Full text : Rosenheimer Anzeiger. 60. Jahrngang (60)

Aummer  66

osentelmer  Anzeige?

d#enstag,  23.  März  7972

 

nen  die  gröhte  bei  einem  Pedalumgang  900
Meter  Weg  zurdcklegt,  während  e##  leinste
2  Meter  beschreibt.  Sektion  ladet  besonders
auch  ihre  usubtigen  Mitglieder  sowie  Gäste
zu  diesem  Abend  ein

Der  Kath.  Gesellenverein  Rosenheim
  gab  am  Sonntag-Abend  im  Anschluß  an
sein  59.  Stiltungsfest  im  Gesellenhaus  bei  vollbesetztem
  Saale  das  Schauspiel  „Schatten  der
Schuld“  von  Heinrich  Houben.  Unter  anderen
war  auch  der  gesamte  Stadtllerus  anwesend.
Das.  Schauspiel  zerfällt  in  4  Alte,  die  alie
feinsinnig  ourchgearbeitet  sind.  In  der  Besetzung
  der  Nollen  sinden  wir  wieder  lanter  bemährte
  Leute,  wie  die  Herren  Mirowsky  (Baron
  von  Storm),  Sedlmeier  (Leutnant  Mar
von  Harlort),  Braun  (Erich  von  Worning),
Leonhard  Pau!l  (Baron  von  Bodbeim).
Frl.  Gradl  (Emeline  von  Schleden)  und  F#l-Schustetter
  (Luzie  von  Bodheim).  Auch  die
anderen  Teinnehmer  entledi  gten  sich  ihrer  Aufgaben
  mit  großem  Geschick.  Das  Stück  zeigte
schönes  Jusammenspiel,  weshalb  der  Erfolg
nicht  aneblieb.  Die  Träger  aller  Rollen  bekundeten
  anse  neue  Geschick  und  Talent  und
spielten  mit  anerkennenswerter  Hingabe  und
nollem  Verständnis  somwohl  in  den  ernsten  wie
auch  in  den  mehr  beiteren  Szenen.  „Bersdurer
verfehlte  der  letzte!  Alt  mit  seiner  Tragik  auf
der  einen  Seite,  aber  auch  mit  seinen  1  frendigen
Ueberraschungen  auf  der  andern  die  gerünschle
Wirkung  nicht.  Die  Aufführung  war  für  Dilettanten
  ein  gutes  Stück  Arbeit,  die  mit  proßer
BVravour  und  Sicherheit  durchgeführt  wurde.
Das  Stiltungsfest  fand  eine  würdige  Einleitung
  am  Vormittag  durch  die  Generalkommunton,

  an  welcher  die  Mitglieder,  Atwoe  wie
bassive,  in  überaus  großer  Zahl  sich  beteiligten.
  In  festlichem  Zuge  kabe  h.  der
Verein  unter  Vorantritt  des  Stadtorchesters

und  drei  Tamboure  der  Jugendabteilung  zur
Kirche.  In  gleicher  Weise  bewegte  sich  der
Zug  nach  dem  Gottesdienst  über  den  Mar
Josefsplatz  zum  Gesellenhaus.  Im  nächsten
Jahre  kann  also  der  Verein  sein  sechsigjähriges
Jubiläum  feiern.

Schachtlub  Rosenheim.  Am  verganugenen
  Frcitag  fand  im  Gasthof  Grabichier  unter
  zahlreicher  Beteiligung  der  Klubmitglieder
ein  Scherztombolaturnier  statt,  wosür  eine  Reihe
hübscher  Preise  aus  dem  Klubvermögen  geseiflet
  wurden.  Nach  der  Begrüßung  der  erschienen
  Mitglieder  durch  Herrn  Setrelär  Klieber
begann  das  Spiel,  das  sich  in  zünf  Gängen
abwickelte.  Für  die  ersten  zehn  Züge  waren  je

für  die  solgenden  je  30  Sekunden  festgesetzt.
Die  jeweiligen  Sieger  schieden  aus.  Etwasnach
  11  Uhr  war  das  Turnier  beendet  und

nun  folgte  die  Verteilung  der  ausgesetzten
reise,  die  allgemeine  Befriedigung  fanden.

