Full text : Großherzoglich Sachsen Weimar-Eisenachisches Regierungs-Blatt aufs Jahr 1823. (7)

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liegt,  sogleich  in  das  Freye  gebracht  werden,  wobey  die  Huͤlfeleistenden  die  Sorge  fuͤr  fich
selbst  nach  der  Belehrung  IV.  a—c.  nicht  zu  vergessen  haben.

2)  Wird  der  Koͤrper  im  Freyen,  aber  entfernt  von  einem  Orte  gefunden,  wo  die  Wiederbelebungemittel
  zu  haben  sind,  oder  fehlen  letztere:  so  entkleidet  man  den  Koͤrper  und
bedeckt  ihn  mit  frisch  aufgegrabener  Erde,  oder  in  der  geeigneten  Jahreszeit  mit  grünen
Baumbléttern,  sucht  den  Zutritt  der  Luft  zu  den  Luftwegen  dadurch  offen  zu  halten,  daß
man  etwas  zwischen  die  Zähne  bringt  und  holt  nun  weitere  Hülfe  herbey.

3)  Dle  Behandlung  Erstickter  sindet  auch  hier  Anwendung,  wobey  der  Körper  in  dem
Erdbade  bleibt;  besonders  sind  die  Versuche  zu  machen  mit  Einblasen  frischer  Lust,  Besprengen
  bes  Gesschtes  mit  kaltem  Wasser,  Reiben  des  Körpers  in  der  Richtung  gegen  die
Brust,  Bürsten  der  Handslächen  und  Fußsohlen,  Einreibungen  von  Oel  mit  übersaurer
Salzsäure,  Anwendung  scharfer  Riechmittel  2c.

Die  Aerzke  müssen  bestimmen,  ob  Aderlässe  oder  eine  reihende  Behandlung  durch  Elektricität
  oder  Galvanicmus  Statt  finden  dürfe.

VI.  Behandlung  eine5s  nach  einem  Falle,  oder  nach  einem  Sturze  von
einer  Höhe  leblos  Scheinenden.

1)  Die  mechanischen  Verletzungen  z.  B.  etwaige  Brüche,  Quetschungen  sind  Gegenstände
  der  spezlellen  chirurgischen  Behandlung.

3)  Riechmittel  (Weinessig)  und  Einblasen  von  Luft,  wie  überhaupt  Besförderungen  des
Aehmens,  ist  das  erste,  was  anzuwenden  ist.

3)  Auf  den  Kopf  mache  man  kalte  Umschläge  (III.  4.),  wobey  um  die  Wirkung  zu
verstärken,  die  Haare  abgeschoren  werden,  dabey  sprie  man  von  Zeit  zu  Zeit  Wasser  in
das  Gesicht  und  auf  die  Herzgrube.

4)  Man  bringt  den  Verunglückten  in  eln  laues  Bad  und  giebt  ihm  laue  Klystiere
mit  Salz.

5)  Ob  Aderlässe  passen,  hat  der  Arzt  zu  bestimmen,  der  nicht  vergessen  wird,  daß
gerade  bep  solchen  Verunglückten  die  Elekericlet  sich  noch  ofe  wirksam  zeigte,  wens
man  schon  alle  Hoffnung  aufgegeben  hatte.