Full text: Volkstümliches aus dem Königreich Sachsen auf der Thomasschule gesammelt. Zweites Heft. (2)

Besprechen. 79 
314. Johannistag. 
Vor dem Johannistage darf man nicht baden, denn da 
will das Wasser ein Opfer haben. 
(Krömer 1V., L.-Gohlis.) 
315. Andreastag. 
Ein Mädchen muß, um zu erfahren, ob es im nächsten 
Jahr heiraten wird, in der Andreasnacht Holz holen gehen. 
Wenn sie die Holzstücke zählt, und es ist eine gerade Zahl, 
so heiratet sie in dem Jahrz; ist es eine ungerade, dann nicht. 
(Krömer lb., Erzgeb.) 
Wenn ein Mädchen wissen will, ob es einen Mann 
bekommt, so muß es in der Andreasnacht eine Fischblase an 
die große Fußzehe binden. Wenn diese am anderen Morgen 
geplatzt ist, bekommt sie keinen; wenn nicht, so bekommt sie 
einen. (Schilling Ulb., Gegend von Crimmitschau.) 
Besprechen. 
316.- Beim Zahnwechsel wirft das Kind den Zahn unter den Ofen 
mit den Worten: 
Do, Maus, hast de en benern Zah, 
Namm dän un mach mer en eisernen na. 
(Oberl. Uhlig, Erzgeb.) 
317. Hat man einen Zahn verloren, so wirft man ihn über einen 
Bach mit den Worten: 
Mäuschen, Mäuschen, hier hast du en alten Zahn, 
Mach mir wieder en neuen dran. 
oder ins Feuer mit den Worten: 
Feuer, hier bring ich dir en beinern Zahn, 
Mach mir wieder en eisern dran. 
(Vom alten Thomaner stud. Winkler, Etzdorf.)
	        
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