Hossentlich  hat  diese  Veranstaltung  das  Interesse
  am  Schach  in  Rosenheim  wieder  neu  angeregt!


In  den  Dienst  der  Wohltätigkeit
stellt  sich  auch  heuer  wieder  die  Tischrunde  e
„Emoa  Schnobelwoad“  in  der  Auer-Bierhalle.
Anerlennenswerterweise  kleidet  sie  ein  armes
Möchen,  das  heuer  zur  ersten  bl.  Kommunion
geht,  vollständig.  Es  wäre  sehr  zu  begrüßen,
wenn  dieses  löbliche  Vorgehen  immer  meh:
Nachahmung  finden  würde.

Der  erste  Sonntagim  ungenFrühling
  hat  sich  wider  alles  Erwarten  voringlich
angelassen.  Am  Sametag  noch  NRegen  und
Schneetreiben  bie  in  den  Abend  hinein,  am
Sonntag  aber  prächtiges  sonniges  Frühlingswetter.
  War  das  eie  Lust  zum  Spazierengehen!
  Ganze  Schaten  pilgerten  hinaus,  wit
der  Babn  und  zu  Juf.  überall  war  es  sebentig.
Der  Aufenthalt  im  Freien  war  sehr  angeneb  ,
die  Sonne  schien  recht  warm,  nur  hie  und  da
ließ  ein  srischer  Luftzug  merken,  daß  im  Gebirge
  bis  tief  herab  Neuschnee  gefallen  ist.

ege  der  erste  schöne  Frühlingotag  noch  viele
Nachfolger  finden!  Leider  konnte  man  auch
gestern  wieder  sehen,  wie  das  junge  Grün
gar  vielsach  förmlich  geplündert  wurde.  Unlere
  „liebe  Jugend“  mißhandelte  3.  B.  die  Wei—
den  ganz  unbarmherzig,  so  daß  im  Gebiete
der  Mangfallauen  mancher  Baum  ein  gar
liägliches  Aeußere  bietet.  Alle  Verwarnungen
scheinen  also  unbeachtet  zu  verhallen,  so  daß
wohl  Strafanzeigen  unausbleiblich  sein  werden.

Gestohlen  murde  in  der  Zeit  vom  1.  bis
8.  März  1914  vom  Auslagenfenster  eines
Schuhmarengeschäftes  in  der  Innstraße  dahier
drei  Paar  Herrenschnürschuhe,  ohne  dah  die
Person  des  Täters  bis  heute  hätle  festgestelll.
nerden  können.  Da  in  letzter  Zeit  mehrere
Auslagendiebstähle  vorgekommen  sind,  wird  vermutet,
  daß  es  sich  wohl  um  eine  und  dieselbe
Persönlichkeit  handeln  dürfte,  welche  die  gestohlenen
  Sachen  bei  Gelegenheit  wieder  an
den  Mann  zu  bringen  bestrebt  sein  wird.  Des-  


    
  
  
  

halb  wird  ersucht,  bei  derlei  Kaufangeboten
die  Namhastmachung  der  Verkäufer  festzustellen
  und  hievon  der  nächsten  Polizeibehörde
Mitteilung  machen  zu  wollen.

Ein  Freund  am  häuslichen  Herd

will  der  „Rosenheimer  Anzeiger“  allen
sein,  die  zu  ihm  halten.  Er  kennt  seit  Jahren
die  Bedürfnisse  der  heimischen  Bevölkerung  und
trug  ihnen  getreulich  Rechnung,  Tauzende
treuer  Leser  haben  dies  längst  erkannt  und  sich
den  „Nosenheimer  Anzeiger“  als  Heimatblatt
erkoren,  weil  er  keinen  Vorgang  im  eigenen
Lande  und  in  der  weiten  Welt  draußen  unbeachtet
  läßt.  Möchten  sich  dessen  alle  zum
lommenden  Quartalswechsel  erinnern!

