  kurzer  Zeit  möglich  ist,  eine  mächtige  Flotte  im  Schwarzen
Meere  sellsst  zu  erbauen,  oder  oh  cs  zu  diesem  Zweck  notwendig  ist,  große
Schiffseinheiten  von  außen  her  einzuführen.  Für  diesen  Zweek  könnten  die
Dreadnoughts  in  Anspruch  genommen  werden,  die  gegenwärtig  auf  den
Werften  des  baltischen  Meeres  webaut  werden  und  nach  unserem  Flottenprogramın
  projektiert  sind.  Um  das  Schwarzmeergeschwader  durch  diese
Einheiten  zu  verstärken.  bedarf  es  offenbar  der  Abänderung  Jder  gegenwärtig
bestehenden  internationalen  Bestimmungen,  die  den  Durchgang  von  Kriegsschiffen
  dureh  die  türkische  Meereuge  verbieten.  Da  die  Großmächte  sich  von
alters  her  der  Öffnueg  der  Meerengen  widersetzt  hahen,  so  ist  die  Erreichung
dieses  Zieles  auch  gerenwärtig  sehr  fraglich  und  die  Möglichkeit  der  Verstärkung
  der  Schwarzmeerilutte  von  außen  her  ebenfalls.  Außerdem  hat  dieser
Modus  der  Verstärkung  uuserer  maritimen  Streitkräfte  im  Schwarzen  Meere
den  Nachteil,  daß,  wenn  die  Ereignisse  sich  rasch  entwickeln  sollten,  wir
Dreadnoughts  nie  so  rasch  aus  dem  Baltischen  Meere  ins  Schwarze  Meer
schaffen  können.  als  wir  sie  dort  brauchen  werden.

Selbst  wenn  wir  die  Ausführbarkeit  dieses  Planes  annehmen,  so  muß  in
Betracht  gezogen  werden,  daß  Europa  nicht  damit  einverstanden  sein  wird,
die  Meerengen  nur  den  Uferstaaten  des  Schwarzen  Meeres  zu  öffnen,  wie  eine
Zeitlang  bei  uns  angenommen  wurde,  und  daß,  selbst  wenn  gewisse  Chancen
für  eine  Öffnung  der  Meerengen  vermittels  diplomatischer  Verhandlungen

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