Wihrend der politischen Bewegungen und Besorgnisse,
welche jetzt Europa erfuͤllen, hat der Fürsten-Congreß zu Baden
stattgefunden. Die äußeren Hergänge auf demselben sind den
Hauptumrissen nach bekannt und mit hohem Interesse aufgenommen.
Begegneten sich doch in Baden zwei Herrscher, von denen
der eine die Geschicke eines mächtigen Landes lenkt und seinen
Namen mit allen internationalen Fragen der Gegenwart verknüpft
hat, während der andere die Hoffnungen Deutschlands auf
sich vereinigt. Der Neffe Napoleons I., welcher Deutschland
und Preußen befiegte, hatte die erste persönliche Zusammenkunft
mit dem Sohne der Mutter, deren patriotische Ideen Preußen
und Deutschland sich selbst wiedergaben, und mit des Volkes Begeisterung
Napoleon I. zurückdrängten. Nicht weit vom Orte,
wo sie sich begrüßten, fließt der Rhein und erhebt sich Straßburgs
Münster. Fürwahr, Personen und Scenerie dazu angethan,
ein dramatisches Interesse zu erwecken.
Dieses wird erhöht durch die Frage nach der politischen
Veranlassung und Bedeutung, und durch die Erörterung der Folgen
der Zusammenkunft. Es war officiell erklärt, daß die gegenseitige
Begrüßung keine rein persönliche sein sollte. Dies ließ
sich auch nicht annehmen bei der jetzigen Weltlage, wo es sich um
die Wiedergeburt Italiens, wahrscheinlich bald um große Um-