—

Cichtbildervorlräge  über  Bauarbellerschutz
  z  heimishe  Bauwelse.


Rosfenheim,  23.  März.

Nach  einer  Mitteilung  in  der  letzten  Magistratssigung
  haben  wir  bereits  belannt  gegeben,
daß  am  nächsien  Sonntag  hier  ein  Vortrag
über  heimische  Bauweise  stattsindet.  Im  „Nolenheimer
  Amtsblatt“  finden  wir  nun  folgende
Belanntmachung  des  K.  Bezirksamtes  bierüber:

In  erster  Linie  für  die  Baugewerbetreibenden,
  aber  auch  für  sonstige  Interessenten  werden
  demnächst  in  Rosenheim  und  Prien  Lichtbildervorträge
  über  Bauarbeiterschutz  und  hei.
mische  Bauweise  abgehalten  werden.  Die  Vorträge
  sind  vom  K.  Bezirksamte  (in  Nosenheim
  in  Verbindung  mit  dem  Stadtmagistrate)
veranstaltet.  Als  Vortragende  sind  gewonnen:


Für  die  Vorträge  über  Bauarbeiterschutz  der
Vorstand  des  K.  B.  Arbeitermuseums,  K.  Gewerberat
  Karsch  in  München,  für  die  Vorträge
  über  heimische  Bauwcise  K.  Professor
Thiersch  an  der  Technischen  Hochschule  in  München.
  Ueber  letzteres  Gebiet  wird  voraussichtlich
  noch  ein  zweiter  Herr  sprechen,  doch  steht
dus.  noch  nicht  fest.  Die  Vorträge  finden
talt

in  Rosenheim  am  Sonntag,  den  23.  März,
1914,  vorm.  1011  Uhr,  im  großen  Snole  des
Hotels  „Deutscher.  Kaiser“,

in  Prien  am  Sonntag,  den  5.  April  19134,
nachmittags  2  Uhr,  im  großen  Saale  des
Hotels  „Bayerischer  Hof“.

Es  ergeht  der  Auftrag,  die  im  Gemeindebezirke
  ansässigen  Baugewerbetreibenden  sowie
sonstige  Interessenten  zu  diesen  Vorträgen  einzuladen;
  insbesondere  in  auch  das  Erscheinen
  der  Herren  Bürgermeister  selbst,  welche  in
erster  Linie  beim  Vollzuge  der  einschlägigen
Vorschriften  mitzuwirken  berufen  sind,  erwünscht.
Auch  andere  Mitglieder  der  Gemeindeverwaltungen,
  dann  die  Herren  Vorstände  und  Mitglieder
  der  Kirchenverwaltungen,  die  Herren
Lehrer,  usw.  werden  Interesse  an  den  Vorträgen
  haben.  —  Ein  Eintrittsgeld  wird  für  die
Vorträge  selbstverständlich  nicht  erhoben.

Das  Frhsaheclonger  des
Orcheslervereins.
Rosenheim,  23.  März.

Das  Frühjahrskonzert  des  Rofenheimer  Orchestervereins,
  welches  am  22.  Mär;  im  Hofbrausaale
  stattsand,  war  ein  sel  tenes  und  bedentendes
  musikalisches  Ereignis  in  hiesiger  Stadt.
Brachte  es  doch  als  Hauptmwerk  Beethovens
nnvergleichlich,  monnmentale  C-  Moll.  Symphonie,
  op.  67,  die,  der  mittleren  Schaffensperiode
  des  Meister-  entstammend,  durch  ihren
genialen  einheitlichen  Aufbau,  ihre  prägnant:
Rhythmik  und  ihren  großen  Melodienreichtum
noch  heute,  107  Jabre  nach  ihrem  Entstehen,
dem  Künpier  wie  dem  Laien  gleiches  Entzücken
bereitet.  Welche  Begeisterung  und  Arbeitsfreudigkeit
  muß  in  einem  Musikdilettan:  enverein
  herrschen,  der  ich  an  die  Ausführung  eines
solchen  Werkes  wagt!

Wir  wollen  es  gleich  lonstatieren:  der  Orchesierverein
  hat  seine  Aufgabe  in  einer  für  hiesige
  Verhälrnisse  geradezu  glänzenden  Weise  geleft.
  Ein  reich  besetzter  Streicherchor  (12  zrste.
10  zweite  Violinen,  5  Violen,  3  Celli,
Contrabässe),  nur  von  hiesigen  Herren  gestellt,
hat  sich  mit  intensiveni  Fleii;  und  bingtben.
der  Liebe  bemüht,  die  technischen  und  rhothmischen
  Schwierigleiten  zu  bezwingen.  Aufrichtige
  Bewunderung  erweckten  die  Contrabässe,

□

 

 

Alle  Welt  no.7

die  ohne  jegliche  Unterstützung  ron  Berufsmusikern
  ihren  sehr  schönen  Part  glänzend

und  auch  Sie  lingen  co
CLein:  ½,  wenin  Siceni
ciligen  Jalrikanon  ist  sie  lür  alle  Zweche
erledigen,  i

 

in  einpcuiichelien  Stüchen  mit  wertwo-Schwalbenseife


1  eeignet.  wo
iix  huug  hroßtarlig.  verbrauch!  „  st  Were  #m  und  walsche  und  bleicht  zu  glelche
c  amd  Stärge  der  guten  allen  Kernsetse  in  in  ihr  in  gl.#chuch=  #er  Wrije  vereinigt  mit  den  neuesten
Vrribt  genschalten  ron  Missenschaft  und  Hin  Muchh  in  „15%1½.  N.

"  A#le  Welt  runs  ihr  Lobl  Zwel  Goldene  Staalsmedai#ken!
K.  B.  Hofseifenfabrin  Ph.  Benj.  Ribot  in  Schwabach  (Bayem.)

—  s
Vorrellhasiente  Geschenk####n  Mtrllebe  und  n  Sochen!

meisterten.  Die  Bläser  waren  ergänzt  durch
Münchener  Mufiker,  sowie  durch  einige  Mitglieder
  der  Kapelle  Aibling  und  Rosenheim.

Kapellmeister  Oskar  Meyer  bekennt  sich  in
der  Auffassung  der  Tempi  zur  wagnerischen
Schule.  Er  nahm  die  vielumstrittenen  Anfangstakte
  des  ersten  Satzes  in  mitllerem  Zeitmaß,
wuchtig,  aber  nicht  zu  langsam;  ein  ruhiges,
  nicht  überhetztes  Allegro  lieh  uns  die
Schönheiten  Melodik  und  Instrumentation
des  ersten  Satzes  voll  genießen.

Der  2.  Satz  (Andante  con  moto  As-  Deng.
welchen  die  Violen  und  Celli  mit  anerkennen
werter  Reinheit  einleiteten,  atmet  Frieden.  Noch
überstandenem  Kampfe  ein  Bewußtsein  labender
Ruhe  und  sonnigen  Wohlbehagens.  Dazwischen
  mischt  sich  wohl  ein  wenig  Resignation,

aber  nur  im  Widerschein  völliger  Ueber#endung.
  Die  prächlige  Wiedergabe  dieses  lang
samen  Satzes  hinterließ  einen  tiefen  Eindruck;
Halhbläser  und  Streicher  wetteiferten,  um  allen
Feinheiten  gerecht  zu  werden.

Der  3.  Satz  läßt  den  Sonnenschein  und  die
gute  Laune  des  2.  wieder  verschwinden.  Ueber
den  beiden  Hauptthemen  liegt!  ein  düsterer  Jug,
aus  dem  der  alte  kühne  Trotz  mit  herausfordernder
  Miene  schaut.  Den  Celli  und  Bäs.
sen  wird  die  Hauptausfgabe  übertragen,  sie  wollen
  auch  den  „Humor“  nicht  ganz  verlieren
und  leiten  mit  einem  Fugato  den  C.  ur-Teildieses
  Satzes  ein.  Doch  eine  Rückkehr  in  das
düstere  C-Moll  läßt  die  Streicher  auf  lang
ausgesponnene  tiese  Akkorde  sinken,  die  Pauke
mahnt  nochmals  an  das  „Klopfen  des  Schldsalo“
  eine  Schwuüle  lagert  über  dem  Ganzen
wie  vor  dem  Ausbruch  eines  Gewitters.  Endlich
  läht  der  Aufstieg  der  1.  Geigen  und  das
unablässig  pochende  C  der  Pause  das  Ende
des  „Kampfes“  ahnen;  noch  ein  kurzes  Crescendo
  der  Streicher,  Oboen  und  Hörner  und  das
Siegesiinale  mit  seinem  freudigen  (-Dur,  der
Tonart  des  „Lichts“  bricht  herein.

Beethoocn  wendet  in  diesem  Schlußsatz  eine
für  die  damalige  Zeit  starke  Orchesterbesegung
an:  drei  Posaunen,  drei  Fagotte  (Contrasagott),
  drei  Flöten  (Piccolo).  Wir  sind  dem
Orchesterverein  außerordentlich  dankbar,  daß
er  teine  Mittel  gescheut  hat,  uns  das  Werl
restlos  in  der  Originalbesetzung  vorzusühren.
Beionderer  Dank  aber  gebührt  dem  Dirigenten
  Herrn  Oskar  Meyer,  der  es  fertig  nebracht
hat,  lurz  nach  der  für  den  allgemeinen  Probenbeiuck
  so  gefährlichen  Karnevalszeit,  die  Sym.
pbonie  auszuführen;  es  ist  dies  unseres  Wissens
die  erue  Aufführung  in  Nosenheim.

Eingeleitet  wurde  das  Konzert  durch  Wagners
  Jugendwerk:  „Introdurtion  und  Chor  der
Friedensboten  aus  Rienzi“,  welches  durch  reizvolle
  Melodik  anregend  nirlte  auf  den  Genuß

des  Beethovenschen  Riesenwerles.

Der  zweite  Teil  des  Programms  war,  wie
üblich,  der  populären  Musik  gewidmet.  Der
ewig  schöne  Kaiser-  Frieorich-  Marsch  versetzte
nun  das  Publilum  in  eine  andere  Sphäre  der
Tonkunst.  Doch  war  auch  in  diesem  Teil  eine
gewisie  Vornehmheit  in  der  Auswahl  der  Slücke

gewahrt;  wir  hörten  einige  reizende  Nippsachen:
  ein  amcrilanisches  Lied  aus  Florida

„Olod  Folks  at  home"“,  das  in  seiner  hrorialischen
  Kontrapunktik  außerst  interessant  llang,
lerner  „Was  Blumen  träumen“,  ein  allerliebües
  Walzerintermeno.  Der  Solist  des  Abends,
Herr  G.  Krug,  Solotrompeter  und  Chorführer
der  Regimentsmusik  des  K.  2.  Insanterie-Regiments
  in  München,  trat  nunmehr  auf  den  Plan
und  brachte  eine  Fantasie  für  Piston  „Edelweiß
  vom  Semmering“  mit  Orchesterbegleitung
  zu  Gehör.  Herr  Krug  ist  den  Roenheimern
  lein  Fremder  mehr;  er  hat  auch  diesmal
seinen  alten  Ruf  glänzend  berährt  Sein
Ansatz  ist  bis  in  die  höchsten  Lagen  sicher,
sein  Ton  rein  und  ausgeglichen,  sein  Vortrag
hio  in  die  kleinste  Nüance  durchdacht;  der  Beisall,
  den  der  Künstler  erntete,  war  wohlverdient.

Eine  Potpourri  „Dur  und  Moll“  von  Schreiner
  und  einige  kraftvolle  Märsche  beendelen
den  herrlichen  Abend.

Das  Konzert  sand  von  seilen  unseres  ill,
liebenden  Publikums  die  beste  Würdigung.  Der
Besuch  war  sehr  gut  und  die  künstlerischen!?  Vorträge,
  namentlich  die  Schönheiten  oer  Somphonie,

  wurden  mit  größtem  Jlueres  aufgeder
  Anertennommen.

  Das  äußere  Zeichen
nung  dasür  war  spontaner  Beifall,  der  in
reichstem  Maße  gerne  gezollt  wurde.  Herr

Kavellmeister  Meyer  hat  sein  Wirken  un
Schassen  abermals  im  besien  Lichte  gezeigt.
Er  hat  mit  diesem  Konzert  den  Orchesterverein
auf  eine  Höhe  geführt,  die  vielen  vielleicht
unerreichbar  erschien.  Das  Wagnis  ist  ihm
vortrefflich  gelungen;  wir  beglückwünschen  dazu
ihn  und  die  Kräfte,  Die  sich  ihm  zur  Serlfügung
  stellen.

 

Zhre  Mbeil  tun.  De  Schwalbenfeike

soh  n;  insolle  einer  canz  eigeninl,

  die  rortt  schne  Eil  und  gut  und  H#ndiuch-  en

er  Zeit!
siang“  ũberall  zu  haben,  echt  aber  nur

nuf  dem  nsan-  »Ur—



Aus  dem  Gerichkssaale

Eine  Jahrmarktsrauferei.

München,  22.  März.  In  der  Botenwirtschaft
  zu  Traunstein,  w?  am  16.  Norember
1913  gelegentlich  des  Jahrmarktes  die  übliche
  Tanzmusik  veranstaltet  nurde,  kam  es
einer  Nauferei  zwischen  den  Burschen  53
Traunstein  und  Hochberg,  an  der  sich  der  Taglöhner
  Franz  Glück  von  Kraunktein,  —
knecht  Lud#wig  Fröschl  von  Peterslirchen.  der
Diensilnecht  Ändreas  Angerer  non  Teisendot
der  Taglöhner  Karl  Resch  von  Traunstein,
der  Bauerssohn  Joh.  Hornauer  von  Nill  (Gem.
Hochberg,  der  Dienstluccht  Johann  Eisenbich.
ler  von  Fraustätt,  der  Taglöhner  Jos.  Ham,
mer  von  Traunstein  und  der  Schmied  Joh.
Lindner  von  dort  beteiligten.  Gluck  wmurde  m
die  Türe  gedrängt,  und  erlitt  Schläge  auf  den
Kopf  mit  einem  Schlagring,  die  nicht  unbtdingt
  tödlich  gewesen  wären;  doch  trat  in  der
Folge  eine  Lungenentzündung  ein,  oie  der
Tod  des  Glück  herbeiführte.  Gegen  Eisenbich
ler,  der  dem  Glück  Die  Schläge  versetzt  habesoll,
  wuroe  Anklage  wegen  Körperverlet#nz
mit  Todesfolge  erhoben;  die  übrigen  Bin
schen  wurden  angellagt,  in  schuldhafter  Weise
an  einer  Schlägerei  sich  beteiligt  zu  haber
durch  welche  der  Tod  eines  Menschen  ver#t#
sacht  worden  ist.  Eisenhichler  rühmte  sich  seiner
  Tat  und  Figte  seinen  noch  b'ntih::
Schlagring  her.  In  der  Verhandlung  gab  #rzu,
  dem  Glück  mit  diesem  Werlzeng  einen  Sch
versetzt  u  haben.  Die  übrigen  Angeklaguwollten
  glauben  machen,  lsie  hätten  sich  erst  ##
dem  Raufhandel  beteiligt,  als  Glück  schon  sch  vt:
verletzt  war;  der  Angeklagte  Resch  stelite  ied:
Beteiligung  in  Abrede.  Eisenbichler  erhiell?
Jahre  Gefänqnis,  Angerer,  Hornauer  um
Fröschl  3  Monate  15  Tage,  Hammer,  -b
und  Resch  wurden  ireigesprochen.

Ein  ungeratener  Sohn.

München,  21.  März.  Der  19  Jahre  alz
Kaufmann  Rupert  Pichler  von  Freising,  de
duro,  Sherlock  Holmes-  Lektüre  auf  Abwege  gt.
raten  war,  kam  mit  seiner  Mutter,  bei  dere
wohnte,  öfters  in  Streit,  wenn  die  Mutter  ihn
vorhielt,  daß  er  zuviel  Gelo  brauche,  wobe:
der  Nohling  seiner  eigenen  Mutter  oft  Schä#r
versetzte.  Am  23.  Januar  lam  e  wieder;
einem  Streit.  Plöniich  ariff  der  junge  inler
  zum  Messer  und  stieß  es  seiner  eigene
Mutter  in  den  Unterleid,  so  daß  ese  14.00g2
in  Lebensgefahr  schwebte.  Al=  sie  im  Klar,
lenhause  lag.  schlich  sich  Pichler  mit  seinen
Freunde  Nauch  in  die  Wohnung  und  sar
000  Mék.,  woraus  beide  nach  Paris  fuhrer
mo  er  und  sein  Genosse  Rauch  vas  Geld
einigen  Nächten  verschwe#ndelten  Nauch  o':
schwand,  Pichler,  der  mitleilos  dastand,  wat:
sich  an  den  Deutschen  Hilsoverein,  worauf  erc
Deutschland  ausgeliesert  wurde  (i#cier  wurn
orm  Landgericht  Munchen  II  wen#n  Körperve
letzung  zu  zwei  Jahren  Gesönmie  verurtei-Wegen
  des  Diebstahls  katte  d'i'e  Mutter  ke#-Anzeige
  erstattet.

Bücherschau.

„Westermanns  Monateheste“  haben  stoebe

  

!  —

wi

 

 
 
 
 
   
    
 
 
   
   
 
 
 
   
  
   
 
  
 
   
 

ihre  Aprilnummer  erscheinen  lassen,  die  wie  #t
Vorgängerinnen  wieder  einen  reichen,  mil  s
nem  Geschmack  gebundenen  Stcauß  unterhalle
der  und  belehrender  Beiträge  bringt.  do
det  man,  um  nur  das  Wichtigsie  m  nennen,
nächsl  an  belletriftischen  Beiträgen  die  #=haltvollen
  Romane  „Gottesurtcil“  ven  #W.
nes  Harder  und  „Eniil  Himmelheber“  ##-Anton
  Fendrich,  sowie  die  graziösen  „(#beshe
ten  aus  dem  Trödlerladen“  von  Eduard  #.
pralik.  Der  bildenden  Kunst  oient  die  ?
illustrierte  Studie  Rudolf  Curdts  über  #
Maler  und  Nadierer  Beinrich  Eidmann  r
die  mit  20  Abbildungen  illusirierte  Rundsch
„Die  bildenden  Künsie“,  worin  Dr.  Mar
born  die  bedeutenderen  künstlerischen  Ere  G
der  letzten  Monate  kritisch  würdigt.  Dasieleistet
  für  sein  Gebiet  Dr.  Georg  Schünen
in  der  „Musikalischen  Nunoschan“  und  für  w
des  Dramas  Dr.  Friedrich  Düfel  in  der  „d#
Faatischen  Nundschau“  „,  die  gleichfalls  beide  ##
lustriert  sind.  In  demselben  Aprilhe#t  :
net  Generalmajor  z.  D.  von  VobW  ein  ".
rakterbild  des  greisen  Generalseldmarich--)
Grasen  Haeseler,  während  Prof.  Julius
Pflugk-Harttung  den  Lesern  „Napolcons  Eed
ror  Augen  führt.  Durch  „Klingsors  Jaus
schlok“.  führt  Margarethe  ron  Schuh-Man##
wicz  die  Leser  in  einer  reich  illustrierten  poeempfundenen
  Phantasie  und  Alfred  Wien  s
sie  Wesen  uno  Wert  des  slandinavischen  i
ters  Knut  Hamsun  kennen.  Den  künstlersfe
Schmuck  geben  dem  Uprilheft  technisch  auf  b
vollendetste  ausgeführte  ein=  und  mehrfar

 

Einschaltbilder.

Schwalben-Seifel


 

  
    
   
  

 

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